Seppoversum

Ein guter Autofahrer braucht kein Augenlicht

Vor ziemlich genau zwei Jahren entstieg ich das jüngste Mal einem ICE. Das war in Hamm, wo ich dann in eine Regionalbahn umstieg, die mich nach Münster bringen sollte. Rund vier Stunden Fahrt, mal mehr, nie weniger, lagen bis dahin hinter mir. Stunden, die ich etwa eineinhalb Jahre lang zweimal pro Woche absaß, da ich für einen eher nicht so optimalen Job nach Berlin-Spandau gependelt war. Pro Monat habe ich dafür rund 500 Euro hingeblättert – mit „BahnCard50“. Wer diesen Blog damals schon verfolgt hat, wird die unzähligen Reiseberichte kennen, die ich vor allem deshalb schrieb, um die Fahrzeit totzuschlagen.

Zu so einem Deal gehören immer zwei: Ich wurde nicht gezwungen, das zu tun, aber Sie werden es vielleicht selbst wissen, dass der Arbeitnehmer nach wie vor nicht der ist, der am längeren Hebel sitzt. Es waren also auch die Umstände, die mich in dieses Pendelleben verfrachteten. Drei bis vier Tage Berlin pro Woche genügten, um mir zu zeigen: Das ist meine Stadt mit Sicherheit nicht. Man kann die Art der Berliner gerne „rotzig“ nennen, aber ich nenne sie schlicht „unfreundlich“, wobei ich gerne darauf hinweise, dass selbstredend es auch nette und sympathische Berliner gibt, vermutlich sogar mehr als die das Klischee bestimmende. Und im Übrigen geht mir auch die Ruhrpottschnauze bisweilen auf den Sack, weil sie gerne als Entschuldigung für schlicht unhöfliches Verhalten herhalten muss.

Mir ist klar, ich als Westfale habe auch meine Eigenheiten, die andere wiederum ablehnen. Wir sind halt alle unterschiedlich, der Westfale allerdings ist objektiv betrachtet der normalste, wie Studien ergeben haben, die ich hier nicht weiter verlinken kann, da es sie nicht gibt. Aber ich sage mal so: Wenn Sie hier zum Bäcker gehen, um Teigwaren zu erstehen, werden Sie vom Verkäufer nicht angeraunzt, weil Sie gerade einfach nur da sind. Und wenn Sie den Westfalen für humorlos halten, sind Sie vermutlich Rheinländer, der aus unerfindlichen Gründen glaubt, eine „Frohnatur“ zu sein. Ich halte ihn für geistesgestört, denn platter Witz hat mit Humor einfach mal nichts zu tun. Humor ergibt sich aus Subtilität und Tragik und Kalauer sind nicht Teil von Humor: Es gilt die Grundregel, dass wer sich für witzig hält, es per se nicht ist.

Um das klarzustellen: Das ist hier keine Meinungsäußerung – das ist Fakt. Sie kennen das seppolog, hier wird nicht wild rumgemeint, sondern faktiert.

Um es also nun kurzzumachen: Was hatte ich für einen beschissenen Arbeitsweg! Und ich bedaure sehr ernsthaft jeden, der ähnliche Erfahrungen machen muss. Mein Rat: Setzen Sie alles daran, das zu ändern. Das ist mein Ernst. Seien Sie nicht Sklave der Umstände, die Sie selbst ändern können. Ich brauchte für diese Erkenntnis viel zu lange.

