Gut aufgestellt für 2016: Die Pleite

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Dass wir für 2016 „gut aufgestellt“ seien, hat man meinen Kollegen und mir zum Jahreswechsel vor zwölf Monaten mitgeteilt. Fünf Monate später dann musste ich mir mehrfach den Spruch anhören:

Wo sich eine Tür schließt, da öffnet sich eine andere.

Meist wurde diese Phrase ergänzt durch:

Ihr könnt es sicher nicht mehr hören. Aber es ist so!

Das stimmt. Ich konnte es nicht mehr hören! Doch ich muss auch zugeben, jenes Sprichwort trifft tatsächlich zu. Es öffnete sich eine neue Tür und ohnehin war mir im Mai 2016, als mein Arbeitgeber in die Insolvenz ging, aus der er heil nicht mehr herauskam, nach einem Einschnitt zumute, der sich aber eher im privaten Bereich abspielen sollte, nicht im beruflichen!

Es war der 4. Mai 2016, als uns der Insolvenzverwalter mitteilte, dass das Unternehmen nicht mehr gerettet werden könne, wir uns also am 6. Mai bei der Arbeitsagentur melden müssten. Der 5. Mai war ein Feiertag, Christi Himmelfahrt, oder auch: Seppos Fall in den Rhein …

Wir naiven Idioten hatten noch am Nachmittag jenes Tages geglaubt, wie gewohnt unsere tägliche Sendung produzieren zu können. Denn die Signale vor dieser Hiobsbotschaft waren eher positiv, bis dann der Moment der Versammlung der (verbliebenen) Mitarbeiter und dem Insolvenzverwalter kam. Live tickerte ich Sabrina USA, einer Freundin und ehemaligen Kollegin, via Facebook den Stand der Dinge und als der dann klar war, schrieb ich ihr:

Es ist vorbei.

Ich könnte nun schreiben, ich hätte es nicht sofort geglaubt oder realisiert, aber ich habe es sofort geglaubt. Es war der schlechteste Fall eingetreten. Gut aufgestellt für 2016. Galgenhumor brach sich Bahn unter den Kollegen und „gut aufgestellt“ wurde zum running gag. Wenn ich heute in der Wirtschaftspresse lese, ein Unternehmen fühle sich „gut aufgestellt“, denke ich mitleidig: „Ihr armen Trottel. Sucht Euch schon mal einen neuen Job!“

„Es ist vorbei.“

Das Blut schoss mir in den Kopf und um das deutlich zu sagen: Mich traf es massiv. Nicht das Blut, die Botschaft. Nicht nur der Verlust des Jobs, auch oder gerade der des Teams. Und ich stellte mir die Frage, ob ich darüber hier im seppolog schreiben würde, da ich doch über so ziemlich alles blogge. Was aber nicht zutrifft, vieles spare ich aus. Und ich entschied mich, das seppolog nicht zum Jammerblog eines Arbeitslosen zu machen, die Geschichte dann erst aufzuschreiben, wenn sich jene neue Tür geöffnet hat. Das hat sie mittlerweile und ich kann für mich sagen, was man im Nachhinein immer leicht sagen kann:

Die Pleite war nicht nur schlecht für mich.

Ich kann da freilich nur von mir sprechen, weiß aber von zumindest einem Kollegen, dass er es genauso sieht. Ich gehe jetzt sogar so weit zu sagen, dass sie zum richtigen Zeitpunkt in meinem Leben kam.

Doch dazwischen liegen acht Monate. Morgen vor acht Monaten also lief ich deprimiert über den Parkplatz unseres Senders, der von unerlaubt von einer Pizzeria mitbenutzt wurde. Ein, zwei Kollegen hatten Tränen in den Augen, ich hob mir das für später auf und rief zunächst meine Mitbewohnerin an:

„Ich bin nun arbeitslos. Es gibt keinen neuen Investor.“

„Wir schaffen das.“

War ja auch alternativlos. Denn welche Wahl hat man?!

Die ersten Tage nach dem gescheiterten Insolvenzverfahren waren die härtesten in meinem Leben. Das spricht auch ein wenig für mein vorheriges Leben, das offenbar nicht so übel war. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie viele Tage ich regungslos am Küchentisch saß und die Wand anstarrte. Auf der anderen Seite habe ich mir immer wieder gesagt, dass es Schlimmeres gibt. Krankheiten. Tod. Aber dennoch war die Nummer ein erheblicher Stimmungskiller und ungeeignet dazu, 2016 zu einem tollen Jahr zu machen.

Der wohl größte unmittelbare Fehler aus meiner Sicht war der, direkt an Christi Himmelfahrt, was ja auch Vatertag ist, mit den Kollegen am Rhein „saufen zu gehen“, einen Tag nur nach der Pleite. Dieser Abend verlief für mich nicht unbedingt würdevoll, aber er passte in die Zeit. Überhaupt war so vieles bar jeder Würde in meinem Leben in jenen Tagen. Schnell wurde mir klar, dass ich diesen beruflichen Einschnitt unbedingt würde nutzen müssen für einen privaten. Neuanfang auf allen Kanälen. Tabula rasa. Alles in Frage stellen. Taue kappen. Und es tat so gut.

