Tod und Humor

tod

Vor einigen Tagen hatte ich eine üble Nacht, die Folge sicherlich der Schwüle war, aber auch eines niedrigen Dopamin-Spiegels in Begleitung  einer post-alkoholischen Depression, die mit einer wahren Depression sicherlich nicht vergleichbar ist, wohl aber ein Gefühl für die dramatischen Ausmaße dieser Krankheit vermittelt.

Das sind so Situationen, in denen man plötzlich nicht mehr in den Schlaf findet, weil man sich in einem „Gedanken-Karussell“ befindet, aus dem man schon gar nicht nachts bar jedweder Ablenkung herauskommt. Rational war mir völlig klar, warum ich gerade unter negativen Gedanken ersticke, dass es schon am nächsten Morgen ganz anders aussehen würde und dass es die Folge einer durchzechten Nacht am Vortag ist. Aber selbst wenn man jedes Gefühl rational erklären kann, bleibt es ja präsent, so wie wir Triebe steuern können, ihnen aber doch immer wieder erliegen, was per se natürlich nichts Schlechtes ist.

Ich habe in dieser Nacht an den Tod gedacht.

Und zwar voller Panik. Es ist nicht so, dass er sich bei mir oder bei meinen Lieben angekündigt hätte, sodass meine Angst begründet gewesen sei. Vielmehr stürzte mich die Angst vor dem plötzlichen Tod meinerseits oder beispielsweise meiner Mitbewohnerin in tiefe Panik, in blanke Angst. Mir war völlig bewusst, dass möglicherweise hormonbedingt mir in jenen Stunden der Schutzschild fehlte, das eben diese Angst, die ja so unbegründet nicht ist, in Schach hält. Ein Leben in ständiger Todesangst, das einige unserer Mitmenschen freilich führen, ist kein schönes Leben, es wird wohl genau deshalb Schutzmechanismen geben, die uns diese Ängste wie auch andere Ängste vom Leibe halten.

Der Tod angekündigt durch eine lange Krankheit ist das eine. Er ist nicht schön, er gibt jedoch allen Betroffenen die Chance, sich zu verabschieden, vielleicht sogar, sich mit ihm abzufinden. Doch was tut der plötzliche Tod mit den Hinterbliebenen? Was, wenn mich gleich die Nachricht erreicht, ein mir lieber Mensch sei ungebremst unter einen LKW gerast? Jetzt, um zwanzig vor zwölf, während ich die Kaffeemaschine entkalke? Diese Dinge passieren tagtäglich, allerdings nicht immer im Zusammenhang mit einer kalkfreien Kaffeemaschine.

Was, wenn der Tod plötzlich in das Leben eingreift, ein Loch in unser Dasein reißt, das unmöglich wieder zu füllen ist? In jener Nacht wurde mir das auf eine bestialische Weise klar und mich packte nackte Angst. Denn wir können dem nichts entgegensetzen. Mir wurde unangenehm deutlich, was ich rational weiß, doch ich konnte es unmittelbar fühlen: dass alles, das Konstrukt Leben, permanent an einem gnadenlos seidenen Faden hängt, der jederzeit einfach so nachgeben kann. Das Leben, das ja ohnehin schon an ein Wunder grenzt (was wir ja nur aufgrund unseres Selbstbewusstseins so empfinden), ist gleichzeitig das Fragilste überhaupt. Es gibt nur die eins und die null – ein Lebendig oder Tot. Dazwischen ist nichts. Kein Graben, kein Todesstreifen, kein Übergang. An oder aus. Da oder weg. Ein glatter Schnitt und es hat dramatische Folgen, wenn diese haarscharfe Grenze überschritten wird.

