Weniger Ich wagen

laufeinheiut

„Ich bau ’nen neuen Blog“. Mit diesem Satz brachte ich meine Mitbewohnerin gestern auf den neuesten Stand von Cyberseppo ™.

„Hast du nicht gerade erst deinen Podcast eingestampft, weil du zu wenig Cait hast?!“

„Zu wenig was?!“

„Zu wenig Zeit.“

„Ich hatte ‚Cait‘ verstanden … Aber ja, das stimmt. Und die gewonnene Zeit werde ich nun wieder reinvestieren. So läuft das.“

Wider Erwarten war sie nicht bass erstaunt, sondern nur erstaunt.

Ich werde künftig weniger Seppo wagen …

So entstand übrigens der Bollerwagen. Boller wollte weniger Boller wagen. Das führte zu Missverständnissen, da Boller ebenfalls weniger Bollerwagen wagen wollte.

… und das tun, was ich bereits im Mai 2015 tun wollte, nämlich einen Laufblog starten. Das ging mit dem seppolog heiter daneben, immer mehr rückte vom zweiten Tag an meine eigene Person in den Vordergrund. Einigen Lesern ist das aufgefallen, vielen aufgestoßen.

Das bedeutet aber nicht, dass das seppolog auf Sparflamme weitergeführt wird. Es wird mit dem heutigen Beitrag beendet, es ist alles gesagt.

Kleiner Scherz. Gut, es ist zwar alles gesagt, aber darüber hinaus gibt es noch viel weniger zu sagen, das hier künftig nach wie vor gewohnt stattfinden wird. Etwas seriöser werde ich mich künftig unter www.dielaufeinheit.com geben, wo der aufmerksame Leser bereits jetzt einen Blog im Entstehen betrachten kann, denn nichts ist zu betrachten interessanter als halbständige Internetseiten. Die Laufeinheit wird mittelfristig auch kommerziell, was nicht die Vermischung von Werbung und Inhalt bedeutet, worauf ich und „New Balance“ großen Wert legen.

Der Gedanke zu einem eigenständigen Laufblog kam mir in der Tat beim Laufen in meinen fantastischen neuen Schuhen von „New Balance“. Und bevor ich überhaupt solche Dinge in Angriff nehme, lege ich den Namen fest, was leider technische Gründe hat. Mir kam „Laufbursche“ in den Sinn und ich hätte wissen müssen, was sich mir später auch aufdrängte: Jeder Idiot kommt auf diese naheliegende Idee, die mir deshalb so gefiel, weil es eben mal ein deutscher Name gewesen wäre.

Zusammen mit meiner Mitbewohnerin, meiner Lektorin KM und einem Dampfenden habe ich gestern zwei Stunden am Stück nach einem geeigneten Namen gesucht:

  • Laufmeister: abgedroschen.
  • Vorfuß: Das „ß“ ist ein Problem in vielerlei Hinsicht.
  • Laufwerk: Könnte auch ein nerdiger Blog sein zum Thema … Laufwerke.
  • Lauflos: Geht’s noch?!
  • Laufluft: Fand KM kacke. Sie hat Recht.
  • Laufheld: Hat „Runner’s World“ schon.
  • Laufband: Lehne ich ab.
  • Laufrausch: Lange der Favorit, aber es gibt bereits einen Blog dieses Namens. Vielen Dank, dass der Besitzer diesen heute Morgen auf Drängen KMs gelöscht hat. Die Domain allerdings ist nach wie vor vergeben. Außerdem denke ich immer an den Laubfrosch.
  • Laufsinn: Nö.
  • Lauffeuer: Brennt ja nichts.
  • Laufgigant: „Weniger Seppo wagen.“
  • Laufgasmus: Hier rauchte mir bereits der Kopf. KM hielt den Vorschlag für einen Scherz, ich meinte ihn jedoch ernst.
  • Glutlauf: Es wurde nicht besser.
  • Laufgänger, Laufbold, Trieblauf, Lauftrieb, Laufhunger, Umlaufkredit, Durchlauferhitzer … Irgendwann kam mir „Laufeinheit“ in den Kopf, und zwar mit Artikel. Femininum.