Ein weiteres Besäufnis später, das im privaten Rahmen stattfand und in der Beschimpfung von irren Investoren mündete, schleppte mich meine Mitbewohnerin in den Park. Der Leser darf es sich so vorstellen, dass meine Lethargie zu einer völligen Antriebslosigkeit geführt hatte und der Gang in den Park mir schon zuviel war. Was machte diese Lethargie aus?

Ich weiß nicht, was mich mehr beschäftigt hatte: dass ich nicht mehr mit diesem großartigen und vermutlich einzigartigen Team zusammenarbeiten durfte oder dass ich schlicht arbeitslos war? Arbeitslosigkeit war neu für mich, ich wusste gar nicht, was da auf mich zukommen würde. Da kam einiges, dazu in späteren Artikeln einmal mehr …

Nun war da ja auch ein enormes Plus an Freizeit und ein herrlicher Frühling. Erste Warnungen erreichten mich, dass ich nun bloß nicht im Trainingsanzug auf dem Sofa zuhause versacken sollte, was mir aber absolut fernlag. In den Monaten der Arbeitslosigkeit blieb ich Frühaufsteher und startete ein umfangreiches Krafttrainingsprogramm, das sich bis heute ausgezahlt hat und das ich trotz neuen Jobs weiterführen werde. Im Laufe der Wochen fasste ich wieder Mut, zumal ein potenzieller neuer Arbeitgeber schon im Mai auf mich zukam – mein Plan A. Einen Plan B hatte ich erst viel später und ich darf schon einmal verraten, dass es letztlich Plan A war, der aufging.

Nach ein Paar Wochen fühlte ich auf mehreren Ebenen eine Befreiung, die dringend für mich persönlich notwendig war, um in meinem Leben aufzuräumen. Nebenbei lernte ich neue Menschen kennen, die ich – so kurios es ist – womöglich in Teilen ohne die Insolvenz so gar nicht kennengelernt hätte! Im Privatleben verbesserte sich einiges, doch nun war es die Arbeitsagentur, die mich auf den Boden der Tatsachen zurückholen sollte …

Wirklich unvergessen bleibt für mich mein erster Tag im Arbeitsamt. Man ist Kunde! Was für ein Euphemismus! Ich war gezwungen, Kunde zu sein! Unser Team hatte immer untereinander darüber gescherzt, dass wir alle irgendwann geschlossen in den Fluren der Arbeitsagentur Düsseldorf auftreten! Was in der Theorie so witzig war, war in der Praxis zumindest schwiiierig. Es war der Tag nach dem Besäufnis am Rhein, nach Christi Himmelfahrt, als Kollege B. mich um zehn Uhr morgens abholte. Ich will nicht drumherum reden: Ich war natürlich noch randvoll. Die Situation habe ich überhaupt nicht für mich erfassen können, was aber auch nicht das Schlechteste war. Rational wusste ich natürlich, jetzt geht’s zum Arbeitsamt, aber es war surreal. Man kommt da rein in dieses Gebäude und wird innerhalb weniger Minuten Teil einer erbarmungslosen Maschinerie. Ich betone aber ausdrücklich, dass ich überwiegend freundlich und respektvoll behandelt worden war, auch wenn man mir früh angekündigt hatte, dass sich das nach einem Jahr der Arbeitslosigkeit ändern würde:

„Im Jobcenter herrscht ein anderer Ton, Herr Flotho!“

Doch dazu soll es nicht mehr kommen.

Für die, die noch nie in den Genuss gekommen sind: Man reiht sich in eine Schlange ein, in der nicht die beste Stimmung herrscht. Für Facebook wollte ich dort ein Foto machen; mit mir in der Schlange. Freilich ist das verboten, was mein betrunkener Kopf wohl nicht erfasst hatte. Schade, was gäbe ich heute für dieses Foto!

Ein extrem unfreundlicher Herr registrierte meine Kollegen und mich. Nachfragen waren nicht zugelassen und ich bekam eine erste Ahnung davon, wie es ist, unfrei zu sein. Zusammen mit Kollegen S., mit dem ich das außerordentliche Vergnügen habe, heute abermals zusammenzuarbeiten, wurde ich zu einem „Terminal“ geschickt. So nennen sie dort personal computer, an denen man sich anmeldet und etwas leistet, das ich wie einen Offenbarungseid empfunden habe. Die Situation hatte unendlich viel Komik. Bei all ihrer Tragik. Denn die Online-Formulare haben uns gnadenlos überfordert. Man möchte ja meinen, man könnte sie so gestalten, dass jeder Idiot sie versteht, aber nein, es war alles andere als intuitiv, sodass wir uns gegenseitig zu helfen versuchten. Es war ein bisschen wie in der Schule während einer Klausur:

„Was hast du bei ‚Arbeitgeber anzeigen ja/nein‘ angeklickt?“

„Ich hab keine Ahnung, was die hier von mir wollen.“

„Was gibst du bei Berufsbezeichnung ein? Producer? Haben die hier nicht. Ich bin hier nicht vorgesehen.“

„Videojournalist? Wollte ich nie sein. Moderator? Kann ich nicht anwählen.“

„Ich soll was drucken. Wo drucke ich denn hier? Wo kommt das raus?“

Mehrfach belästigten wir eine Angestellte, die nach und nach für uns die Formulare ausfüllte, während wir nicht mehr wussten, wie uns geschah.