Ende 2018 kehrte ich nach zehn Jahren Düsseldorf nach Münster zurück, ohne auch nur Aussicht auf einen Job zu haben. Priorität bei meiner Jobsuche hatten damals Solidität, Berechenbarkeit und ein kurzer Fahrtweg. Ich zog nicht nach Münster, um im Umland zu arbeiten. Das waren hohe Ansprüche, an denen man auch durchaus scheitern könnte, doch war ich der Meinung, es nach meinem ersten Berufsjahrzehnt, das nicht ganz so rund lief, verdient zu haben, auch mal „an der Reihe zu sein“, an der Reihe zu was auch immer. Mir war aber auch klar, dass es an mir war, die Dinge zu bewegen. Im Nachhinein betrachtet trifft das voll und gänzlich zu – und ist sogar viel einfacher gewesen als gedacht: Übernehmen Sie die Kontrolle über Ihr Schicksal, wo es geht. Seien Sie Herr Ihrer Lage, steuern Sie Ihr Leben selbst.

Ich hatte zu Beginn des Jahres 2019 ein Jobangebot in Hamm. Google Maps informierte mich darüber, dass ich mit 30 Minuten Fahrtweg zu rechnen hätte – außerhalb des Berufsverkehrs. Für mich war sofort klar: Einen Scheiß mache ich. Ich setze mich doch nicht jeden Tag zwei Stunden ins Auto, um zur Arbeit zu kommen. Und Hamm?! Wie oft war ich wie so viele andere auch auf dem Bahnhof Hamm gestrandet, weil Teile des zu „verheiratenden“ Zuges verschollen waren?! Sie werden das kennen. Man will dann nie wieder nach Hamm.

Ich lehnte also ab, sehr ungalant, wie irgendwo hier auf diesen Seiten beschrieben. Die Arbeitsagentur hätte mir daraus einen Strick drehen können, doch eventuelle Sanktionen hätte ich in Kauf genommen. Warum? Weil ich es für eine bessere Perspektive tat. Wenn schon Neuanfang, dann nach meinen Regeln.

Die Rückschau bestätigt mich. Alles richtiggemacht. Heute bräuchte ich dem Rad zur Arbeit 13 Minuten. Da ich aber das Radfahren contrapassiv ablehne, fahre ich mit dem Auto: Hinweg ebenfalls 13 Minuten, Rückweg im Berufsverkehr 20 Minuten. Doch nicht nur die Dauer der Fahrt empfinde ich als Luxus, sondern auch die Aussicht während der Fahrt. Auch wenn in Münster aus unerfindlichen Gründen ich ausschließlich in rote Wellen gerate, kann ich jede Fahrt genießen. Es kommt praktisch gar nicht vor, dass ich beim Fahren nach vorne sehe, da ich mir auch nach zwei Jahren hier gerne die Stadt ansehe. Meine Mitbewohnerin kann als Beifahrerin ein Lied davon singen und wir lassen sie daher an dieser Stelle zu Wort kommen:

Er übersieht Ampeln. Er fragt mich allen Ernstes zwischendurch: „Fuhr ich gerade unter einer Ampel her? War sie grün?“ Biegt er rechts ab, wirft er den Schulterblick über die linke Schulter, weil er sich beispielsweise während des Abbiegens den Gasometer anschauen will, ein Wahrzeichen Münsters. Als wir den Weihnachtsbaum nach Hause fuhren, fragte er mich auf dem Albersloher Weg, warum uns Autos entgegenkamen. Er fuhr auf der Gegenfahrbahn. Weil er mir zeigen wollte, wo noch vor 20 Jahren Panzer verladen wurden.

Ich gebe zu, das klingt beängstigend, ist aber alles relativ kontrolliert. Da muss sie mir einfach mehr vertrauen. Ein guter Autofahrer braucht kein Augenlicht.

Mein Fahrtweg führt mich quer durch die Innenstadt, sodass mir kaum ein Wahrzeichen dieser entgeht. Es beginnt ja schon mit dem Hafen, den ich für einen der schönsten dieses Landes halte, wobei wir natürlich nicht mit Hamburg mithalten können. Danach unterquere ich zwei Eisenbahntunnel, die ich als Kind schon prägnant fand, als meine Familie „in die Stadt“ fuhr, um bei „Horten“ nicht nur einzukaufen, sondern auch zu frühstücken, was ich als die Geborgenheit der 80er-Jahre empfinde. Diese Eisenbahntunnel sollen bald saniert werden, was mich fast etwas traurig macht, da ihre Ziegelsteinoptik etwas Nostalgisches hat.