Mein eigener (plötzlicher!) Tod ist gar nicht mein unmittelbares Problem. Ich merke ihn nicht. Aber der diesseitige Gedanke daran, welche Lücke ich (man verzeihe mir die Selbstbezogenheit, die aber gar keine ist, wenn man genauer hinliest) dann hinterlasse, denke ich an meine Mitbewohnerin, aber auch an meine Familie, ist zermürbend. Jederzeit würde ich mich den mir engsten Menschen opfern, doch glücklich wären sie dann ja (hoffentlich!) nicht.

Ich bin nicht vielen Menschen ein enger Mensch, aber den wenigen engen würde ich das ungern antun. Umgekehrt habe ich als der Zurückbleibende eine wahnsinnige Angst vor plötzlichen Lücken, auf die ich gar nicht zu reagieren wüsste. Zwar bin ich jemand, der ausgesprochen gut mit sich selbst und auch im Alleingang klar kommt, der sich von Menschen, die ihm nicht guttun, mit viel Energie fernhält, aber dieses, pathetisch ausgedrückt, „Einsamer-Wolf-Prinzip“ funktioniert ja doch nur dann, wenn da zwei, drei Menschen sind, die einen dann doch so annehmen, wie man sui generis ist.

Oft wird mir „vorgeworfen“, ich sei unnahbar, würde vieles von mir verbergen. Abgesehen davon, dass ich mir das nicht als Vorwurf servieren lasse, bin ich davon oftmals überrascht, gerade dann, wenn es von Menschen kommt, denen ich mich weitestgehend geöffnet habe. Es gibt da wohl eine Diskrepanz zwischen dem, was ich für Offenheit halte und andere. Vor einigen Wochen sagte mir jemand betrunken, er habe mir sooft die Freundschaft angedient und ich sie immer wieder ausgeschlagen. Das hatte mich sehr überrascht, denn ich glaubte, sie angenommen zu haben! Ich habe in diesem Moment sehr viel über meine eigene Person gelernt. Habe aber auch gelernt, dass ich mir das nicht vorwerfen kann: Manches ist eben so, wie es ist. Und ich bin eben so, wie ich bin. Das lasse ich mir nicht zum Vorwurf machen.

Aber ich habe meine Lehren gezogen und ziehe doch ein gesundes Grundmisstrauen anderen gegenüber vor, da Offenheit ab einem gewissen Grad gerne mal (bewusst oder auch unbewusst) ausgenutzt wird. Letztlich sehe ich es so, dass mich Offenheit und Intimität angreifbar machen. Da findet in mir jedes Mal wieder ein innerer Kampf statt zwischen dem Drang, sich zu öffnen und dem, die Mauer vielleicht doch nicht ganz einzureißen. Und ich fahre damit gut. Ich erkenne kein Problem.

Doch der Preis ist der, dass da eben nur wenige Menschen sind, die wirklich behaupten können, mich zu kennen. Ich habe den Kreis jüngst erweitert. Geht einer von ihnen plötzlich über den schmalen Grat, geht auch ein nicht unerheblicher Teil von mir.

Ist man generell ein eher ängstlicher Mensch (nicht im pathologischen Sinne), entwickelt man ein hohes Ausmaß an Humor. Humor hat viele Funktionen, die mir liebste ist die, ernste Situationen damit ins möglichst Lächerliche zu ziehen, sie zumindest erträglicher zu machen. Den Tod muss ich für mich davon ausnehmen, denn der nimmt einem das letzte Lachen. Manchmal für immer.

Sitze ich aber in einem Flugzeug, was ich absolut ungern tue und nur meiner Mitbewohnerin zuliebe, spüre ich die Angst (vor dem Absturz, machen wir uns nichts vor) am ganzen Körper. Und dennoch gelingt es mir in dem Moment, die komischen Seiten dieses Sich-ausgeliefert-Seins hervorzuheben; welche andere Wahl habe ich auch?! Es können die künstlichen Gesichter der Stewardessen sein, die selbst dann noch lächeln, wenn der Pilot ihnen gesagt hat, er habe gar keinen Pilotenschein und wisse nicht, wozu dieser und jener Hebel eigentlich da und es schon ein Wunder sei, dass man sich gerade überhaupt in der Luft befinde. Es kann aber eben auch die eigene Angst sein, über die man sich trefflich belustigen kann. Ich sähe es sogar als Versäumnis an, die eigene Angst nicht zum Gegenstand von Humor zu machen, so wie die besten Scherze immer die über seine eigenen Schwächen sind (die ich aufgrund fehlender Schwächen freilich nicht machen kann).