Mir war damals völlig klar, dass irgendwann in meinem Leben der Moment kommt, in dem ich über diese alberne Situation werde lachen können. Es ist soweit.

Bisschen grotesk wurde es, als wir hernach zu einem persönlichen Gespräch gebeten wurden. Mit einem Menschen! Diskretion wurde kleingeschrieben, S. saß neben mir, zwischen uns nur eine spärliche Trennwand. Ich konnte ihn hören, er mich. Gut, das war uns ja im Grunde egal, da wir ja bis zu diesem Tag noch Kollegen waren und unsere jeweilige Situation ja im Grunde dieselbe war. Unsere Sachbearbeiterinnen stellten uns jeweils Fragen, die wir ebenfalls nicht alle auf Anhieb beantworten konnten, sodass wir uns über die Trennwand hinweg beraten mussten.

„S., sie will von mir wissen, zu wann wir freigestellt sind und wann arbeitslos. Wissen wir das? Hat man uns das gesagt?“

„In dem Wisch vom Insolvenzverwalter steht es drin.“

Denn wir waren beispielsweise nicht einfach arbeitslos, wir waren „freigestellt“. Das ist was anderes. Aber letztlich dasselbe. Unsere Ärsche hat es zumindest nicht gerettet.

Nach vielleicht einer Stunde war das Abenteuer vorbei. Draußen vor dem Amt trafen wir wieder auf die anderen Kollegen. B. erzählte von seinem Sachbearbeiter:

„Der hatte ’ne Hasenscharte von hier bis nach Wuppertal.“

Ich hingegen zog es vor, den weiteren Tag zu schweigen. Ohnehin rede ich nicht viel, aber so viel habe ich selten geschwiegen. Für mich war ganz eindeutig der Moment gekommen, in dem es sich angeboten hat, einfach mal die eigene Fresse zu halten. Denn ich realisierte mehr und mehr, dass ich ein ernsthaftes Problem habe, bei dem mir die Arbeitsagentur mitnichten weiterhelfen konnte. Was deren Vertreter mir auch vom ersten Tag an klargemacht haben: dass man für Menschen in meiner Branche schlicht wenig bis nichts tun könne. Ich fand und finde das okay, aber ich wusste natürlich, dass sie mich dennoch nicht in Ruhe lassen würden, da sie ein legitimes Interesse verfolgen: die Menschen auf jede erdenkliche Weise aus der Arbeitslosenstatistik herauszustreichen.

Es gibt noch unzählige Dinge, die ich im Rahmen dessen loswerden muss. Das wird auch geschehen. Wer aber erwartet, ich wettere gegen den Staat oder die Arbeitsagentur, der wird enttäuscht, denn ich kann in dem Zusammenhang nichts beklagen. Doch mir bleibt ein Rätsel, warum die Agentur für Arbeit wollte, dass ich mich bei einem Frisör in Mülheim an der Ruhr bewerbe. Ich hab’s getan. Damit sie keinen Grund hat, mir das ALG zu kürzen. Ich habe mich bei einem beschissenen Frisör beworben! Es sind diese Dinge, die ich als Komik im Alltag beschreibe. Und ich freue mich unendlich, nun diese ganzen Geschichten der vergangenen acht Monate hier rauszulassen. Ganz entspannt, da seit drei Tagen offiziell nicht mehr arbeitslos.

Und ich werde Dinge offenbaren, die manchen unruhig werden lässt.

Kleiner Scherz. Doch es sind Dinge, die mich acht Monate lang beschäftigt haben. Da war jeden Tag, ja beinahe jede Nacht dieser eine Gedanke: Du brauchst einen Job. Dringend. Denn ein Jahr vergeht schnell. Und es verging sehr schnell …

Nach einem Jahr gibt es kein ALG mehr. Dann gibt es: ALG II! Und dann gnade einem Gott!

Vielleicht abschließend noch diese Anekdote: Vor einigen Jahren waren meine Mitbewohnerin und ich Gäste einer Hochzeit. Wir kannten kaum jemanden und so saßen einem Pärchen gegenüber, das wir aus tiefstem Herzen auf Anhieb ablehnten. Besonders er war mir aufgrund seiner grenzenlosen Arroganz vom Herz gewachsen. Da saß er, gerade frisch im Job, dessen Zusage er bereits vor Abschluss seines Studiums gehabt habe, und erzählte – ich erinnere nicht mehr den Anlass -, dass er kein Verständnis für Arbeitslosigkeit habe. Dass jeder jederzeit Arbeit finden könne.

Ich war damals selbst noch im Studium, begann allerdings innerlich zu würgen, als ich das hörte. Es macht mich vermutlich zu einem schlechten Menschen, wenn ich diesem Vollidioten zumindest mal eine Woche Arbeitslosigkeit an den Hals wünsche. Woher nahm er diese Arroganz?! Es ist mir unbegreiflich.