Es geht weiter zum Ludgerikreisel, wo sich im Berufsverkehr die halbe Münsteraner Bevölkerung aufhält. Ein beliebter Treffpunkt eben, ein Ort zum Verweilen. Weil dort nichts mehr geht. Fünf Zufahrten, fünf Übergänge für die in die Stadt strömende Fußgängermasse. Fünf Einfahrten für die Myriaden an Radfahrern, die einen Scheiß auf Vorfahrtsregeln an Kreisverkehren geben: Sie fahren rein – unabhängig davon, ob gerade ein Auto kommt oder nicht. Und sie überholen rechts. Das muss ich an dieser Stelle einmal hoch verägert sagen: Nichts gegen Radfahrer. Aber wenn Ihr rechts an mir vorbeifahrt, dann ist es nicht mehr mein Problem, wenn ich Euch mit meinen rechten Rädern über den Haufen fahre. Auch für Euch gilt: Man überholt links. Ihr fahrt nicht rechts neben den Autos, sondern mittig davor oder dahinter. Wer sich nicht daran hält: wird überrollt. Und noch so ein Tipp: Wenn es dunkel ist, sieht man Euch nicht.

Nachdem ich also ein, zwei Radler touchiert habe, biege ich rechts ab aus dem Kreisverkehr in die Moltkestraße, wobei ich noch einen dritten Radler aus der Bahn werfe. Die Moltkestraße ist Tempo 30, wie fast alle Straßen in der Innenstadt. Ich weiß das, weil ich hier mit 48 Kilometern pro Stunde geblitzt worden war. Schwungvoll und euphorisch, weil man es geschafft hat, schert man aus der Kreisverkehrhölle aus in die Moltkestraße, beschleunigt auf 70 bis 100 und übersieht das Schild mit der 30. Kann passieren und tut es täglich.

Rechts geht’s weiter auf die Weselerstraße. Während ich zwei rote Ampeln übersehe, beglückt mich der Anblick des Aasees links und der Promenade rechts. 2009 zum „schönsten Park Europas“ gewählt. Hier findet die Montgolfiade statt, das große Fischsterben, hier war Schwan Petra unterwegs und hier rudert die Ruder-Bundesliga. Meine Eltern zwangen meine Schwester und mich in den 80ern zu der einen oder anderen Umrundung. Später lief ich freiwillig um den größten innerstädtischen See Europas, in dem inzwischen auch die Fische wieder ein relativ sicheres Leben führen können.

Links lasse ich dann die Gerichtsgebäude liegen, um auf den weitläufigen Schlossplatz blicken zu können. Unser Schloss ist nicht Neuschwanstein. Es ist besser. 2017 war ich mit meiner Mitbewohnerin in Füssen. Wir schmunzeln heute noch darüber, wie enttäuscht wir waren, als wie Schloss Neuschwanstein sahen:

Das ist Neuschwanstein? Sicher?“, fragte sie mich damals.

„Ja, sehr sicher. Wobei … es ist so klein. Das kann es unmöglich sein!“

Es war Neuschwanstein.

Letztes Wahrzeichen Münsters, das ich passiere, ist die „Blaue Lagune“. Klingt toller, als es ist, doch hier hat sich noch jeder Münsteraner mit Getränken eingedeckt: Es ist die „Aral“-Tanke an der Steinfurter Straße, Ecke Mimigernafordstraße, wo ich wohne. Eines gibt es hier in Münster nicht: die Kiosklandschaft, die ich in Düsseldorf so praktisch fand. Natürlich haben wir hier auch Kioske, aber sie schließen doch überwiegend recht früh. Doch wir wohnen rund 600 Meter von der blauen Lagune, der Kult-Tanke Münsters, entfernt, wo inzwischen auch ein „Rewe to go“ eingezogen ist. Vom Captain Morgan über BCAA-Getränke finde ich hier alles. Nicht selten halte ich freitags nach der Arbeit hier, zumal meine Packstation genau daneben steht.