Humor ist – zumindest bei mir, wer bin ich, über andere zu urteilen – immer auch ein Schutzschild mit dem narzisstischen Nebeneffekt, dass man andere zum Lachen bringen kann, was purer Egoismus ist, der aber niemandem wehtut. Schon zu meinen Schulzeiten als Sportversager war es den Sport-Cracks, die heute überwiegend alle fett und glatzköpfig sind, unmöglich, mich zum Opfer zu machen. Weil ich den größten Freaks zumindest geistig, soviel Selbstbewusstsein darf sein, haushoch überlegen war, was einige auch merkten. Einen Witz über meine Unfähigkeit, die Flugbahn eines auf mich zufliegenden Balles vorherzusagen (was übrigens Hunde sehr gut können), zu reißen, war jedes Mal nur ein Plagiat des Scherzes, den ich bereits vorher gemacht hatte oder die Vorlage für mich, einen noch viel besseren auf vermeintlich meine Kosten draufzusetzen.

Im Laufe der Jahre erlernt man die Fähigkeit, sich die Menschen genauer anzusehen, die da meinen, einen ins Lächerliche ziehen zu müssen. Ich erlebe solche Menschen auch heute noch. In den meisten Fällen stelle ich bei naher Betrachtung des- oder derjenigen fest, dass sich eine Replik nicht einmal lohnt, die Person es nicht Wert ist. Dieser Humor, den man sich als Perle vor eine Sau schenken kann, ist an sich schon die höchste Form von Humor; die Fähigkeit, jemanden auflaufen zu lassen, ihm deutlich zu machen: Du bist es nun wirklich in meinen Augen nicht wert.

Eine größere Schutzmauer als Humor ist die der großen Klappe. Menschen mit großer, oftmals verletzender Klappe, die diese aber als ihre „große Offenheit“ verkaufen, sind eigentlich die armseligsten, die Mitleid verdient hätten. Leider ist das nicht jedem klar. Die Schutzwand aus Humor bestehend ist mir da die liebere.

Die aber vor dem Tod nicht besteht.

Hoerbar_haare
seppolog_HÖRBAR auch als Podcast bei iTunes und Soundcloud!


Wegen Zeitmangels stampfe ich den täglichen Podcast ein, was mir in diesem Moment für Butzi sehr leid tut, der sich kürzlich die Soundcloud-App heruntergeladen hat. Künftig will ich so verfahren, dass ich an den Wochenenden die aus meiner Sicht würdigsten Artikel auf einen Schlag als seppolog_HÖRBAR zur Verfügung stelle. Euer Protest müsste schon heftig ausfallen, um mich von dem Vorhaben abzubringen. Den Podcast findet Ihr nach wie vor bei Soundcloud und iTunes. Nicht auf meiner Facebook-Seite!

28 Kommentare

    • man kann das angeberisch finden. aber es gehört zu den begriffen, die etwas auf den punkt bringen, das man sonst nur sehr schwer ausdrücken könnte. wer ihn nicht kennt (ich kenne ihn aus dem zusammenhgang der EU, die eine institution sui generis ist, zumindets die EG), kennt ihn jetzt und darf sich freuen. 😉

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  1. Sehr sehr schön und vor allem sehr menschlich. Der Text hat mich berührt, weil ich ähnlich empfinde wie du und weiß, was du sagen willst bzw. wie du das meinst. Dieser Seppo gefällt mir außerordentlich gut 🙂