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51 Kommentare

  1. Ja, das ist leider das Verlogene heutzutage (oder vielleicht auch schon früher, da hat man es noch nicht so mitbekommen): bis einen Tag vor Stellen des Insolvenzantrages wird im Unternehmen getan, als wollte man die Welt aus den Angeln heben…
    Aber was sollen die BuLi-Trainer sagen, die können ja auch bei „wir stehen zum Trainer und sehen keinen Grund für eine Beendigung der Zusammenarbeit“ schon mal ihren Kram zusammenpacken…

    Meine Vermutung ist, dass bei der Arbeitsagentur der Umgang mit den „Kunden“ (was für ein Euphemismus, als ob sich durch eine Änderung der Bezeichnung automatisch das Benehmen der Mitarbeiter ändern würde) so ruppig ist, damit jeder für den Rest seines Berufslebens dafür sorgt, dass er da nie wieder hin muss.

    Alles Gute jedenfalls für 2017 :-).

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  2. du als Frisör , ich lach mich schlapp ! Ja, da wird so manches komisch wenn man erstmal bei der AA „angestellt“ ist. Ein Koch der zur Müllabfuhr soll, eine Lehrerin zur Reinigungsfirma, da gibts die herrlichsten Stilblüten … ich hoffe dass du im neuen Job möglichst lange bleiben kannst. Doch glaube dass dir die Erfahrung mit dem AA nicht geschadet hat,davon ist die wolfskatze überzeugt.
    Alles Gute fürs neue Jahr 🙂

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  3. Auch von mir alles Gute im Neuen Jahr. Und vielen Dank für den Beitrag. Ich hatte, gleich nach dem Abschluss meines Studiums ebenfalls die Erfahrung mit der Arbeitslosigkeit gemacht. Vielleicht schreibe ich auch mal einen Beitrag über ein skurriles Ereignis, was ich bis heute, mehr als zwanzig Jahre später, nicht vergessen habe.

    Die Sache hat aber auch sein Gutes. Jedenfalls für mich. Es ist etwas, was man unter dem Stichwort Lebenserfahrung abbuchen kann. Man weiß, wie es ist, (fast) ganz unten angekommen zu sein, wenn das Geld nur bis zur Mitte des Monats reicht, wenn man merkt, dass man nicht gebraucht wird.
    Ich kann jetzt, glaube ich, nachvollziehen, wie es den Arbeitslosen, den sozial benachteiligten geht. Ich glaube, dass es meiner Empathie sehr gut getan hat.
    Und ich weiß auch, was ich jetzt habe und schätze das sehr. Diese Krise hat mich, im Nachhinein betrachtet, gestärkt. Wie das oft so ist.

    Leider kann das natürlich jederzeit wieder passieren und dann hilft mir diese Erkenntnis vermutlich auch nicht viel.

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  4. Auch das Unternehmen bei dem ich angestellt war ging vor einigen Jahren überraschend in Insolvenz. Der Chef hatte zwischen den Jahren die Firma ausgeräumt und war weg. Ich kenne auch diese Gefühle am Arbeitsamt, wenn einem signalisiert wird, worauf man „sich einstellen“ soll und für was man maximal noch „verwendet werden kann“. Das Wort Kunde ist wäre echt komisch, wenn es nicht so traurig wäre.

    Mir wurde aufgrund meiner starken Kurzsichtigkeit mich als sehbehindert einstufen zu lassen und dann einen Grafikdesigner-Job zu suchen. Das wäre dann der Stempel gewesen, den ich für den Rest meines Lebens hätte mit mir rumtragen dürfen, also, wenn nicht Jesus vorbei kommt und ein Wunder bewirkt und ich wieder sehend macht. Die Dame meinte ernsthaft, dieser Status würde meine Chancen erhöhen.

    Die blinde Designerin Mitte 40 mit Bandscheibenschaden, darauf haben doch alle gewartet 😀 Am Ende riet man mir (natürlich inoffiziell) meine Papiere zu fälschen, da ich so jung aussehe und im Agenturzirkus aufgrund des Geburtsdatums schon direkt in die Ablage P kam.

    Alles Gute, in solchen Brüchen liegen ja eben auch Chancen!

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  5. Diese Sprüche kann ich auch nicht mehr hören („gut aufgestellt“).
    Ein Kollege von mir, der aus der ehemals befreundeten Firma kam, hat den Spruch auch nie vergessen:
    „Kümmern Sie sich um die Technologie, wir kümmern uns um die Finanzen.“
    Die Technologie war pünktlich fertig, kurz darauf die Firma pleite.

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  6. Im Nachhinein kann man oft lachen. Ich kenne das Spiel. Und das mit den Jobvorschlägen (die genauso wenig Vorschläge sind wie man selbst Kunde) ist schon ein Running-Gag.

    Du als Frisör, meine beste Freundin, eine Requisitenbauerin, als Abrechnungsschreibkraft, eine gehörlose (sic!) Freundin von mir als Call-Center-Agent(sic!), ein Rollstuhlfahrer als Reinigungskraft…

    Obwohl du im Fisörsalon noch irgendwo sinnvoll im Sinne von nicht absolut fehlplatziert gewesen wärest, so es sich um einen Herrensalon gehandelt hätte, der von bärtigen Herren frequentiert worden wäre. Mit Bartölen und sonstiger Bartpflege kennst du dich doch gut aus.

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      • Manchmal gucken die den Leuten ins Gesicht und kriegen Geistesblitze. Mr wurde eins vorgeschlagen, ich könne Gebärdensprachdolmetscherin werden. Das ist wenn man bedenkt, dass ich die Sprache kann nicht die schlechteste Idee, die die je gehabt haben. Im ersten Moment. Ich kann doch nicht gut deutlich sprechen – wie soll ich denn da rückdolmetschen?!