Links lasse ich auf den letzten Metern den Schlossgarten mit seinem fantastischen Schlossgraben liegen und komme zuhause an. Was nun links lag, liegt morgen früh rechts, wenn ich wieder sehr gerne zur Arbeit fahre!

Lesen Sie den Stolz zwischen den Zeilen heraus? Ich bin mir dessen bewusst und weiß um meine Penetranz. Doch ich sehe es für meine Mitbewohnerin und mich so: Wir haben uns genau das verdient. Und ich weigere mich, den abzulegen. Es ist nicht Stolz auf diese Stadt, denn für diese Stadt kann ich ja nichts, es ist aber der Stolz darauf, ohne irgendwelche Jobaussichten die alten aufgegeben zu haben, um sich einen kleinen Traum zu erfüllen.


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26 Kommentare

  1. Lieber Seppo, seit nunmehr fünf Jahren bin ich untreuer, aber regelmäßiger Blog-Leser. Habe auch eigentlich wegen Dir zu Bloggen begonnen. Hier nun meine Frage zum aktuellen (schönen) Beitrag: Müssen wir unsere Leser jetzt siezen? Habe ich einen Trend verpasst? Viele Grüße
    Gige

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  2. „Und im Übrigen geht mir auch die Ruhrpottschnauze bisweilen auf den Sack, weil sie gerne als Entschuldigung für schlicht unhöfliches Verhalten herhalten muss.“

    Du sprichst mir schon wieder aus der Seele! Ich bin im Ruhrpott geboren (im bereits zum Rheinland gehörenden Teil…) und aufgewachsen, aber mich nervt kolossal dieses Getue um diese „Ruhrpottschnauze“, wenn dahinter blanker Mangel an Höflichkeit steckt. Geht gar nicht, höchstens eben auf den Senkel.

    Ja, und als im „Nordrhein“-Teil des „Potts“ Geborene bin ich gleichzeitig auch noch ganz strenggenommen Rheinländerin, aber auch hier muss und will ich Dir zustimmen: Das, was nicht wenige Rheinländer unter Humor verstehen, finde ich auch gruselig. Es muss daran liegen, dass ich einen urwestfälischen Vater und eine süddeutsche Mutter habe – anders kann ich mir das nicht erklären. Die Mischung macht’s offenbar bisweilen – selbst wenn man kein Münsteraner ist. ;-)

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  3. Und noch etwas, worüber ich einst sehr erstaunt war und dann einen mittelschweren Lachanfall bekam: Eine Bekannte, fest mit dem „Pott“ verbunden und diesen wiederholt preisend – mit all seinen Schattenseiten -, beschwerte sich einst über die „unmögliche und absolut unfreundliche Art der Berliner“. Ich staunte Bauklötze, haben mir doch einst mehrere Berliner höchstselbst gesagt, dass sie und die „Pottbewohner“ so viel gemeinsam hätten – z. B. die „Schnauze“, die auch meine Bekannte stets als ruhrgebietstypisch und liebenswert in jedem Falle preist. ;-)

    Ich selber hatte bis dato nur wenige richtig unschöne Erlebnisse mit Berlinern. Benahm sich jemand wirklich total unfreundlich, ließ ich ihn einfach stehen. Bei den anderen konterte ich – ich komme ja aus dem „Pott“ -, wenn es mir zu bunt wurde, und dann war es meist sehr nett. Man darf halt nur nie ohne Charme und Augenzwinkern kontern. Aber es ist nun auch schon zwei oder drei Jahre her, dass ich das letzte Mal in Berlin war. Es zieht mich auch nicht mehr so sehr dorthin.

