Soll man lachen oder weinen?

trumpy

Zwei Uhr nachts. Ich werde wach, gucke aufs Handy. Zwei Staaten gehen an Trump, lese ich. Bin leicht beunruhigt, ahne Übles, weiß aber auch, das heißt noch nichts. Ich schlafe also wieder ein.

Ich habe die Wahlnacht nicht live verfolgt. Ich lasse mich gerne morgens überraschen. Auch der „Brexit“ war ein recht passabler Wachmacher damals. Mein Eindruck ist, dass der Job des Demoskopen derzeit kein leichter ist. Es geschieht immer das Gegenteil dessen, was er voraussagt. Das ist nicht Sinn der Übung.

Halb sieben. Es wird wohl knapp, aber ich glaube, dass Trump durch ist. Clinton war keine gute Alternative, denke ich. Derzeit ist alles möglich. Bush jr. war ein Gag gegen Trump. Obwohl man gerne vergisst, wie weitreichend negativ dessen Entscheidungen heute noch nachwirken. Nun also ein Donald. Donald Duck sieht seinen Namen beschmutzt.

Was soll man in Hysterie verfallen?! Er wird sich schon mäßigen. Aber es ist durchaus beängstigend, mit wie viel Unwissen und Demagogie ein Mann in so ein Amt gehievt werden kann.

Die Bundesregierung hat dezent Sorge vor einem Präsidenten Trump. Die hatte sie auch, als sich Reagan als US-Präsident durchgesetzt hatte. Auch er fiel mit kruden Thesen im Wahlkampf auf und letztlich wurde er gar nicht so schlimm.

Aber Trump?! Hahhahahahaaha. Ich habe den Fernseher abgestellt. Ich ziehe den Eskapismus vor. Das, was immer „der Westen“ genannt wird, fällt nach und nach den Demagogen anheim. Europa kann sich ja nicht davon freisprechen. Ob Frankreich oder Österreich, spielt keine Rolle, auch in Deutschland entwickelt sich einiges ausgesprochen ungünstig. Es brechen neue Zeiten an. Damit muss man wohl klarkommen.

Willkommen in der Ära des Populismus. Er ist salonfähig geworden. Angst macht mir, wie radikal seine Anhänger sind. Die Spaltung von Gesellschaften, die daraus resuliert. Es sind die Populisten, die laut sind. Die Gemäßigten, die mit Vernunft hantieren, sind es leider nicht.

Wenn er nur nicht so doof wäre! Sind auch die, die ihn gewählt haben, möglicherweise ähnlich doof? Ich tendiere zu einem Ja, allerdings kenne ich keinen einzigen seiner Wähler persönlich, also steht mir so ein Urteil nicht zu.

Ohnehin finde ich den Hype um die US-Wahl hierzulande übertrieben. Das hatte mich schon 2008 genervt. Damals habe ich bei einem Regionalsender für die Nachrichtenredaktion gearbeitet. Obama war immer Topthema. In einer Nachrichtensendung für NRW. Wir waren das CNN von Nordrhein-Westfalen. Ich empfand es als übertrieben. Es ist in erster Linie eine Wahl der Amerikaner. Sie wählen ihren, nicht unseren Präsidenten. Natürlich, es wird sich auf uns auswirken. Aber das hat es doch schon längst. Wir haben Bush überlebt (streng genommen nicht alle, da auch deutsche Soldaten in Afghanistan ihr Leben ließen für eine Sache, die gerade wieder zerbricht). Und Obama war nicht der Heilsbringer, zu dem auch Deutsche ihn hochstilisiert haben. Wir haben einen sehr amerikazentrischen Blick. Was nicht wundernimmt angesichts der gemeinsamen Geschichte. Ich finde das nicht schlimm, aber ohne Scheiß, wir müssen uns emanzipieren. Die Abhängigkeit von einer Schutzmacht steht Europa nicht gut an. Das Leben wird weitergehen.