        Wobei natürlich offenbleibt ob die bei dir auch so einen Geistesblitz hatten. Erzieher/Erzieherhelfer hätte doch eigentlich aufgrund des Medienberufes näher gelegen (in deren Logik.)

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    • Ja, man ist da beim Amt schon sehr fantasievoll, was die Einsatzmöglichkeiten der „Kunden“ angeht. Wobei es nichts gibt, was es nicht gibt, nämlich in unserer Niederlassung der Kette „Bar Celona“ (da muss ich jetzt einfach den Namen auch nennen!) einen Rollstuhlfahrer als Bedienung/Kellner :-).
      Ich starre wahrscheinlich immer wie die Schlange aufs Kaninchen, wenn er mit einem vollgestellten Getränketablett auf den Beinen durch den Laden kurvt, aber das klappt top.

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      • Einen Kellner im Rolli würde ich unter gelungener Inklusion verbuchen, gesetzt den Fall, der Betreffende möchte den Job wirklich machen. Wenn einer nicht die letzte Schrottkiste fährt und sein Gefährt und dessen Wendigkeit unter Kontrolle hat (meistens der Fall), dann ist Kellnern überhaupt kein Problem. Ich kannte durchaus Studenten mit Handicap, die so was gern mal machen wollten als Studijob (und so einer ist mit Handicap schon schwer genug zu bekommen), also warum nicht?

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  7. Also zusammenfassend: Glückwunsch.

    Eine Insolvenz habe ich auch schon hintermir, hier waren es Chefs die die Taschen vollgepackt haben und die Firma ausbluten ließen.
    Einen Tag bevor wirklich die Lichter ausgegangen wären fand sich ein Investor, ….Glück gehabt ?

    Zynismus an:
    Und ja wenn man will, findet man schnell einen Job,
    aber man müsste dann wieder bei seinen Eltern einziehen und viele andere Dinge aufgeben.
    Eine Wohnung, Familie etc lässt sich mit den „sofortigen Jobs“ in der Regel nicht finanzieren.
    Zynismus aus.

    Und eine andere ernste Sache:
    Altersarmut.
    Heute sollte man 45 Jahre arbeiten und bekommt dann in etwa die Hälfte vom Ø-netto Einkommen.
    Wenn ein Frau die nebenbei Kinder kriegt diese 45 Jahre überhaupt vollkriegen sollte und dann noch ein heutiges netto von ca 1.800 EUR hätte,
    würde die Rente später ca 900 EUR betragen.

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    • Genauere Zahlen: 42 % vom durchschnittlichen Jahreseinkommen. Derzeit liegt das Brutto-Jahreseinkommen bei ca. 35.000 €, das ergibt dann einen Rentenpunkt, volle 45 Rentenpunkte sind dann das Äquivalent von 14.700 € wert, und zwar vor Steuern und Versicherungen. In diesem Beispiel wären das netto pro Monat 1.096 €, wenn man dieses Jahr in Rente geht, denn die Steuer steigt jedes Jahr erheblich.

      Bei Deinem Beispiel mit den 900 € Rente kommen netto nur 813 € raus.

      Die Beitragsbemessungsgrenze für die Rente liegt derzeit bei 76.200 €, was dem Äquivalent von einer maximal möglichen Jahresrente von 32.004 € entspricht.

      Wieviel so ein Rentenpunkt wirklich bringt kann man aber nie so genau sagen, da ist noch irgendein Nachhaltigkeitsvodoo drin.

      Wer sich da weiter informieren mag dem sei das Blog von Gerd Flegelskamp flegel-g.de empfohlen. Der schreibt zwar seit einem Jahr nur noch wenig aber seine Sammlungen zur Rente sind wirklich gut.

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      • Sei mir nicht böse, aber ein Großteil der Bevölkerung bekommt nochnichtmal das Durchschnittsgehalt.
        Wie Du richtig anmerkst würde man heute 1.096 EUR Rente bekommen, aber die müssten meines Wissens auch noch versteuert werden.
        Kann sich ja jeder selbst fragen ob er von monatlich 1.096 EUR so leben kann, wie er jetzt gerade aktuell lebt.

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        • Wieso böse? Wer kommt denn schon auf 45 Beitragsjahre mit Durchschnittsgehalt? Die aktuellen Rentner bekommen im Schnitt (Quelle: Rentenversicherung in Zahlen 2015, gibts auch online, einfach googlen)

          Alte Bundesländer Neue Bundesländer
          Männer 1.020 Euro 1.111 Euro
          Frauen 566 Euro 824 Euro

          vor Steuern, Tendenz stark fallend.Was mich ärgert ist, dass man so tut als sei das Gott gegeben, dabei ist das ein Umlageverfahren und müsste gar nicht sein. Auch dieses Gewese um die Leistungen des Bundes, als sei das eine Leistung – dabei sind die Versicherungsfremden Leistungen seit Jahren so viel höher als der sog. Ausgleich, den man dann auch noch Großzügig als Steuergeschenk für Rentner deklariert.