    Und ich muss protestieren: ich bin für den Podcast 🙂

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  2. Die Umwelt heute bringt es mit sich, dass man sich mehr verschließt und ein Grundmißtrauen vorzieht, als einfach blind loszulegen. Viele der Vorwürfe kenne ich auch – ich darf mich rühmen als arrogant zu gelten – bei Leuten, die mich nicht kennen.
    Der Tod ist immer beängstigend – egal ob der eigene, von dem man nix mitkriegt, wobei ich das stark anzweifle, denn irgendwas muss dann ja anders sein – oder der von anderen. Ich habe 3 Tage voll dran knabbern müssen, als ein Bekannter sich von jetzt auf das gleich mittels der Kombi Auto/Baum das Leben nahm. Da fragte ich mich auch, wie verzweifelt man sein muss.
    Vor OPs oder Krankenhausaufenthalten oder längeren Autoreisen allein, ohne GöGa, kommt immer der Moment, den er fürchtet: wenn ich ihm meine Wünsche hinsichtlich lebenserhaltende Maßnahmen bzw. Beerdigung mitteile. Etwas woran man ja leider auch denken muss – egal ob man gerade die Fußnägel lackiert oder eine Kaffeemaschine entkalkt ;D. Obwohl ich eher den Ehrgeiz habe ewig zu leben – meine Rache an denen, die mir jetzt auf den Zeiger gehen. Denen bleibe ich auf diesem Wege permanent erhalten. Da müssen die schon selbst abtreten um mich endlich loszuwerden!
    Die Rache der kleinen Frau – als Mann kann ich da einfach nicht durchgehen ob der Formen :))

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  3. Ach, Seppo, was glaubst Du erst, wie viel Schiss Du vor dem Tod hättest, wenn Du Kinder hättest. Ich habe früher immer gesagt: Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich habe nur Angst davor, leiden zu müssen. In der Schwangerschaft und Stillzeit sagen sie uns immer noch, dass das besser wird mit den Hormonen. ich bin seit 7 Jahren Mami, und nichts ist besser geworden! Vor ein paar Jahren hatte ich als Diplom-Hypochonderin eines Nachts plötzlich Angst davor, Kehlkopfkrebs zu bekommen. Ich habe geheult und die Nacht schlaflos verbracht, weil ich es sooo schlimm fand, meinen Kindern womöglich ab einem bestimmten Zeitpunkt nie wieder ein Lied vorsingen, eine Geschichte vorzulesen. Gottlob war es kein Kehlkopfkrebs, sondern nur Jodmangel. Aber der Gedanke, dass ich meine Kinder ohne mich auf dieser Welt zurücklassen muss, zerreißt mir das Herz und wird nur überlagert von der Befürchtung, dass meinen Kindern etwas zustoßen könnte. Und als Mama muss man dem Tod ständig ins Auge sehen: Er lauert auf jedem Baum, an jeder Schaukel, auf jedem Klettergerüst. Meine Kleine wäre mal fast an einem Kirschkern erstickt. Meine Große hatte einen Pseudokruppanfall, und obwohl ich wusste, dass es nicht gefährlich ist und es mir gefühlt stundenlang eingeredet habe, hatte ich das Gefühl, sie stirbt gleich in meinen Armen. Sie erklären uns, wie man die Kinder wickelt und in punkto Kindererziehung weiß es nun wirklich jeder Außenstehende besser. Aber diese Ängste – auf die bereitet einen keiner vor.

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  4. Lieber Seppo auf einem meiner Blogs und zwar Umbruch und Ausnahmezustand – September 2015 – Bronchialkarzinom ff versuche ich ein wenig zu beschreiben, was seinerzeit in mir vorging, als wir diesen Hammerbefund vom Lungologen bekamen. Biggi hat ja nun schon seit März diesen Jahres ihre GROSSE OP hinter sich und alles geht wieder seinen üblichen Gang, und auch die Nachuntersuchungen sind sehr positiv. Irgendwie hatte man es hinbekommen diese Megaangst im Zaum zu halten. Und: Als nomalerweise so ziemlich angstbessener Typus ist dieses Ängstliche einem Lebensotimismus gewichen, wie ich es mir zuvor nicht hätte zugetraut. Es sind diese Extremsituationen, die uns formen im Leben.