Die Bundesseppoblik Deutschland hat bereits auf den Wahlsieg Trumps reagiert und ihm einen Globus geschickt. Trump hatte mir im Vorfeld versprochen, im Falle eines Wahlsieges zu lernen, wo welcher Kontinent auf der Erde liegt. Er war ganz überrascht, dass es mehr als einen gibt.

Meine persönlich größte Sorge gilt der künftigen Rolle der Nato. Nach wie vor ist sie Garant von Frieden, das ist unbestreitbar. Gerade in Europa. Gerade dann, wenn da zwei Träumer an der Macht sind. Der eine träumt von der Sowjetunion reloaded, der andere vom Osmanischen Reich 2.0. Ich träume von einem starken und vor allem vereinten Europa. Ich kann nicht mehr mit Sicherheit sagen, welches das utopischste Szenario ist.

Nun kann der Wahlausgang, der noch nicht offiziell ist, während ich dieses schreibe, auch Gutes für Europa bedeuten. Vielleicht vollzieht sich nun, was sich schon seit Jahren andeutet: dass da ein Schutzschild wegbricht, eine Schutzmacht. Womöglich müssen wir uns verstärkt auf uns selbst konzentrieren und vor allem: verlassen können. Europa ist wirtschaftlich stärker als die USA, es ist wohl an der Zeit, dieses Gewicht endlich auch politisch in die Waagschale zu werfen. Wir werden, das glaube ich wirklich, näher zusammenrücken (müssen). Ich beziehe das nicht einmal auf den militärischen Bereich, aber es ist naiv zu glauben, es ginge auch ohne eine europäische Armee. Armeen sind leider wichtig. Dann, wenn es um Verteidigung geht. Das kann schneller aktuell werden, als uns lieb ist.

Clinton war ein Fehler. So ein unerträglicher Fehler. Für so viele Amerikaner trotz eines Trumps war sie die Ausgeburt eines verhassten dysfunktionalen Systems. Die Demokraten bekommen gerade die Quittung. Sie mag aus deutscher Sicht eine tolle Kandidatin gewesen sein, aber eben nicht aus amerikanischer.

Nun ist es offiziell, lese ich, Dagobert Trump gewinnt Entenhausen und ist damit Präsident der USA. Hahahahahaha. (Sabrina USA, du kannst bei uns einziehen, wir nehmen Dich auf. Die Bundesseppoblik gewährt Dir gerne Asyl.)

Er ist Populist. Es ist aber ebenso populistisch, gegen ihn zu sein. Man findet in Deutschland kaum einen Trump-Fan. Einen kenne ich. Er macht seit Wochen Wahlkampf für Trump bei Facebook. Was dieser „Freund“ von sich gibt, ist unerträglich und nebenbei unsagbar dumm. Diskussionen lohnen nicht. Das ärgert mich am meisten. Argumente haben kein Gewicht mehr. Heute Morgen, noch vor dem eben verkündeten Wahlausgang, las ich im „Spiegel“ über die Rolle der sozialen Medien – zuvorderst Facebooks – in Wahlkämpfen. Sie haben einen enormen Einfluss. Leider nicht auf die Darlegung von Fakten, sondern sie begünstigen, was ihnen immanent ist, Populismus. Ich war nie Schwarzseher, was neue Technologien angeht, aber mich beschleicht erstmals das Gefühl, dass wir die Macht von Algorithmen nicht ernst genug nehmen.