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    • Halb-Richtig. Die 45 Jahre voll in Vollzeit hinter sich gebracht und dann noch 63 Jahre sein … dann klappt es für volle Rente ohne Abschläge.
      Wenn man aber 45 Jahre zusammen hat und erst 60 Jahre alt ist, hat man Abschläge zu verkraften. Dann bleibt von Deinen berechneten Beispiel netto 1800,-€ nur noch 750 bis 800,-€.
      Das weiß ich, weil es mir so geht.
      Außerdem … und das ist jetzt doppelt übel: … ist man außerdem Schwerbehindert, nützt einem das wenig, wenn man kann zwar 2 Jahr VOR dem 63. Lebensjahr in den Vorruhestand, allerdings trotzdem nicht ohne Abschläge. Die sind dann allerdings nicht 18% vom Netto, sondern 10% weniger. Da ein Schwerbehinderter Mensch nicht schwerbehindert (ab Gdb – Grad der Behinderung, 50 und mit Ausweis vom Versorgungsamt) ist, weil er das toll findet, sondern weil eine schwere physische oder psychische Schädigung des Körpers vorliegt. Nun findet der Schwerbehinderte das nicht super, dass er die Möglichkeit früher in den Ruhestand gehen zu können … muss das aber vielleicht, weil seine Behinderung zur Arbeitsunfähigkeit und damit zu einem verfrühten Abgang vom Arbeitsleben führt – und muss trotzdem noch Abschläge hinnehmen. Abschläge plus Behinderung gleich Insolvenz im Alter. Nebenher arbeiten gehen? … geht nicht. Nicht weil dieser Mensch das nicht dürfte … nein, der darf – kann aber nicht.
      Darüber werde ich ein Buch schreiben u.a..
      Alles Liebe von der Front gegen den …

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  8. ich befinde mich noch in der Situation, in der Du dich bis vor einigen Tagen befandest, in Gedanken sitze ich an einem Beitrag über etwas, das dir möglicherweise erspart gebleiben ist im Laufe der Zeit bei der *räusper* Bundesagentur für Arbeit(slose) und was in ca. 3 Wochen zur Veröffentlichung kommt, ob ich mich wie du vornehmer Zurückhaltung befleißigen kann in bezug Meckern über’s Amt, wird sich noch herausstellen und was den Spruch angeht. jeder kann Arbeit finden, wenn er will, fehlt da der ergänzende Satz: jedenfalls dann, wenn er (oder sie) davon nicht unbedingt leben muss… seitdem ich 6 Monate zusätzlich zu meinem Einkommen meine Ersparnise aufgebraucht habe, um über die Monate zu kommen, weiß ich nicht, wie meine Reaktionen zu so einem Kommentar aussehen würde.. Ich bin gespannt, wie du deine Zeit als Kunde der Bundesagentur für Arbeit(slose) weiter aufarbeitest 😉 und Glückwunsch zur neuen Stelle!
    Ooops, ein Bandwurmsatz naja, passiert halt mal 😀

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  9. Du bei einem FON Frisör angestellt, der allen Arbeitsamtsmitarbeitern und Innen die Haare macht.

    Hahahaha..

    Es geht so schnell, dass man all dem ausgeliefert ist… brech…

    Gut, dass es für dich einen Weg aus dem Ganzen gab.. und.. du hast es jetzt kennen gelernt.. und kannst dich bei einem hoffentlich nie mehr eintreffenden 2. Besuch dort, vorbereiten, wabnen
    Gruss
    S.

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  10. Lieber Seppo, auch wenn ich zuletzt nicht mehr so oft kommentiert hab – das liebe Leben, neue berufliche Orientierung und so weiter – , freue ich mich sehr, diese Zeilen zu lesen! Wobei, Freude betrifft den Teil, dass du Arbeit gefunden hast und es bei dir weitergeht!

    Das Amt, naja, es ist nicht immer einfach, zwischen Mensch und Maschinerie zu trennen – wobei es dort, wie sowieso überall – genügend Vollidioten, aber auch normale, nette Menschen gibt – sodass dadurch ein Teil des Geschimpfes erklärt wird. Der andere, naja, Idioten im Amt eben.
    Da kann ich den guten Kafka schon ein wenig verstehen, wie er zu solchen Texten kam, und das war nur ne Versicherung. ^^‘

    Achja, und ich schließe mich deinen Schlussworten an, gerade i unseren Zeiten ist es sehr schnell passiert, dass man unverschuldet den Job verliert, oder von der eigenen Arbeit kaum leben kann. Aber was kratzt das Leute mit silbernem Löffel im Rektum?

    PS: Frohes Neues!

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  11. Ich lese deinen Blog seit ca. 8 Monaten und hab mich immer gefragt, wo du die viele Zeit für 2 Blogs her nimmst. Jetzt kenne ich die Antwort 😀 scherz bei Seite, freue mich für dich, dass du wieder was hast. Und freue mich auch darauf noch mehr über diese Zeit zu lesen. Da bald fertig mit dem (oh wunder – bezahlten!) Praktikum und noch ohne Anschlussplan, ist es doppelt interessant für mich 😀 liebe grüße!