Und dabei ist es nun geblieben und ich fürchte mich vor besseren Vorschlägen meiner Leser, da dielaufeinheit.com bereits festgezurrt ist.

Nutzer von „WordPress“, aber auch solche von „Wix“ (eines Unternehmens aus Israel, dessen Markenname im Deutschen erst lustig, auf Dauer dann aber doch irgendwie albern anmutet, zumal falsch geschrieben) werden kennen, was dann folgt: die Gestaltung noch Inhaltsleeren.

Natürlich gibt es Unmengen von „Themes“ oder „Templates“, also Design-Vorlagen, aber es gibt eben nie die Vorlage, die man gerade braucht. Jene, die ich für meine Homepage nutze, ist für Blogs gnadenlos ungeeignet. Andere, optisch sehr ansprechende, verweigern die „Widgets“ in einer Seitenleiste und bieten nur einen „Footer“. Ein sensationelles, auf das ich heute Morgen stieß, während ich auf einen Handwerker wartete, verweigerte die Widgets völlig, was ich erst bemerkte, als ich alles andere bereits eingerichtet hatte.

Das nun gewählte ist also mit Bedacht ausgesucht, auch wenn ich es nicht als optimal empfinde. Beispielsweise ist das Seitenverhältnis der Beitragsbilder dort stringent einzuhalten, was ich im seppolog völlig ignorieren kann. Obiges Bild könnte auch ein Verhältnis von 2.500 mal 90.000 haben, es würde entsprechend angezeigt werden. Und so war es gut, dass der Handwerker sich verspätete, was mich in meinen Grundfesten erschütterte, da ich etwa gestrige Arbeit eingeschlossen sechs Stunden lang nur Themes anpasste. So gab mir der Handwerker noch etwas Zeit. Ich habe weit mehr 50 ausprobiert und Blog-Bauer wissen, dass es nicht genügt, nur auf „Vorschau“ zu klicken …

Bevor ich also überhaupt einen Artikel in der Laufeinheit veröffentlichen kann, muss das Grundgerüst stehen. Das wird sicherlich noch bis zum Wochenende andauern. Was findige Leser dort bereits sehen, sind lediglich Testartikel, bekannt und bewährt aus dem seppolog. Doch mitnichten werde ich alte Sportbeiträge aus diesem Blog dort wiederverwerten, es wird in der Laufeinheit ausschließlich Neues zu lesen geben. Natürlich subjektiv, doch mit einem Hauch weniger Arroganz und Selbstdarstellung.

„Das schaffst du nie!“, sagt gerade meine Mitbewohnerin.

Das wird zu beweisen sein. Aber worum geht das dann?! Kann ich überhaupt etwas anderes? Da lache ich gerade selbst herzhaft speichelrotzend auf meinen Klapprechner. Ich bin kein Dr. Marquardt, ich bin kein Dr. Froböse und eben kein Laufprofi. Allerdings laufe ich im 16. Jahr. Das sind, ich habe es dokumentiert, mehr als 3.000 Läufe und etwas mehr als 20.000 gelaufene Kilometer. Die halbe Erde habe ich also bereits geschafft. Ich bringe somit durchaus Erfahrung mit, zumal ich jeden Fehler gemacht habe, den man so machen kann als Läufer, der professionelle Anleitung herablassend lachend verweigert. Ich weiß inzwischen sehr gut, wovon ich rede und verweise auf die Liste meiner Verletzungen:

Richtig. Dort steht nichts. Da ich weiß, wie es geht. Seit ich 2013 auf den Vorfußlauf umgestiegen bin, wird mein Laufstil von Experten – und hier scherze ich nicht einmal – gelobt.