Als die Eisenbahn um die ersten Passagiere buhlte, war der Mensch skeptisch. Eine Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern könne der menschliche Körper nicht aushalten. Als die Elektrizität unsere Städte zu beleuchten begann, war der Bürger skeptisch bis ablehnend. Das Auto galt zu Anfang als etwas, das sich nie durchsetzen könne. Wann immer der Mensch mit Innovationen konfrontiert ist, reagiert er ablehnend. Das war mir stets fremd. Doch die Macht der sozialen Medien entgleitet uns – ganz unabhängig davon, dass diese obendrein von Monopolisten dominiert werden. Ein Google dürfte es gar nicht geben. Ein Facebook ebenfalls nicht. Es sind Monopole, die man in früheren Zeiten zu Gunsten des Konsumenten noch zerschlagen hat. Man tut es nicht mehr, da die Politik an Einfluss verloren hat. Man muss es sich in Erinnerung rufen: Politik ist eigentlich etwas Gutes.

Krude Thesen finden in sozialen Medien ungefiltert ihre Verbreitung. Und das leider mit einer stärkeren Gewichtung als Fakten. Der Brexit war eine Entscheidung, die darauf zurückzuführen ist, dass ein großer Wähleranteil auf Lügen hereingefallen ist. Gelogen wurde in Wahlkämpfen schon immer. Doch nun finden sie mehr Gehör durch stärkere Verbreitung und überhaupt ist Wahrheit nicht mehr so gefragt.

Geert Wilders twittert, die Amis hätten sich ihr Land zurückgeholt. Es macht mir Sorge, wenn sich Menschen ihr Land holen. Das war mal positiv besetzt.

Noch neige ich dazu, die Dinge nicht überzubewerten. Die Zeiten waren nie ruhig. Meine Generation hat das Ende des Kalten Krieges miterlebt, was als das Ende der Geschichte galt – im positiven. Es war ein ruhiges Jahrzehnt, das vielleicht im September 2001 sein Ende nahm. Doch für meine Eltern waren mehrere atomare Konfrontationen an der Tagesordnung. Ihre Eltern wiederum haben entweder für einen Irren oder im Widerstand gekämpft. Und im Ersten Weltkrieg. Die Zeiten waren nie ruhig. Vielleicht erleben wir nun das Zeitalter der Neuorientierung, die einer Phase der Unruhe, der Irrungen bedarf. Testen wir doch mal, was die Populisten so drauf haben. Wenn’s in die Hose geht, wählen wir halt neu. Vielleicht mäßigt sich Trump oder wird gemäßigt. Vielleicht läuft er auch politisch amok, sodass in vier oder acht Jahren ein gemäßigter Kandidat – womöglich mit Verstand – leichtes Spiel hat.

In Deutschland wäre jemand mit so einer Frisur übrigens unwählbar.

Hhahahahahah. Da wird jemand Präsident der USA, der „Minderheiten“ beleidigt hat, der eine sehr, sehr lange Mauer bauen will, der Frauen an die „Pussy“ greife, wann immer ihm danach ist, der (legale) Steuervermeidung in Perfektion betrieben hat und der anfangs als schlechter Gag galt. Vielleicht geht es manch einem zu gut. Vielleicht hat das manch einer aus den Augen verloren. Oder die „politische Klasse“ hat den Menschen aus den Augen verloren. Aber das ist mir zu leicht dahergesagt.

Ich glaube, ich kaufe gleich Aktien. Scheint alles recht günstig zu werden.

Es ist eine demokratische Wahl (Hätte er verloren, wäre sie es freilich nicht gewesen …), die es zu akzeptieren gilt. Der Anstand gebietet es, den Amerikanern, unseren Freunden und Rettern, nur das Beste zu wünschen, nachdem sie nun das Schlechteste bekommen haben. Und Europa sollte zusammenrücken, sich an die Arbeit machen, denn wir werden nun das eine oder andere in Eigenverantwortung erledigen müssen. Was ich gar nicht mal so schlecht finde.

Was ist nur aus diesem Land geworden, das einst Sehnsuchtsort gerade der Deutschen war? Der amerikanische Traum, der amerikanische way of life, das ist alles wirklich mal vorbei.


