Gut aufgestellt: Besuch bei der Arbeitsagentur

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Gut aufgestellt für 2016 sei unser Unternehmen, hat man uns Anfang vergangenen Jahres gesagt. Irgendwie hatte ich es geglaubt und halte die Aussage auch nach wie vor für eine ehrlich gemeinte, die sich allerdings mit der Insolvenz einige Monate später nicht gut vertrug. Im Mai 2016 wurde ich arbeitslos. Wie auch meine grandiosen Kollegen (die es heute wieder sind; also Kollegen).

Arbeitslosigkeit gehört zu einer ordentlichen Berufsbiographie inzwischen dazu, rede ich mir ein, halte es aber für ungünstig, in meiner Branche zum Arbeitssuchenden zu werden. Und das hat man mir bei der Agentur für Arbeit auch sehr deutlich gemacht:

„In unserer Software ist Ihre Berufsbezeichnung gar nicht vorgesehen, Herr Flotho. Was machen wir da jetzt?“

„Dann nehmen Sie ‚Kameramann‘. Aber das bin ich nicht. Schreiben Sie dazu: ‚Das ist er nicht‘.“

Vom ersten Besuch beim „Amt“ wurde der Leser bereits im ersten Teil der heiteren Serie „Gut aufgestellt!“ in Kenntnis gesetzt. Dieses Mal soll es um meinen letzten von insgesamt drei Terminen bei der Agentur für Arbeit gehen. Und ich sage zwei Dinge direkt: Zum einen habe ich bereits wieder einen neuen Job und zum anderen war ich selten zuvor in meinem Leben so nervös wie unmittelbar vor jenem dritten „Gespräch“.

Der tägliche Blick in den Briefkasten war in jenen Monaten von einer gewissen Angst erfüllt, da ich an sich keine Post von der Arbeitsagentur bekommen wollte. Doch, das wird überraschen, gerade als Arbeitsloser bekommt man sehr viel Post vom staatlichen Dienstleister, der mir gegenüber immer wieder betont hatte, dass es ihm nur darum ginge, mich wieder in einen Job zu hieven. Ebenso freundlich war dann auch die Einladung formuliert, die ich im Oktober in meinem Postannahmebehältnis fand:

Sehr geehrter Herr Flotho,

Herr Maloch würde gerne am 25. Oktober 2016 mit Ihnen über Ihre Bewerbungsaktivitäten sprechen …

Beim Lesen dieser Zeilen kann es je nach Betroffenem einige gute Gründe für einen Kreislaufkollaps geben. Bei mir trafen sie alle zu. Insbesondere das Wort „Bewerbungsaktivitäten“ machte mir etwas Sorge, denn es würde wegen des Ausmaßes meiner Aktivitäten ein eher einseitiges Gespräch werden. Ich beschränkte mich nämlich mehr auf Bewerbungspassivitäten.

Und ich überlegte sogar, ob sie um das Ausmaß meiner Bewerbungsaktivitäten wissen und „Aktivitäten“ selbst schon ironisch meinen! Ich verstand es paranoiabedingt (Hallo, Sabrina!) als eine Drohung!

Meine Passivität hatte einen Grund. Nicht etwa war ich unwillens zu arbeiten, sondern ich setzte alles auf eine Karte, die ich hier nicht ganz so ausführlich ausbreiten möchte. Ich hatte nämlich schon ausgesprochen früh nach der Insolvenz meines ehemaligen Arbeitgebers einen Job in Aussicht, der meiner Idealvorstellung ganz und gar entsprach. Und da ich kein Mensch bin, der sich Gedanken um etwaige Pläne B macht, forcierte ich genau diesen einen Job, für den ich das eine oder andere noch tun musste, was günstigerweise mit einem Minijob verknüpft werden konnte, sodass ich ab Juli 2016 einen überschaubaren Betrag zu meinem noch überschaubareren Arbeitslosengeld (dessen Höhe ich übrigens nicht kritisiere) dazuverdienen konnte. Überschaubar blieb es dennoch, aber zum Überleben genügte es.