Meine Philosophie beim Laufen – sofern ich eine habe, doch, ich habe eine – ist die, dass ich das Messen von Laktatwerten und Körperfunktionen weitestgehend ablehne, da es mir um das Lauferlebnis geht und nicht um die Übersetzung dessen in Zahlen. Beim Laufen geht es mir zuvorderst um den Geist, ja, um die Seele … ich werde pathetisch. Erst dann folgen Tempo und Kilometer. Meine Ziele sind nicht Marathon oder die zweite Hälfte des Globus‘ (auch wenn das absolut legitime Ziele sind), sondern die Erfahrung, die ich jeden Morgen aufs Neue beim Laufen mache. Wer glaubt, Laufen sei langweilig, der wird bei der Laufeinheit künftig eines Besseren belehrt. Wo andere von „Achtsamkeit“ sprechen (Ich breche kurz …), verweise ich auf das einfache Mittel des Laufens, das viele leider sehr falsch angehen, was ich beurteilen kann, da ich es selbst falsch angegangen war.

Ich komme jetzt schon ins Schwadronieren, würge mich daher ab, um noch Pulver für den neuen Blog übrig zu behalten, der sich an Anfänger wie auch an Profis richten soll. Obwohl, Profis, ich fürchte, sie werden weinen.

Einige Läufer lesen auch hier mit. Die, wie alle anderen, sind eingeladen, auch der Laufeinheit zu folgen. Ebenso würde ich mich extremst freuen über Anregungen. Erste Ideen gehen bei mir in die Richtung, dass es Serien geben wird wie „Das Läufer-ABC“ oder „Die Laufmythen“. Beachtet den immer wiederkehrenden Artikel vor dem Nomen. Das hat Methode. Das muss ich jetzt gnadenlos durchziehen.

Übrigens war es ein Phonetikexperte, der mir sagte, dass ich mir nicht „dielaufeinheit.net“ registrieren sollte, sondern .com:

Das .net kollidiert mit den „t“ von „Laufeinheit“, weil „t“ und „n“ von der Zunge an denselben Orten erzeugt wird: hinter der Schneidezähnen. Komplizierter auszusprechen als ein „t“, dem ein „c“ bzw „k“ folgt, weil diese im Rachen gebildet werden. Weniger Arbeit für die Zungenspitze.

Danke, Dampfbloque, dafür, denn es stimmt. Es ist erstaunlich, worauf man so achten muss oder zumindest kann.

Ab morgen habe ich Zeit, bei der Laufeinheit Gas zu geben. Die Logogestaltung – wir sehen dort nur ein vorläufiges – macht mir jetzt schon Angst!

Bleibt mir hier wie da gerne gewogen!


Und gerne auch hier: www.facebook.de/sflotho.

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16 Kommentare

  1. War Weglaufblog auch schon vergeben? Dem Thema Langeweile könntest Du Dich auch noch mehr zuwenden, ich meine inhaltlich. Erzeugung von Langeweile und andere weitläufige Überlegungen, könnte eine Überschrift sayn.
    Oder: Die Läufigkeit im Chauvinismus
    Getürmte Grüße aus dem Garten 🙂

    Gefällt 3 Personen

  2. Ich schicke dir meinen Kumpel Rennstutti (oder so ähnlich war damals sein Pseudonym), der mittlerweile nicht mehr in Stuttgart wohnt, mal als Leser vorbei, der hatte auch mal eine aufs Laufen konzentrierte Netzpräsenz, thematisch vorwiegend Halbmarathon. Vielleicht mag der der Laufeinheit folgen. Ich könnte das bekanntlich höchstens intellektuell oder ich müsste das Schleichwegblog (falls es das gibt, es ist nicht von mir!), daneben stellen. 😉 Nicht dass ich das vorhätte. Zeitfaktor und so.

    Gefällt 1 Person

  3. Ich bewundere Läufer ja irgendwie, sogar Jogger. UND Walker….. ich kann es nämlich nicht. Ich kann es wirklich nicht. Mir fehlt die Geduld! Ich finde es sooooo langweilig ohne Musik, dann könnte ich wenigstens vergessen, was ich da tue. Aber mit Musik würde ich nie im angemessenen Rhythmus laufen, weil ich mich immer dem Takt der Musik anpassen würde und zwar tatsächlich jeden einzelnen Schritt. Geht nicht anders. Sitzt so drin. Ich habe es versucht, ich landete minimum dabei, dass ich dabei Musikbögen (ohne Musik) zählte.

    Was wünscht man Läufern eigentlich? Immer ein gutes Profil unterm Schuh?

    Gefällt 1 Person

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