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  12. Lieber Seppo,
    gratuliere dir und wünsche einen guten Start und als Schreiberling resp. Autor, könnte ich mir Dich aber auch gut vorstellen. 😉
    Ich muss ehrlich gestehen, dass ich wie der Kotzbrocken – auch schon gesagt habe: jeder kann, wenn er will was Neues finden, man(n) muss halt flexible sein! Allerdings ist das schon fast 20 Jahre her und bei mir klappte das ja auch wirklich so.
    Als gelernter Elektriker hier in der Schweiz habe ich mich dumm und dämlich verdient als Temporärer und konnte freitags Anfragen und montags beginnen. Dies habe ich jeweils nach der Wintersaison als Snowboardlehrer gemacht, wo ich sehr wenig verdiente und meistens danach auch noch Schulden hatte.
    Einmal habe ich eine Woche gearbeitet und bin dann mit meinem Wochenrapport (1600CHF) zu meiner Bank und habe nach zusätzlichen 1500CHF gebeten, da ich ja auch noch Rechnungen zu begleichen hatte. Die Dame am Schalter schaute mich verwundert an und meinte: junger Mann, wie stellen sie sich das vor, wie wollen sie das zurückzahlen? Kein Problem sagte ich, dass ist in 2 Monaten wieder beglichen… was ihr dann doch ein lächeln entlockte und sie meinte, dass könne sie nicht tun. Ich, dann melden sie mich bitte bei jemandem an, der es kann.
    Das war dann der Direktor der mich auch gleich per Lift in sein Büro rief, sich den Rapport anschaute und meinte: junger Mann, ich gebe ihnen 1000.- und wenn sie nächste Woche wieder so einen Rapport bringen, kriegen sie die gewünschten 500.- auch noch. Wieder runter an den Schalter und der guten Frau fehlten die Worte, resp. meinte sie dann: SIE VERDIENEN JA MEHR ALS ICH! (Sie hatte wohl beim ersten mal nur 600.- gelesen)
    Als dann 93 mein Sohn zur Welt kam hörte ich 95 mit Snowboarden auf und fing bei einem Sponsor als Verkäufer/Shopmanager für Snowboard und Bekleidung an und fand es echt Cool, auch wenn ich weniger verdiente. Als 97 meine Tochter zur Welt kam fing dann wirklich mein Vater- oder Familien-Instinkt an zu ticken. Ich wollte mehr und schaute mich um, wo denn die grossen Gehälter zu haben wären und siehe da, dass Internetz war am Boomen.
    Wurde dann auch nach kurzem über einen Headhunter als erster Verkäufer für einen US-Carrier in der Schweiz angestellt und habe mich über die Jahre bei verschiedenen Unternehmen bis ins Management hochgearbeitet, was mir auch ein wenig zu Kopf stieg wenn ich ehrlich bin und mich zum Schluss auch die Familie gekostet hat.
    Nun werde ich 50ig, suche seit 4 Jahren einen Job und höre nur: Überqualifiziert, zu Alt, zu viele Jobwechsel und bin seit einem Jahr auf Sozialhilfe angewiesen und bekomme nicht mal mehr als Elektriker was angeboten.
    Such is Life!
    Gruss Indi

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  13. Das klingt doch nach einem gelungenen Jahresbeginn! Glückwunsch dazu und viel Erfolg im neuen Job!

    An der insolvenzbedingten Arbeitslosigkeit bin ich vor fünf Jahren gerade eben noch vorbei gekommen. Ich hatte mich glücklicherweise bereits zum Jahresanfang entschieden, nach Hamburg zu ziehen und nur ein paar Tage vor Bekanntgabe der „vorläufigen Insolvenz“ (am 1. März, abends per Zweizeiler-Mail) das entscheidende Vorstellungsgespräch. Das Unternehmen konnte sich mit neuem Investor zwar noch eine Weile halten, aber ohne den neuen Job in Hamburg hätte ich zu den Kollegen gehört, die dem Sozialplan zum Opfer fielen.

    Ich habe also schon wenige Jahre nach meinem Berufseinstieg gesehen, wie schnell man seinen Job verlieren kann. Und da ich im Vorfeld bereits (erfolglos) einen neuen Job suchte, weiß ich auch, dass ich am Niederrhein so schnell keinen neuen gefunden hätte. Keinen, der meinen Vorstellungen entsprochen und an dem ich Spaß gehabt hätte. Man verbringt einen Großteil seines Lebens am Arbeitsplatz, also dieser nicht irgendeiner sein, der lediglich dem Geldverdienen dient, während man täglich unglücklicher wird. Und auch die sogenannten „Überbrückungsjobs“ halte ich für gefährlich, denn wenn die Arbeitslosigkeit etwas positives bringt, dann die Möglichkeit, sich (fast) uneingeschränkt auf die Jobssuche zu konzentrieren. Die Auswahlprozesse vieler Unternehmen erfordern teilweise eine Menge Zeit (ich hatte drei! Vorstellungsgespräche für den Job) – die man nicht mehr hat, wenn man beim Frisör arbeitet, weil die Arbeitsagentur einen unbedingt irgendwo unterbringen wollte. Daher halte ich Aussagen, wie „jeder findet einen Job, wenn er denn einen will“, für riesigen Unsinn. Sowas kann nur jemand sagen, der keine Ahnung vom Berufsleben hat und noch nie auf Jobsuche war.