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  4. Deine Zeit in Spandau zu nehmen, um damit auf die Berliner Schnauze zu schlussfolgern ist natürlich ein etwas abenteuerlicher Gedanke :-) Denn Spandau und Berlin ist ungefähr so wie Bayern und der Rest von Deutschland…eher Koexistenz denn Gemeinschaft.
    Und du scheinst beim Bäcker offensichtlich versucht zu haben Kleingebäck mit einem Schein zu zahlen. Das geht natürlich nicht, steht aber auch leider in keinem Reiseführer :-)

    Aber schön zu lesen wie gut Münster dir tut.

    Viele Grüße aus Berlin bei Spandau,
    René

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  5. Ich könnte jetzt Bände sprechen, könnte sagen: oh Beppo, ich könnt Dich küssen! aber Du heißt ja Seppo und ich bin müde und wollte gar nicht kommentieren, aber das war mal der wahrste Blog des Jahrzehnts war das… wow… danke für die „Ruhrpottschnauze“, denen hast Du’s aber gezeigt, denn das musste mal gesagt werden. Ich saß mal neben einer an der Bushaltestelle hier, die führte ein Telefonat (ja ich weiß man lauscht nicht aber was soll ich machen wenn die so laut redet). Sie beklagte sich bitterlich, dass die hier so „komisch reden“ und dass drei Jahre doch eine Ewigkeit seien, und sie wüßte nicht wie sie das überleben solle, wahrscheinlich zu einem Familienmitglied. Ich hätte schwören können die war nicht von hier genauso wie ich, denn sie sprach mir aus der Seele. Aber ich sagte nichts und merkte mir stattdessen nur, was ich gehört hatte, denn es war Salbe auf meine Seele. Die Wahrheit tut gut, nicht unbedingt not… und als Du von den Ampeln redetest, dachte ich, moment mal, deja vú??? Ich könnte schwören (man schwört nicht) ich war auch schon mal am selben Ort (MS) gleicherweise am schwafeln über Ampelwellen, oh, jetzt weiß ich das Münsteraner Wort für jovel nicht mehr (ah, da is es). Fertig mit schwafeln. (In MS traf ich mal eine Berlinerin, übrigens, es sei mal wieder bestätigt… was Du schriebst… und das aus ihrem eigenen Munde.) (sorry zur Mitbewohnerin, ich küsse generell niemand, war nur eine Redeweise, dass das klar ist.) :-P
    ach, und Hamm, ja ich erinnere mich, ein dunkles Gewölbe, das aussah wie Rost, flanierend vorbei an anderen Wartenden mit Hund, mit Gepäck, Feierwütige die müde waren und nach Hause oder zur Party wollten, Leute die von langen Reisen kamen… ungläubig schauend, Stunden die vergingen… ich glaube ja, ich erinner mich auch hier. NRW, ick hör Dir trapsen. hahaha.

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  6. übrigens: you lost me at the Steinfurter Straße…. ich hab halt MS links liegen gelassen und kämpfe nun dank dieses Blogs tagtäglich mit den Erinnerungen an die seltsame Topologie dieser alten Stadt… die sich verändert zu haben scheint. achtziger Jahre, hast Du mich mal an diesem großen See umgerannt, oder waren wir das, wir (eine ganze Klasse) mussten mal im heißesten Sommer irgendeines achtziger Jahres als erbarmungswürdige Kinder um den ganzen See rennen – gejagt von unserem Sportlehrer. Aber daran erinner ich micht so, muss der Hitze geschuldet sein… trotzdem bin ich heute nicht so dünn. War wohl nichts. Ich überlege übrigens noch ob ich neidisch sein soll auf Euren „Rückzug“ bzw „Zuzug“ oder … hm. Ich weiß nicht… nein Du kannst nichts dafür.. :-)

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    1. Das ist ja nun wirklich bei mir nebenan! Ich kann Dir das allerdings nicht beantworten, ich tendiere zu nein. Die Schmale Straße durchlaufe ich allerdings sehr selten (sie ist ja auch zu schmal), aber ich werde mal darauf achten.