    Ich wünsche Dir, liebem Seppo, dass auch Dich die Angst nicht in den Schraubstock bekommt.

    PS1: Wahre Freunde, tja, gibt es sie überhaupt ?
    PS2: Deinen Podcast habe ich z.B. nur 1-2 Male aufgerufen, weil’s mich mal interessierte, und auch, wie sowas funktioniert, aber meistens lese ich lieber, kann dabei aber nur von mir sprechen; manchjemandem, der ständig mit seinem MP3-Player unterwegs ist mögen Hörbücher und Podcasts wichtig erscheinen, aber ob sich das für den Ersteller wirklich lohnt sich die Mühe zu machen ist fraglich.

    PS3: Natürlich hast Du auf Twitter Deine #bestread’s und #bestfollow’s bekommen, weil dieser o.g. Beitrag zum einen erstmal ziemlich ernst und zum 2. am Rande satirisch ist; meine Hochachtung zum „Dein Inneres nach außen zu Kehren.“

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  5. Sehr schön. Deine Worte kommen aus deinem Herzen raus. Du glaubst es zwar nicht, aber du beginnst die Wand um dein Herzen, bereits durch deine Worte an die Community einzureißen. Wer sagt, dass der Tod etwas schlimmes ist oder der Tod wirklich tot bedeutet. Lass all die Trauer in dir raus, denn durch deine Gefühle erkennst du, wie du zum Tod stehst.
    Du hast richtig erkannt, dein Humor ist in diesem Zusammenhang deine Mauer, aber dass nur gegenüber dir Selbst und nicht deinen Lesern/Zuhörer. Du Zauberst dadurch deinen Mitmenschen ein lächeln auf den Mund, was wunderschön ist.

    Öffne weiterhin dein Herz und lass die Leute teilhaben, an deinem Humor, welcher aber nun bewusst aus deinem Herzen dringt. So schaffst es du, das Lächeln ins Gesicht der Mitmenschen zu zaubern, gleichzeitig die Herzen der Menschen zu berühren. Wenn du das geschafft hast, werden dich die Leute als warme Person sehen, die du in deinem Inneren bereits bist. Und so wirst du von kalten, unerreichbaren Menschen zum Nahbaren.

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  6. Lieber Seppo,
    vielen Dank für Deine Ehrlichkeit. Viele Menschen sagen, sie würden am liebsten plötzlich sterben, damit sie nichts davon spüren. Und wenn jemand plötzlich gestorben ist, sagen sie, der hätte es gut und einen schönen Tod gehabt. Aber ich finde, Du hast recht, dass das für die Angehörigen sehr schwer ist, weil keine Zeit zum Verabschieden bleibt.
    Über das Sterben habe ich einen eigenen Blog geschrieben, weil ich finde, dass wir uns gar nicht genügend darauf vorbereiten können.
    Interessant, dass viele Blogger sich mit Dir und diesem Artikel identifizieren können. Mir geht es so, wenn Du über den Schulsport schreibst. Da war ich auch bei den Schwächsten, in Mathematik jedoch vorne dabei. Das Problem war, dass der selbe Lehrer beides unterrichtet hat.
    Mit lieben Grüßen,
    Leopold

    Sollte ich selber überraschend sterben, und dadurch nicht mehr die Gelegenheit haben, Euch, Ihnen über das Leben nach dem Tod zu erzählen, möchte ich Euch, Ihnen diese Seiten widmen …
    https://ewigesleben.wordpress.com/

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  7. Der Tod gehört nun mal zum Leben, wird aber oft totgeschwiegen. (Ohje, ohje, aber es gibt kein passenderes Wort, oder?)
    Insofern finde ich es gut, wenn du ihn nicht ausklammerst.
    Zum Podcast schimpfe ich wie ein Rohrspatz! Das kannst du nur gutmachen, indem du die Versprecher und Flüche zu Verschreiber und gespoilerten Flüchen machst, aber ich weiß gar nicht, ob das möglich ist.
    Die sind so genial, da würde ich ungern drauf verzichten.