Es gibt zwei Klischees in diesem Zusammenhang. Erstens heißt es oft, die Agentur für Arbeit sei ein mieser Verein. Ich betone an dieser Stelle abermals, dass ich – klingt kurios, ist aber so – ausnehmend gute Erfahrungen mit den Menschen dort, mit denen ich Kontakt hatte, gemacht habe. Ich kann niemandem etwas vorwerfen, auch war man immer freundlich zu mir. Das mag die Regel sein, vielleicht aber auch Glück. Dieses Klischee also kann ich hier nicht bedienen, so wenig wie auch zweitens:

Zweitens hört man gelegentlich, der Erwerbslose verfalle einer gewissen Lethargie, während ihm sein Tagesablauf entgleite. Das mag hier und da so sein, mir jedenfalls war von Anfang an klar, dass ich nach wie vor zwischen sechs und sieben Uhr morgens aufstehe und mich in meine Abläufe stürze, mit denen ich durchaus 24 Stunden pro Tag füllen kann. So begann ich, massiv Sport zu betreiben, was ich auch jetzt – trotz Jobs – noch weiterführe (muss nun um halb sechs aufstehen, um das unterzukriegen), viel zu lesen und nebenbei die Wohnung zu renovieren. Von Lethargie also keine Spur.

Aber: Bewerbungsaktivitäten?! Gut, es gibt diese Zwangsbewerbungen, die einem das Amt aufdrückt (Man kann sie ausschlagen, doch dann gnade einem Gott!). Dabei geht es bei jedem Betroffenen anders vor. Ich weiß von Kollegen, die sich fünf Mal pro Woche irgendwo bewerben mussten und das inklusive Nachweis darüber, und ich weiß von mir, der in acht Monaten der Arbeitslosigkeit (die auch neben jenem Minijob weiter bestand), sich etwa zehn Mal zwangsbewerben musste. Ich erwähne auch hier wieder mein Lieblingsbeispiel: Ich sollte mich bei einem Frisör in Mülheim an der Ruhr bewerben. Nun hätte ich meinen Sachbearbeiter anrufen, ihn darauf hinweisen können, dass man mir nie eine Schere in die Hand geben sollte. Einfacher aber schien es mir, mich dort zu bewerben. Mit einem zehn Jahre alten Passfoto, das als Bewerbungsfoto herhalten musste. Wer auch immer diese Bewerbung in Händen hielt, wird schnell gemerkt haben, dass ich für vieles qualifiziert bin, nicht aber für das Frisörhandwerk.

Grundsätzlich war ich (anders als unser Unternehmen – ha-ha) eher ungünstig aufgestellt für die Jobsuche. Das, was ich kann, von dem ich sogar selbst glaube, es einigermaßen zu beherrschen, ist nicht in dem Ausmaß auf dem Arbeitsmarkt gefragt, wie es angeboten wird. Ich sah kaum Chancen für mich und wusste zudem sehr gut, was ich auf keinen Fall tun würde. Hartz IV ist mit Sicherheit die absolute Hölle. Doch ich kenne da eine ganz persönliche Hölle, die ich der ersten nicht vorgezogen hätte.

Um halb elf vormittags schlug ich an jenem Oktobertag in der Agentur für Arbeit in Düsseldorf auf, nachdem ich in den Tagen zuvor noch zügig einige Panikbewerbungen rausgeschickt hatte, damit ich Herrn Maloch etwas vorzuweisen hatte. Meine Taktik war diese: souverän auftreten, einigermaßen selbstsicher, absolut höflich und freundlich, nicht aggressiv und eher ein bisschen demütig. Und: eloquent. Ich hatte oft mit Blendern zu tun und mir vorgenommen, nun zumindest auch einmal leicht zu blenden. Es geht überraschend einfach!

Als ich dann im Flur vor dem Zimmer Platz nahm, war jede Souveränität weg. Es fällt mir etwas schwer, es hier zuzugeben, aber ich weiß, dass es manchem meiner früheren Kollegen exakt genauso ging: Ich saß da und mir zitterten die Beine, während die Gedärme Kapriolen schlugen.

Dem noch nie arbeitslos gewesenen Leser sei es erklärt: Man erhält zwölf Monate lang ALG I und wird einigermaßen in Ruhe gelassen, sieht man von den Zwangsbewerbungen ab, die ja auch durchaus eine Hilfestellung sein können. Sie wollen einen damit ja nicht ärgern. Nach diesen zwölf Monaten wird es jedoch unangenehm ernst. Da ich das nicht erlebt habe, kann ich es nur erahnen: Wer sich über das Sitzen bei der Arbeitsagentur beklagt, wird sich dorthin zurücksehnen, sitzt er erstmals in einem Jobcenter. Der Umgangston gegenüber ALG II-Empfängern ist ein anderer als gegenüber ALG I-Empfängern. Zudem ist da die Nummer mit

„Den Job will ich nicht!“

nicht ganz so einfach. Man ist nicht mehr Herr seiner Lage. Und es gab durchaus Tage, da sah ich mich schon – nichts gegen diese Arbeit – als Gabelstaplerfahrer gegen meterhohe Regalwände brettern. Es wäre nicht meine Welt. Und in jener Welt würde mich auch – zurecht – niemand haben wollen.