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        1. Wie ich nun gestern feststellen musste, gibt es dort keine Bäckerei mehr. War es ein Ladenlokal zur Wilhelmstr. hin? Dann ist dort jetzt eine Versicherung.

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        2. Danke für’s Schauen!
          Der Bäcker war von der Steinfurter Str. nach ca. 50m auf der rechten Seite. Ruchtung Wilhelmstr. war irgendwas weniger Bedeutendes 😉
          Es war ja auch zu einer Zeit, da man noch bei Horten frühstücken konnte 😁

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  7. …anscheinend mag man meine Kommentare nicht… es ist irritierend. dann – muss ich evtl meinen Like zurückziehen. Man versteht mich auch hier nicht. Aber wo ich schon dabei bin und eh niemand mag was ich sage: Eure heilige Stadt der Kirchen, Münster, ist gar nicht soo großartig wie sie hier beschrieben wird, oder sonst wäre ich ja wohl noch da. Die Münsteraner haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, waren nicht gerade immer nett und weinten auch mir keine Träne nach, jedoch, das beruhte auf Gegenseitigkeit… trotzdem, wer hätte gedacht dass es noch schlimmer ginge. Egal, Münster ist zu eingebildet (wahrscheinlich ein zweites Bielefeld, und es gibt sie gar nicht..), somit muss ich mich auch nicht fragen, wo deine Großherrlichkeit herkommt. Ich könnte noch weit mehr Münsterbashing betreiben, als Retourkutsche für das Ddorfbashing, aber dann würden wir in zehn Jahren nicht fertig… ich glaube, ich hatte sogar einen wütenden Text in der nadann hinterlassen, den wahrscheinlich auch keiner mochte, aber mir war es ein Bedürfnis. Münster ist einfach zu kirchlich (christlich möchte ich sie wahrlich nicht nennen, denn da wäre eine ausgemachte Lüge), als fremder Mensch kann man nicht mal die Straße überqueren ohne angeglotzt zu werden, und hochnäsig sind Münsteraner auch ganz schön… wer hat hier eigentlich mal behauptet diese Stadt wäre lieberal? Ist sie nicht, ich muss es wissen. Münster ist ausserdem eine Stadt der Blonden… was eine Menge aussagt, wenn man ein bisschen mitdenkt… und eine Stadt der vermögenden Bauern on top. Dazu besserwisserische Studenten und prominente, eingebildete Kommissare und Detektive, ganz schön bittere Mischung für alle, die nicht aussehen, als wären sie katholisch (oder aus Münster, allein der Name ist eine Kirche, sehr gruselig…) oder?! Na, ich bin dort weg und sollte wohl stolz drauf sein. Ein Kapitel, das zum Glück zu Ende ist. Nichts für ungut, Herr Flotho… (ich hatte geglaubt, der Blog wäre nicht bierernst, aber da irrte ich wohl.)

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  8. Moin Seppo! Absolut!😉🙈Denn: Ohne Navitante entdeckt man halt doch die schönsten Umwege!😂Fahr mal täglich durch Hamburg, dann weisst Bescheid!Komme schliesslich noch aus dem Baujahr 69! Schön, dass Du wieder am Schreiben bist. Dachte schon, Du hättest gänzlich aufgehört, was so schade gewesen wäre. Deine neuen Beiträge und die Blogummodelung finde ich ungewohnt anders, doch lesen sie sich gut. Hoffe, Dir und Euch geht es entsprechend gut? Auch ich hab eine Schreibpause veranlasst, da aufgrund Corona mein Job als Berufsfahrerin für Menschen mit Behinderungen umgemodelt wurde und ich nun im House Service, Facility Manager Assistenz durch die Gegend flitze.🙈😉

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    1. Der Blog hat sich nicht bewusst verändert. Bisschen mehr Lokalkolorit womöglich, allerdings fand zu meiner Düsseldorfer Zeit hier auch Düsseldorf statt. Aber vieles ist beim Alten geblieben, oder hat sich so wir wir alle uns auch weiterentwickelt. Eine bewusste Umentwicklung fand nicht statt. Schön, dass Du noch oder wieder liest!