Weitere Analysen zur Wahl auf meiner Facebook-Seite! Und auch mein zweiter Blog, dieLaufeinheit.com trägt Trauer.

spurch12

37 Kommentare

  1. America, the beautiful…Ich wusste schon immer, dass das Bildungssystem das Problem ist. Vermutlich kann der Durchschnittsamerikaner einfach nicht anders, als das glauben, was ein Irrer mit Toupet gerade in den Medien heraustrumpetet. Die sozialen Netzwerke werden die vierte Macht im Staate, nachdem viele Medien diese Aufgabe an den Nagel gehängt haben. Gezwungenermaßen, weil auch der Anzeigenmarkt ins Netz abgewandert ist. Die Kostenlos-Mentalität. Aber wenn ich den dpa-getriebenen Einheitsbrei in den Lokalzeitungen konsumieren muss, bekomme ich sowieso Brechreiz. Dafür zahle ich auch nicht.

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    • Ich finde es zu einfach es auf eine schlechte Bildung zu schieben.
      Hier deuten sich doch seit 2 Jahren dieselben Tendenzen ab und das zu einem großen Teil auch in der gebildeten Mittelschicht. Es sind nicht nur die Ungebildeten, die auf Populismus herein fallen. Und gerade das macht es so gefährlich.
      Guck dir an, wie die AfD hier agiert. Dasselbe hat Trump gemacht.

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      • Schließe mich dem an. Die deutsche Bildungspolitik ist nicht viel besser. Ich finde es erschreckend, wie intelligente und gebildete Menschen aus Enttäuschung und Angst vor Fremden, Verlustangst usw. mit populistischen Leuten sympathisieren. Das macht Angst vor dem Wahlkampf im nächsten Jahr und was am Ende dabei herauskommt …

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  2. Die Geschichte wiederholt sich, nein, sie droht sich zu wiederholen.
    Es ist an uns es aufzuhalten, die Warnungen zu sehen und einen gemäßigteren Weg einzuschlagen.
    Wir werden nächstes Jahr beweisen müssen, welchen Weg wir gehen wollen und es soll bitte, BITTE, nicht der sein, den Trump mit seinen Parolen in Amerika vorgegeben, bzw auch nachgeplappert hat (Stichwort „Lügenpresse“).
    Ich hoffe, du hast die Petri noch unter Verschluss. Wenn nicht: bitte wieder einsperren.

    Ich fühle mich gerade wie bei einer Naturkatastrophe. Fukushima 2. Ein unterschwelliges Ekelgefühl, aber man kann nicht weggucken. Vielleicht ist das gut so, man kann nur daraus lernen.

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  3. Es mutet nicht gut an.. dieses Wahlergebnis.. ich persönlich hatte n n bisschen Hoffnung auf diesen Aussenseiter in Utah.. tja..
    Das FBI wird ihn schon in Schach halten den D.T… oder er ist plötzlich weg… uuups.. who know this ?!
    Wir werden es erleben (müssen).. auch Europa muss sich jetzt neu definieren.. unser Problem könnte das Erdgas werden und die geplanten Leitungen… Druckmittel…
    Und wir sollten nicht vergessen, alles was wir erfahren über die Medien ist gefiltert.. es mutet krass an,dass die Schafe ihren eigenen „Schlachter“ wählen.. wie dumm kann man denn sein, fragen wir uns hier zu Lande..
    Vielleicht aber ist Mr.Trump einfach nur ein guter Volkstheaterschauspieler, der weiss wie man manipuliert und gewinnt… und am Ende ist es nicht so schlimm ? Hä ?! Schön wärs…
    Gerade lass ich, dass er sich jetzt gemässigt zeigt…und auch für Clinton gute Worte findet..
    So what .. die Amis stehen einfach auf show… und die must go on… nach einem Obama , ist jetzt das die Antwort.. hoffen wir, dass das Pendel nicht allzu sehr ausschlägt und sich „einpendelt“..
    Europa sollte sich endlich vom „Retter“ aus Kriegszeiten verabschieden… vielleicht wars mal gut… aber jetzt gilt es doch sich neu zu definieren und neue Wege mutig zu gehen.. ohne Las Vegas glam

    nachdenkliche Grüsse
    S.