Und ganz nebenbei macht sich „Hartz IV“ unter „Besondere Fähigkeiten“ im Lebenslauf nicht gut. Man gerät in einen Teufelskreis. Da sollte der Gesetzgeber einmal drüber nachdenken.

Mit anderen Worten: Die Uhr tickte, Hartz IV noch weit am Horizont, aber durchaus präsent in meinem Kopf, da ich ja eh zur Panik neige. Eine Eigenschaft, deren Ausprägung durch solche Erfahrungen durchaus abnimmt. Mit meinen 35 oder 37 Jahren spüre ich erstmals so etwas wie Altersgelassenheit … dazu später mal mehr.

Um elf Uhr werde ich pünktlich von meinem Sachbearbeiter, Herrn Maloch, in sein Zimmerchen gebeten. Meine Hände sind schweißnass, ich reiche ihm also erst mal nur eine.

„Wie geht’s, Herr Flotho?“

Tja, was soll man da sagen?!

„Bestens“, lüge ich, denn ich will ja unfassbar souverän rüberkommen. Was mir nach anfänglich holprigen Minuten auch gelingt. Es hat etwas von mündlichen Prüfungssituationen: Die Atmosphäre einmal erfasst, findet man Halt und fängt sich. Ich lege los. Denn das ist mein Plan. Ihn gar nicht groß zu Wort kommen zu lassen, da ich folgendes erst gar nicht hören will:

  • Herr Flotho, Sie haben sich hoffentlich zahlreich beworben?
  • Herr Flotho, Zeitarbeitsfirmen kommen jetzt für Sie leider in Frage.
  • Herr Flotho, schon einmal daran gedacht, nach München zu ziehen?
  • Herr Flotho, Bock auf Umschulung? Frisör?
  • Herr Flotho, Bock auf VJ?

Ich also: „Ja, sieht gut aus bei mir.“

Das ist übrigens so nicht gelogen, aber massiv optimistisch und eben mein einziges und bestes Blatt.

„Da wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Vollzeitjob draus!“, utopiere ich weiter, denn sicher kann ich nicht sagen, dass aus dem Minijob, der noch minier ist als ein eigentlicher Minijob, tatsächlich die Vollendung meines Planes A werden würde.

Im Nachgang habe ich nicht ohne Stolz gedacht, dass ich Herrn Maloch tatsächlich mit meinem fast schon lässigen Optimismus überrollt habe. Es ist eine Kunst, das Gegenüber für sich einzunehmen. Und eine Sache gab mir schon seit dem Morgen Auftrieb: Eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

Trivia: Es war ausgerechnet dieser Blog, der mir zu diesem Vorstellungsgespräch verholfen hatte … Das seppolog ist plötzlich mehr als nur ein Hobby.

Aus dem Nichts heraus tat sich ein Plan B auf … der wenige Tage später obsolet geworden war. Ich durfte mir die Arroganz leisten, das Vorstellungsgespräch abzusagen. Da ich einen neuen Job hatte.

Andernfalls hätte ich zu einem weiteren Gespräch mit Herrn Maloch gemusst: am 27. Dezember. Freunde, geht’s noch?! Zwischen den Jahren?! Zur Arbeitsagentur?! Gut, es kam nicht dazu.

Die zweite Arbeitslosigkeit, die ja nicht zwangsläufig kommen muss, sähe ich vermutlich um einiges gelassener, zumal dann breiter aufgestellt, nachdem ich einige Dinge aus meinem Lebenslauf getilgt haben werde. Überlegt Euch gut, womit Ihr anfangt, manch einer meint, Euch darauf festlegen zu dürfen.

Im Grunde ist es zunächst kein Weltuntergang, in die Arbeitslosigkeit zu geraten, da man ein ganzes Jahr hat, dort wieder herauszukommen, was im Einzelfall natürlich dennoch, aus welchen Gründen auch immer, nicht so einfach sein muss. Doch wie das so ist, vergehen solche Fristen, deren Ablauf man keineswegs erleben möchte schneller als beispielsweise das Warten auf Weihnachten. Irgendwann ist ein halbes Jahr rum und man beginnt, die Monate zu zählen. So war es bei mir. Und exakt dieses Ticken der Uhr machte mich von Monat zu Monat nervöser. Und das als Uhrenfreund …

So ich es nicht vergesse, erleben wir im nächsten Teil dieser aus dem Leben gegriffenen Serie, wie die Agentur für Arbeit mir zwei Monate lang kein ALG I gezahlt hat. Weil sie mir nicht glaubte, dass ich arbeitslos sei. Im Nachhinein recht lustig.