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  14. Ach, herrje – das kenne ich nur zu gut, obwohl es bei mir einige Jahre her ist. Ich musste mich zwar nicht bei einem Friseur bewerben, bekam aber dafür einen „Jobvorschlag“ von der AfA zugeschickt – also eine Abkommandierung, mich dort gefälligst zu bewerben -, angesichts dessen ich mich fragte, ob ich vom Wahnsinn umgeben sei. Ich telefonierte mit dem „Arbeitgeber“, fand schnell heraus, worum es sich handelte – und rief bei der AfA an, um denen mitzuteilen, dass das ja wohl kein seriöses Angebot sein könne. Es half nix – ich musste hin, denn es fand eine „Einführungsveranstaltung“ statt. Den Beleg über meine Anwesenheit habe ich mir schlauerweise schon vor Beginn der Maßnahme abzeichnen lassen, weswegen ich in der ersten Pause auch schon die Biege machen konnte. Zusammen mit einigen anderen, die sich nicht verarschen lassen wollten, denn es handelte sich um … Multilevel-Marketing! In diesem Falle sollte ein überteuertes Gesundheitsprodukt vertrieben werden. Ergo erst teuer die Grundausstattung gekauft und dann quasi von Haus zu Haus an der Tür vertickt! Mehr muss ich zu dieser Vertriebsart wohl nicht sagen, denn es ist allgemein bekannt, dass dabei nur die Spitze der Pyramide profitiert.

    Arroganz wie die des Hochzeitsgastes habe ich wiederholt erlebt. Solchen Leuten wünsche ich mindestens ein halbes Jahr Arbeitslosigkeit, obwohl ich normalerweise niemandem etwas Schlechtes wünsche. Aber ich weiß noch, wie ich mich fühlte. Das Wochenende nach meiner – ebenfalls insolvenzbedingten – Kündigung war eines der schlimmsten Dinge, die ich je erlebt habe. Auch ich starrte im Wechsel die Wand an bzw. dumpf vor mich hin, oder ich weinte. Jemand, der so etwas noch nicht erlebt hat, sollte sich lieber geschlossen halten, statt arrogante Reden zu schwingen und zu vergessen, dass oft eine Große Portion Glück dazugehört, auf dem Posten gelandet zu sein, auf dem man dann arrogant thront und auf die vermeintlichen Nichtskönner und vermeintlich faulen Arbeitslosen herabzublicken.

    Dir wünsche ich alles Gute für 2017! :-I

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  15. Seinen Job zu verlieren, wird heute als Makel gesehen. Wenn man ALG empfängt, ist man ein fauler Versager – wenn man das in den Augen anderer sieht. Auch wenn man nach monatelangem Abmühen, Suchen, Kämpfen noch immer nicht erfolgreich war, kommen sie mit Ideen und Tipps. Und dann will man „Fuck you“ rufen. Einfach so!

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  16. „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ (v. Brecht)
    … sieh´ es unter dem Motto. Du hast gekämpft … und alles hat seine Zeit, seine Berechtigung und seine Auswirkungen. Zeit, weil sie eben jetzt dran war. Berechtigung, weil ich glaube, dass nichts ohne einem Plan vor sich geht. Auswirkungen können große Schritte sein, völlig neue Lebensumstände nachsichziehen und schließlich alles umkrempeln.
    Sei Allzeit bereit und nimm es als Chance.
    … so bin ich auch auf das gekommen, was ich jetzt mache. Alles Gute für Deine Zukunft 😉

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  17. Hallo, Seppo,

    alles Gute zum Durchstarten im neuen Jahr!

    Durch unverschämtes Glück war ich erst einmal arbeitslos, und das ist Jahrzehnte her, lief damals also noch etwas anders ab: Montag arbeitslos melden (ging von meiner gerade begonnenen inoffiziellen Hilfstätigkeit-Arbeitszeit ab), Freitag dasselbe, um mich wieder arbeitend zu melden. Viele Wochen später dann die Überweisung des ALG für diese Woche.

    Ja, das war noch so harmlos, da darf man sich gar nicht mehr beklagen.

    Durch bedauernswerte Freunde weiß ich, wie es heute im „Jobcenter“ zugeht, und schaudernd danke ich Gott, dass der Kelch an mir (bisher, toi, toi, toi) vorüberging.

    Ganz viel Glück zum neuen Start, und ich grinse jetzt schon beim Gedanken an Deine Aufarbeitung der Jobcenter-Besuche im Reich Absurdistan.

    Liebe Grüße

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  18. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Job! Und in einem halben Jahr dann Probezeit verlängern und – ach ne, anders… also das andere, was man so schreibt um einen aufzubauen und, so Zuspruch, eben. Ich musste mich bislang nur Arbeitssuchend melden, habe die Stimmung im Jobcenter auch schon so erlebt. Aber bislang fand ich immer grad so rechtzeitig etwas neues. Meistens hatte ich mehr Glück als Verstand (was dementsprechend sehr viel ist, vermute ich). Oder Gott. Gott kann auch sein. Weiß nicht.

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  19. Solche Typen, wie diesen Hochzeitsgast, sind mir schon öfters über den Weg gelaufen. Die gehören meist zu der Sorte, die anderen die Jobs wegrationalisieren und sich auf Kosten der übrigen Belegschaft profilieren.

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