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    • Der hat sicher die dreifache Menge an Beratern als jeder andere Präsident zuvor. Auf den müssen doch drei Leute gleichzeitig aufpassen, damit der kein internationales Porzellan zerschlägt. Das nationale, das er schon zerDEPPert hat, genügt doch.

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  4. Ich muss zustimmen, das Clinton auch keine gute Wahl ist. Doch sie würde einen Stillstand bewirken, was zwar nicht gut ist, doch wenn Trump das umsetzt, was er gepredigt hat (dessen ich mir immer noch nicht wirklich sicher bin) dann wird man sich den Stillstand unter Clinton wünschen.
    Wo ich das große Problem an Trump sehe, ist das er mit anderen Politikern verhandeln muss und Diplomatie ist ein sehr kompliziertes Spiel, welches schnell daneben gehen kann. Vor allem wenn man überall auf dem Niveau eines Grundschülers argumentiert.
    Doch bin ich nach wie vor bereit, meine Meinung über Trump zu ändern, sollte er sich doch nicht als ganz so bekloppt heraus stellen, wie es den Anschein hat.

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    • Es hängt mehr als je zuvor von der Qualität, Bauernschläue und Schnelligkeit des Teams ab, das politisch auf ihn aufpasst und ihn berät. Sein Vize ist nicht zu beneiden. Aber vielleicht ist das Team, das Trump bewacht, auch mal nicht schnell genug. Peng!

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  5. Danke für diesen – mal etwas ernsteren – Artikel auf Seppolog. Ich habe die Nachrichten mit Trump heute im Radio gehört, dass die Bauarbeiter draußen angeschaltet hatten: Es war wie ein Schlag ins Gesicht! So schnell war ich lange nicht mehr wach.

    Zu sagen, der Bildungsfaktor ist schuld, ist zu einfach, fürchte ich. Es haben immer noch erheblich viele Leute, die Trump vehement beleidigt hat – vor allem Latinos und Frauen – ihn gewählt. Der Rechtsruck betrifft mehr Alters- und Volksgruppen, als man glauben möchte. Und wenn man den bisherigen Analysen Glauben schenken kann, geht er (leider) mit erzkonservativen Christen Hand in Hand – die nunmal eine der größten Wählergruppen Amerikas ausmachen.

    Was hier fehlt, ist vielleicht nicht Bildung, sondern Aufklärung. Wenn man nicht gerade die Uni besucht und sich dort mit Menschen, Subkulturen, Geschichte des Rassismus‘ etc. beschäftigt hat, kriegt man seine Infos eben nur aus Fernsehen, Facebook und Co. Und wie Seppo schreibt: Unsere Medien klären nicht auf. Sie radikalisieren, stellen nur Extreme vor. Ob nun vom muslimischem Terroristen oder dem linken Gutmenschen oder dem rechten Nazi, völlig egal. Vor allem die neuen Medien. Wie will man auch einen differenzierten Tweet schreiben, wenn man nur 120 Zeichen zur Verfügung hat?

    Ja, die Welt ändert sich. Wenn auch nicht die Medien schuld sind. Die bringen nur hervor, was schon länger in den Menschen war. Was genau dieses „was“ ist, weiß ich nicht und habe auch eine gewisse Angst, es mir auszumalen.

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  6. … ich reblogge ganz einfach mal deinen Beitrag – gell – es wird doch wohl nicht zensiert sein 😀
    Männer die ein Toupet tragen – verbergen das Stroh – das sonst aus ihnen herausfallen würde –
    lg zuzaly

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  7. Persönlich finde ich es Interessant mitzubekommen wie viele Amerikaner vom Ausgang der Wahl überrascht bzw. geschockt sind, ich vermute jetzt einfach zu viele Protestwähler die aus Protest gegen ? (dafür kenn ich mich zu wenig mit der amerikanischen Politik aus) ein Kreuzchen gemacht haben, aber natürlich gilt es abzuwarten bis sich die ersten „Schockwellen“ beruhigt haben und erste offizielle Wählerstimmen zu hören ….