Was esse ich nun? Auf Facebook poste ich kein entsprechendes Foto.

28 Kommentare

  1. Aus meiner eigenen Erfahrung leite ich einfach mal die These ab, dass die oben erwähnte eintretende Lethargie unmittelbar mit der Dauer der Arbeitslosigkeit zusammenhängt.

    Wenn man, wie ich, nicht dem Prototyp des begehrten Arbeitnehmers entspricht, einen monatelangen erfolglosen Bewerbungsmarathon hinter sich gebracht hat und irgendwann die Schwelle zum ALG II und zum JobCenter überschritten hat („Ihr, die ihr eintretet, lasst alle Hoffnung fahren“), dann erscheint einem eine Phase der gepflegten Lethargie als durchaus angemessene Reaktion. 😉

    Die notwendige Kurskorrektur, um aus dieser Phase dann keinen Dauerzustand werden zu lassen, fällt ebenfalls umso schwerer, je mehr die Zeit voranschreitet.

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  2. Ich habe mal einige Jahre in dem durchaus ungeliebten Job als Bewerbungstrainer meine (recht trockenen) Brötchen verdient. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Zwangsbewerbungen mit dem Gießkannenprinzip an die Arbeitssuchenden ausgestreut werden. So ein armer Unternehmer, der wahnsinnig genug ist, sich mit der Mitarbeitersuche an das Arbeitsamt (oder wie es gerade mal wieder heißen sollte) zu wenden, der wird mit Massen von Bewerbungen überschüttet. Da kommen schnell mal 100 oder mehr zusammen.

    Rechnen wir salopp mit 101 (Zwangs-)Bewerbern für eine Stelle. Dann müsste man 100 Unterlagen zurück schicken. Sind allein nur an Porto 145 €. Ohne Arbeitszeit und Verpackungs-Kosten. Allerdings fällt mir gerade auf, dass man da eigentlich mindestens einen Mini-Job daraus machen könne. Oder wie wäre es mit Selbstständiger Unterlagenrücksender?

    Das zum Thema: „, wenn sich die – durchaus ernst gemeinten Bewerbungen – wenigstens in Form einer Absage zurückmelden würden…“
    Ist traurig, aber leider wahr.

    Trotzdem: Kopf hoch!
    Conny

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    • frage: ich komme aus der Schweiz und bei uns ist es üblich, dass in der ausschreibung schon steht – schriftliche bewerbungen werden nicht zurückgesendet! bitte melden sie sich zuerst telefonisch oder elektronisch.

      die formate (docx oder pdf nicht grösser als 3mb) werden angegeben und auch ob sie (bewe-schreiben, cv, zeugnisse) es in einem pdf oder in mehreren akzeptieren.
      sprich: „papierform ist grundsätzlich unerwünscht“!

      ist das bei euch noch nicht so verbreitet?

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      • Kommt drauf an. Versicherungen, Banken etc. wollen Bewerbungen in Papierform. Da ist die gesamte Branche extrem konservativ. Gibt auch Leute, die bewerben sich nicht auf dem Internet, z,B, Erzieher oder so.

        Ich bin IT-ler, ich schreibe keine Bewerbung auf Papier, E-Mail gibts seit 1992, es st 2017 – kann man sich drauf einstellen, wenn man einen IT-ler will.

        Bei uns in Deutschland ist es grundsätzlich gemischt, gibt welche, die wollen noch handgeschriebene Lebensläufe (CVs) und viele, die wollen genau diese Lebenslüfe eingescannt.

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  3. Beim Lesen so vor mich hingekichert, dass meine Kollegin mir gegenüber gefragt hat, was los sei.

    „Dann nehmen Sie ‚Kameramann‘. Aber das bin ich nicht. Schreiben Sie dazu: ‚Das ist er nicht‘.“

    Zusammen mit dem Namen des Sachbearbeiters hat das Loriot-Qualität, danke!