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  8. Ach herrjeee…. jetzt habe ich verwöhnte Göre gar keine Lust mehr zu lesen…. Du hattest mich davon entwöhnt, verdammt. Der Tod des Podcasts… ja, das passt. Ich bin Dir sehr böse, Seppo und schließe mich meiner Vorschreiberin an (also mluniverse)… Ein Schock sondergleichen! Erst preist Du was an und lässt uns dann sitzen. Näää…. Ich kann jetzt nur mutmaßen um was es im Text geht, irgendwas mit Sterben. Der Tod steht immer neben mir habe ich so das Gefühl und er flüstert mir immer ins Ohr, dass bald Zeit ist. Ein wenig Angst habe ich schon aber ich weiß auch, dass drüben die Sonne niemals untergeht und sah das schon in Träumen, also ich bin mal gespannt, und sonst nichts, muss ja sein, also warum sich auflehnen. Wenn es dann doch soo schön wird. Naja, alles ist möglich. Im Leben jedenfalls ist das schonmal nicht so! Jedenfalls bei mir nicht, dank Rassismus, bisschen anderer Hautfarbe, Frausein, etc, etc, etc… die Welt ist voller Schranken… Daher gehe ich leichten Fußes und sehr neugierig sobald ich dran bin.
    Und ich betone nochmal: ich bin BELEIDIGT… wegen dem Podcast.
    Genug krass protestiert???
    lg…

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  9. Hallo! Ja, mit dem Artikel sprichst du mir wahrlich aus der Seele. Hatten leider selbst in der Familie vor kurzem einen Todesfall.
    Aber auch davor hegte ich manchmal den Gedanken und stellte mir vor, was wäre wohl wenn mich in diesem Augenblick der Tod ereilt? Wie würde meine Familie wohl reagieren?

    Auch wenn das vielleicht für manche kaltherzig klingen mag, aber ich denke, da sich der Tod ja nicht vermeiden lässt und er eine konsequenz des Lebens ist, sollte man vielleicht mehr darüber Lachen. Da ich selber einmal eine zeitlang mit einem Bestattungsunternehemen zu tun hatte, kann ich sagen, ohne einen funken, schwarzen humors, könnte man solche Berufe gar nicht ausführen!

    Aber ich denke, jeder muss selbst herausfinden, wie er am leichtesten mit dem Thema umgeht. Ob mit Humor oder Trauer oder anders.

    Wünsche noch einen schönen Tag und schöne grüße
    Matthias

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  10. Licht und Bewegung helfen in solchen Situationen. Manche muss man allerdings einfach aushalten, ebenso wie eine mögliche Erweiterung der Persönlichkeit, die sich daraus vielleicht ergibt.

    Für andere Phasen von Schlaflosigkeit habe ich einen Mix mit Meeresrauschen auf dem Handy und für den äussersten Notfall Autogenes Training.

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  11. Herrlich ehrlich!
    Dein humoristisches Schutzschild ist mir von allen Schilden das Liebste. Manche Dosen der Pandora muss man auch gar nicht öffnen. Es reicht das Wissen um ihre Existenz und wo man sie versteckt hat. Soll heißen, denn Du mit der Humor-Strategie gut durchs Leben kommst, warum dann etwas daran ändern?