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      1. Hallo Seppo! Dankeschön für Deine Antworten und da ich ein sensibler Leser 😉bin, beziehe ich mich mal auf einem Zitat aus der Geschichte mit dem Weihnachtseinkauf: „Teile dieses folgenden Textes sind blau. Diese blauen Passagen schrieb ich gestern Abend, doch sensible Leser werden merken, sie sind nicht rund, eine Geschichte wollte sich daraus partout nicht ergeben.“……Die Texte lesen sich einerseits so wie vor Deiner Pause, andererseits habe ich dennoch den Eindruck, dass im Text selbst mehr Struktur, zudem einen ausgeglichenen, ruhigeren Schreibstil herauszulesen ist. Zudem kann ich zwischen den Zeilen lesen, ansonsten war‘ s halt eine Fehlinterpretation. Das schon gut so, dass wir uns alle weiterentwickeln, denn Du bist ja nun auch auf You Tube zu sehen.👏

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  9. Auch wenn ich längst weg bin, noch was zum Schluß: mir ist mit einemal klar geworden, warum es überhaupt Münster-Krimis gibt: es gibt und gab (und wird es immer geben) ständig Stoff für unglaubliche Krimis, da der raue, unfreundliche Münsterton, die brutalen Ansichten die wenn sie nicht geteilt werden, eine dementsprechende Antwort provozieren, da der gemeine Münsteraner keine andere Meinung zulässt, toleriert oder offeriert. Dank deines Blogs, der keinen Humor zulässt, (?) wie ich unter anderem durch deine seltsame Leserschaft (wahrscheinlich die Münsteraner?) und nebenbei auch durch den Autor erfahren durfte, ist mein Heimweh ganz plötzlich wie weggeblasen und ich weiß jetzt, dass alle meine Entscheidungen (vor allem die, Münster zu verlassen) hunderttausendprozent richtig waren, dass das Leben sich lohnt und es nur besser werden kann. Dafür ein Danke, Seppo. So hast Du es nun doch noch geschafft, aber vor allem hast Du das Rätsel gelöst, warum es Münster-Krimis gibt. Dem Olaf Ohßem oder wie der heißt, sollte auch ein Orden verliehen werden. Ihr seid einfach der ideale Ort dafür, weil es an keinem anderen Ort dieser bescheuerten Republik soviele Gemeinheiten und Nachbarschaftsstreitigkeiten an einem Ort gibt. In einem Münster-Tatort sagen sie sogar, dass die Münsteraner Mundart total brutal und mörderisch ist, vor Frotzeleien kann man sich kaum retten, das geben die da unumwunden zu! Zudem, warum hängen immer noch die ollen Käfige an dieser vermaledeiten Kirche rum. Müsste einem doch soviel sagen… oder nicht? Wobei, ich ja sagte, es sei schlimmer geworden dadurch wo ich jetzt bin, aber schlimmer als Münster kann man es auch nicht nennen. Anyway, mir geht es jetzt wieder richtig blendend, was nicht der Fall wäre, hätte ich deinen Münsterblog nicht mehr gelesen (ich hatte schon ganz vergessen, WIE schlimm es dort wirklich war aber dank dieses Stückes hier, kam alles wieder hoch und immerhin war das ein halbes Leben), hätte ich nie diese Erkenntnis gewonnen. Danke, Seppo!

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