Ein alter Freund

2015-05-24 01.30.30

Meine ersten zweieinhalb Lebensjahrzehnte hatte ich das Vergnügen, einen besten Kumpel zu haben, der sich sehr auf das humorige Fach verstand. Einige wenige Jahre teilten wir zwar nicht Bett, aber immerhin Wohnraum. Unsere Wege trennten sich vor etwa zehn Jahren recht abrupt aufgrund einiger Turbulenzen, die ich möglicherweise an anderer Stelle einmal niederschreibe. Anders als ich hat er, nennen wir ihn bUR, seinen Blog von damals nicht gelöscht. (Ich las gestern in meinem alten Blog einen Eintrag, der mich in eine Schockstarre versetzte. Was ich da geschrieben hatte, ist zum Glück nicht mehr im Netz auffindbar!) Und weil ich ihn eben gefunden habe, den Blog von bUR, möchte ich einen Artikel von ihm hier einmal zitieren. Der Mann konnte wirklich schreiben, dass ich heute noch grün vor Neid werde.

„So, der obligatorische Eintrag des Tages, mal gucken was so zusammenkommt. Meist ist es so, dass man erst nicht weiss was man schreiben soll und wenn man dann einfach anfängt, schreibt man einfach irgerndwelches Zeug und so wirds dann doch recht viel. Bzw vielleicht nicht ‚man‘, sondern ‚ich‘, wer weiss, vielleicht ists bei anderen ja anders. Weiss man es? Ich weiss es nicht.

Aber zu dem Werchs dass mir erst so direkt beim Schreiben einfällt, gibt es heute sogar eine tolle Geschichte, wo ich vielleicht in 2 Jahren (wenn es diese Seite dann noch gibt) sagen werde, achja, heho, das war ja damals, als… ja, als was? Als ich das Waschbecken verstopfte. Dazu kam es als ich dachte, draussen ist es dunkel, der Biomüll ist voll und wozu hat man ein Badezimmer, und daher Erde aus des Gummibaums oder Pfennigbaums oder wie er auch heisst, jedenfalls seines Topfes ins Waschbecken schüttete um sie durch neue spezialle Komposterde zu ersetzen.

Nach der ersten Ladung liess ich fröhlich etwas Wasser nachlaufen um das Zeuch weg zu bekommen und siehe da, es lief nicht ab. Was tun fragte ich mich, erstmal etwas gewartet und dann dachte ich, vielleicht kann man die Verstopfung ja wegätzen, es gibt ja schliesslich den Rohrreiniger. Den schüttete ich dann hinein, aber das brachte auch keinen Erfolg, ausser dass das Wasser schaumig wurde.

Der hinzugezogene Seppo schlug erst vor das Rohr abzumontieren und die Verstopfung per Hand zu lösen, was aber nicht gelang. Das Rohr sitzt recht fest, theoretisch könnte man es also auch losschrauben und trotzdem würde es an seinem Platz bleiben. Wenn wir hier also mal 2 überdimonsionierte Pseudomuttern brauchen, dann weiss ich wo wir welche finden.

So, um das ganze mal etwas abzukürzen, die rettende Idee war dann dass Seppo eine leere Platikwasserflasche als Saugstöpsel umfunktionierte und wir damit die Verstopfung lösten. So einfach kanns dann sein.

Das Bäumchen steht nun frisch gepflegt auf seinem alten Platz auf der Fensterbank und harrt der Dinge die da kommen mögen.“

Ich las diese Verse gerade das erste Mal nach elf Jahren wieder und besonders blieb mir der letzte Satz in Erinnerung; eine feine Redewendung, die ich seitdem gerne benutze. Deswegen ist Abkupfern eben doch völlig legitim, es bereichert. Gute Nacht und schöne Pfingsten.

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