    Vielen Dank für den Einblick!
    LG vom Zaunfink

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  12. sieh an. deftige scheiße, diese erfahrung der existenziellen angst, richtig?! als gegenpol kann ich sagen, nachdem meine mutter nach vielen gruseligen jahren langsam und unschön verstorben ist: so macht es das auch nicht leichter. so oder so, es rüttelt am karton unserer gemütlichen ignoranz. ich habe mal einen podcast gehört, lange her, von so einem buddha-typen, der jahrelang in irgendeiner höhle gesessen hat und dabei irgendwie ganz viel übers leben gelernt hat……so ein rinpoche, weiß der geier. aber der war ziemlich klug. er meinte: wir alle tragen eine rüstung, die uns schützt. darin sind wir ziemlich sicher, aber sie grenzt uns freilich ab von so manchem. der schmerz nun, diese angst, von der wir hier sprechen ist wie ein kleines loch in dieser rüstung, und nur durch dieses loch sind wir in der lage einen funken der freiheit zu verspüren, die hinter der enge der rüstung liegt. das ist natürlich scheiße, klar. hier drin kennen wir uns aus, und wer will schon löcher in seinem karton. fühlt sich kacke an, sieht kacke aus, ist nicht zeitgemäß. aber……………ich bin überzeugt, dass wir nur durch diese erfahrungen zu einem erleben der essenz dessen kommen, was uns wirklich, wahrhaft glücklich macht. weil – was liegt denn hinter der angst? ich meine, fragen wir uns mal folgendes: warum haben wir denn überhaupt angst? doch nur wegen der liebe. würden wir nicht lieben, also ehrlich, dann hätten wir auch keine angst. dann wäre es uns scheißegal, ob wir irgendwen zurück ließen, oder ob irgendwer von uns ginge. diese angst, wie auch die traurigkeit ist ein ausdruck von liebe. und über das erfahren dieser emotionen angst und trauer kommen wir überhaupt erst zur liebe hin, also so richtig. haben wir angst und traurigkeit integriert, so wird die liebe so viel größer, und wir werden den moment, jetzt, hier, glücklich sein. das ist ohne loch in der rüstung so schlichtweg nicht möglich. also danke, loch, du fieses dings. vorher war ich romantisch verklärt, weil ich das innere meines karton hübsch angemalt habe, aber nun, mit diesem loch, bin ich vollständiger. habe kontakt nach draußen. viel besser so.

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  13. Hallo Seppo,

    in anderen (weiterentwickelteren?) Kulturen wird der Tod gefeiert, gilt als die Krönung des Lebens. Sollten wir versuchen es auch so zu sehen? Menschen, die Nahtoderlebnisse hatten, berichten von einem Gefühl, das man mit Körper NIEMALS erleben kann, also warum dann Angst vor dem Tod? Wir dürfen alle gehen und wir legen nur unseren Körper ab… ich glaube an die Reinkarnation! Wir kommen ja wieder.

    Ganz herzlichen Dank fürs Folgen meines Blogs… 😘

    LG Mona

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    • Meine Angst vor dem Tod ist ja gerade die: dass ich womöglich nochmal wiederkommen muss in all‘ das Elend. Ist irgendwie wie sitzenbleiben. Dann doch lieber einen sauberen Schlusstrich, als diese Endlosschleife (jaja, ich weiß: irgendwann hat man dann den Superlevel erreicht, und alles ist nur noch schön – damit halten sie uns doch überall bei der Stange…)
      Ein schönes Restleben noch wünscht

      Spitzfinder

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  14. […] kommt. Ob man ihn nun ins Lächerliche zieht oder nicht. Auf der einen Seite habe ich wahnsinnige Angst vor dem Tod, auf der anderen Seite spiele ich mit ihm. Ich sehe ihn nicht als Teil des Lebens, was ja auch […]

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  15. Als jemand, der dem Tode schon öfters ins Auge geblickt hat, ( Wortgag ! Watt ein Stuss ! Sämtliche Abbildung des Todes haben leere Augenhöhlen !) sehe ich persönlich die Sache etwas gelassener. Eigentlich hat man Angsdt vor dem Sterben…als einem eventuell längeren Dahinsiehen. Denn Schmerzen ertrage…über lange Zeit ..will niemand.