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  4. Oha, das klingt ja bei dir alles viel lustiger als es wahrscheinlich ist O_o
    Ich finde es übrigens sehr angenehm mal von jemandem der es erlebt hat zu erfahren, das Arbeitslosigkeit keine Schande ist und man da ieder raus komt. Anders als bei dir wird in unserer Schule das genaue Gegenteil geleht; im Sinne von: Bist du Arbeitslos hast du dein Leben verbockt. Da geht das Selbstbewustsein dann schon mal schneller runter als der IQ von AfD-Wählern…
    LG Lenniac

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  5. Jo. Berufsbezeichnung. Das auch ein Thema in meiner Arge.“Produktionshelferin geht ja nicht mehr.“-„Nee, geht ja nicht mehr wegen der kleinen Kinder und der Schichtarbeit.“-„Würden Sie auch putzen gehen?“-„Ja, aber nich im Altenheim. Und nicht im Op. Wegen dem Blut. Ich kann kein Blut.“-So sinnfrei irgendwie.

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  6. Immer spannend wenn man mit dem Jobcenter zu tun hat. Man muss das sportlich sehen, wir Deutschen lieben das Papier und müssen immer neues produzieren. Wenn man aber bedenkt das die Jungs, die dort arbeiten, sehr unterschiedliche Menschen bearbeiten müssen, kann man verstehen das sie ziemlich frustriert sind.
    Es ist ja bekannt , dass z.B. auf Mallorca so einige , nicht zu vermittelnde , Arbeitslose sitzen und sich das Geld nach dort überweisen lassen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

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  7. Also ich hätte mehrere „Fake Bewerbungen“ geschrieben und an irgendwelche blöden Unternehmen gesendet.
    Und das ganze als Kopie mitbringen und denen auf den Schreibtisch knallen.

    Oder die Fakes erst gar nicht absenden….. glaube nicht dass die das Nachfragen. Und wenn doch, dann ist es auf dem Postweg verloren gegangen.

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      • Ja, wie gesagt: Man kann sich auch bei irgendeinem doofen Unternehmen mit ner unpassenden Bewerbung bewerben. Die nehmen einen dann höchstwahrscheinlich nicht aber die Bürokraten lieben es wenn sie merken dass man sich sowas von einsetzt.
        Aber ok, ich will nun nicht den Besserwisser machen. Ich jedenfalls habe diese Bürokraten gefressen.

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  8. War vor 3 Jahren zuletzt bei der Arbeitsagentur, um für Paula eine Information einzuholen. Da war der Ton schon rauer als vor zwanzig Jahren, als ich mich dort zuletzt arbeitslos und willig zu einer Fortbildung gemeldet hatte.

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  9. Lieber Seppo,

    im letzten Jahr musste ich mich ebenfalls als „suchend“ melden. IT Markt ist gut, ich wurde erst gar nicht abeitslos. Mir sagte man, meine Gehaltsvorstellung sei illusorisch (verdiene jetzt mehr, als ich da angegeben hab), meine Quali wär eh nix wert (abgeschlossenes Studium), und überhaupt, ich könnte ja nix (MCSA, MCP, MCDSE, usw.).

    Ich habe verstanden, dass ich von da nichts zu erwarten hatte, wobei ich das schon vorher wußte. Ich habe mich selber aktiv beworben, Also 4 Bewerbungen versendet, 3 mal zum Gespräch eingeladen, vom 1. sofort eingestellt, ich habe die anderen Gespräche abgesagt.

    Die Leute vom Arbeitsamt können Generalisten helfen, einen neuen Job zu finden, aber auch nicht in jeder Brnche. Einer Verkäuferin bestimmt, einer Fachverkäuferin vielleicht, jemandem mit 15 Jahren Erfahrung in der Gamer-Szene auf keinen Fall.

    Um das zu können müssten diese Sachbearbeiter selber am Arbeitsmarkt aktiv sein, die Branche kennen, die Arbeitgeber kennen, die spezillen Anforderungen kennen. Das mag vor 30 Jahren der Fall gewesen sein aber heute? Vor 30 Jahren hat einer Leute vermittelt, die aus einer Branche kamen, zum Beispiel., Der wusste, wer in der Region Leute für Trockenbau suchte oder welche zum Zeichnen, IT hätte der nicht gemacht.

    Das ist der Unterschied, wenn man nach 1. Buchstaben Nachnamen vermitteln muss.

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  10. Tja, das mit dem Arbeitsamt ist so eine indifferente Sache. 2004 hab ich Knall auf Fall einen Job gekündigt, den ich nichtmehr ertrug. Mh, ohne neue Option und zu einem schlechten Zeitpunkt für meine Branche. Mh, selbstverschuldet. Das Arbeitsamt war überraschend nett. Die Sachbearbeiterin super. Ich war noch jung, und nachdem so nach 4 Wochen abtauchen die Erschöpfung vom alten Job nachließ, kam direkt die „oh mein Gott, arbeitslos mit 24“ Panik. Man bekam damals 5 Euro pro Bewerbung Kostenerstattung. Meine Sachbearbeiterin drehte fast hohl, weil ich ihr jede Woche 4 volle Nachweisbögen auf den Tisch legte. Initativbewerbungen im 200km Radius. Ziemlich erfolglos. 4 Monate später, schickte sie mir ein Ausschreibung für Dauernachtschicht bei München, begrenzt auf 3 Monate. Nicht mein direktes Feld aber ok, 3 Monate München. Cool. Probieren. Aus den 3 Monaten wurden 3 Jahre. Dann schloss der Laden. Dieses mal Arbeitsamt München, und die erste Zwangsbewerbung. Noch bevor mein alter Arbeitgeber schloss und ich nur einen Cent Geld vom Staat erhalten hatte. Aber hola, und dann auch noch die selbe Firma, die ich 3 1/2 Jahre vorher fluchtartig verlassen hatte. Also, aus reinem Zwang beworben und *scheisse* eingeladen. Mein alter Boss, der mich nicht persönlich kannte wegen anderer Aussenstelle, grinste mich an und schob mir den Arbeitsvertrag über den Tisch. Ich erbat mir zwei Tage Bedenkzeit, nahm den Vertrag und floh.
    Das Schicksal hatte nachsehen, daheim sass ich verzweifelt vor meinem Computer und suchte Stellen. Ich schickte wenig hoffnungsvoll eine e mail Bewerbung los, und 10 Minuten später kam der Anruf. Morgen zum Vorstellungsgespräch. Oh, zum Glück. Ich hätte alles unterschrieben.
    Jahre später sass ich auf der anderen Seite des Tisches, und fragte mich, warum das Arbeitsamt München einen Fusspfleger zwingt sich auf eine Stelle zu bewerben die ein MTA Staatsexamen zwingend voraussetzt. Aber vielleicht sollten wir mehr arbeiten und er uns die Füsse massieren? Wer versteht schon das Amt.

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    • Meine letzte längere Arbeitslosigkeit liegt schon mehr als 15 Jahre zurück. Das Amt war damals ziemlich arrogant. Alle 3 Monate antanzen, sich ständig rechtfertigen wieso man noch keinen Job hat, aber keine einzige Stelle von denen auf die man sich bewerben könnte. Tja wo hab ich nur die fast 100 Stellen gefunden auf die ich mich beworben habe?^^
      Aber ich wünsch dir viel Glück und Spass in deinem neuen Job.

      Gefällt 2 Personen

      • Ich glaube, das ist ein Missverständnis. Die Geschichte ist von 2004. Das ist lange, lange her. Ich arbeite schon Jahre für meinen aktuellen Arbeitgeber. Und bin gerade in Mutterschutz.
        Allerdings find ich einen 3 Monats Rhythmus jetzt nicht so krass. Ich war nur 5 Monate arbeitslos, so mit hätte es mich nur 1 mal erwischt. Und ich glaub, 2004 hatte ich mehr Termine. Beim zweiten Mal, bin ich dann doch noch nahtlos von einem Job in den anderen gewechselt. Trotzdem hatte das Arbeitsamt München direkt Druck gemacht, dabei war ich nicht einen Tag arbeitslos. Hatte aber schon 1 Zwangsbewerbung, obwohl ich noch gearbeitet hab. Die Münchner Ämter sind ein bisschen Gaga.

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        • Hallo doppelteportion,

          die guten Wünsche für den neuen Job waren auch an Seppo gerichtet 🙂
          Und was das alle 3 Monate antreten betrifft, der 3-Monate-Rythmus war ned das Problem. Mehr gestört hat mich die Arroganz des Sachbearbeiters der nicht in der Lage war mir offene Stellenangebote zukommen zu lassen. Aber mir zeitgleich vorwirft das ich nach fast einem Jahr noch immer nix hatte.
          Also ich bin immer heilfroh wenn ich da nicht hin muss. Leider bleibt es in ber Baubranche manchmal nicht aus das man im Winter dort vorstellig werden muss 😦
          Aber um hier nicht alles schlecht zu reden, die Sachbearbeiterin die ich letzten Winter hatte war wirklich sehr zuvorkommend.

          Gefällt 1 Person

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