    Das mit der besseren Verabschiedungsmöglichkeit beim langsamen Dahinsiechen ist genau so eine zurechtgemachte Lüge, wie viele der Dinge, die mit dem Tod zu tun haben. Denn:
    * wer ist denn so selbstsüchtig, dass er das Leiden des Anderen verlängern möchte, um der eigenen Interessen wegen ?
    * wer den Anderen wirklich liebt, hat ihn im Kopf und möchte ihn sicherlich bei besserer Verfassung in Erinnerung behalten, als den sich schmerzwindenden, verfallenden Körper ?

    Wenn man den Tod nicht aufhalten kann, sollte man ihn als das Ende eines, wie auch immer, geführten Lebens nehmen. Bei manchen ist das eine Verbesserung, bei manchen halt einfach das Beenden vom Leben.
    Viele Religionen und Philosophien versprechen ein Leben nach dem Tode, was sui ipso Stuss ist.
    Der Tod ist das Ende von „leben“. Schluss, feddisch, Basta.
    Alles andere danach könnte evtl. eine geistige, wesenhafte Weiterexistenz sein. Auf jeden Fall aber biologisch die Wiedergeburt, als was auch immer. Frag die Maden (nee nich die von Germany ! Die wissen es eh nich) !

    Damit das hier jetzt nicht zu viel wird, nur noch ein sehr wichtiger Bestandteit der weitverbreiteten Todesangst :
    Schau mal auf die Weltkarte. (z.B. mit Guuuugel) ..dann auf Europa…dann auf Deutschland….usw..
    Und ? Was glaubst du wird passieren, wenn du dort nicht mehr existent bist ? …Nix !!!
    Ihr nehmt euch alle viel zu wichtig ! Ich habe in einigen Fällen lernen müssen, dass alles auch ohne mich weitergeht. Und dass selbst nahestehende Menschen nach gewisser Zeit lernen, mit deiner Abwesenheit umzugehen.
    Gerade die Gesellschaft und ihre Bürger, welche all diese Ängste produziert, anheizt und schön am laufen hält, sind die Ersten, welche dich vergissen. „Aus den Augen, aus dem Sinn !“

    Es sei denn, man hat etwas wirklich Wichtiges gemacht und steht in den Analen der Menschheit.
    Ob dir das dann, oben auf Wolke 13 (die 17 ist vom Alois besetzt. Der muss da „Luja sog i“ schmettern.) irgendwie weiterhilft, wage ich zu bezweifeln.
    Also versucht man das Ganze mit Humor und Gelassenheit zu nehmen.
    Lebt so, als wäre jeder Tag euer vorletzter… die ganze Planerei dient nur dem Marketing….
    und das letzte Hemd hat weder Taschen noch Festpattenspeicher….
    Ich wünsche Euch ein erfülltes Leben.

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  16. Vom entkalken werde ich auch depressiv. Das muss an den giftigen Dämpfen liegen. Meine Lösung für deine Todesängste.
    Stell dich deinen Mitmenschen und verkauf die Kaffeemaschine.
    Geh nach draussen, gehe ins Restaurant, und sage alle was du willst, ohne Hemmungen.
    So als Un-Toter kann ich dir sagen, Tod zu sein ist schön. Du spürst nichts mehr. Du weisst nichts mehr. Das Sterben selber ist der Teil, wo das Unrtecht, die Gewalt, die Schmerzen und die Ohnmacht dich wehren zu können, Leid & Wut verursachen. Auf den Teil könnte ich verzichten. Ich würde gerne einmal einen friedlichen Tod erleben, mit lieben Menschen um mich herum.
    ~ 1899 mal den Tod als Kind erlitten (dieses Leben noch nicht mitgerechnet)
    ~ The Highlander

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