    Ich empfehle Protestwählern in der Zwischenzeit:
    https://seppolog.com/2016/10/20/wie-sich-dann-doch-alles-eher-unguenstig-entwickelt-hat-i/

    Lieber gar kein Kreuzchen bevor das Protetstkreuzchen zur Katastrophe wird …

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    • Zum Glück haben wir mehr als zwei Alternativen, die sich wählen lassen.
      Also lieber ein Kreuz machen bei jemand Drittem, wenn die Großen Pest und Cholera spielen, als gar kein Kreuzchen machen.
      Nicht wählen ist Resignation, das hilft leider auch nicht.

      Die Überraschung ist irgendwie ähnlich groß wie beim Brexit. Da waren es auch einige, die einen Denkzettel verpassen wollten und für den Brexit gestimmt haben, obwohl sie eigentlich nicht für den Brexit waren, weil sie dachten, die Mehrheit würde schon „normal“ abstimmen.

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      • Stimmt – ich meinte auch lieber einen „leeren“ Stimmzettel bzw. besser ungültigen abgeben anstatt gar nicht hinzugehen …
        Na ja wir in Österreich müssen uns (wenn es war ist) auch demnächst entscheiden (Präsident) und die Kandidaten bei uns sind auch … Naja, net das gelbe vom Ei, vor allem wenn man berücksichtigt das sie „Parteilos“ (Neutral) sein sollten …

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      • Ja.. auch beim Brexit haben Einzelne sich unterschätzt… wird schon gut gehen.. die Mehrheit wird schon richtig wählen… so dumm das jetzt auch klingen mag.. irgendwie erinnert mich das an DSDS.. die Stimme jemanden anderen geben, weil man denkt… ach, der kommt eh schon weiter… ( sorry.. unterste Schublade .. das Leben ist manchmal so simpel)
        Nicht wählen, ist für das bestehende System oder das was die Mehrheit will.. inzwischen können wir ja überall nachlesen, welche Partei sich für was einsetzen will…
        Aber ob sie es dann tun ?
        Am besten ist es vielleicht sich vor Ort in einer Partei einzusetzen, die einem zusagt..
        Gruss S.

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  8. Was habe ich gelacht, als es hieß, Donald Trump möchte Präsident werden. Was habe ich gelacht…

    Es bleibt zu hoffen, dass neben Le Pen, Orbán, Strache, Petry, Erdogan und wie sie alle heißen, ein weiterer Demagoge auch keinen Unterschied mehr macht.

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  9. In Sex and the City hatte er die richtige Rolle. Der, der schweigend das Lokal verlässt.^^ Jemand mit seiner Persönlichkeit, sollte nicht mal einen Kegelclub regieren und das ist nicht populistisch sondern nur so ein Gefühl. Von seiner Einstellung zu Frauen fange ich jetzt besser gar nicht an. Sehr guter Beitrag, Seppo. Danke.

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  10. Zitat: „Sind auch die, die ihn gewählt haben, möglicherweise ähnlich doof? Ich tendiere zu einem Ja, allerdings kenne ich keinen einzigen seiner Wähler persönlich, also steht mir so ein Urteil nicht zu.“
    Seppo, genau dieses Nichtwissen ist gefährlich. Denn die meisten gemässigten/linken Amis kennen mit Sicherheit einige. Die „Doofen“ geben sich aber nicht als solche zu erkennen, da sie wissen, dass dann die „Undoofen“ auf sie einprügeln werden. Sie reden (vielen gegenüber) das eine, wählen aber anders.
    Aber was lamentieren wir? Uns ist es ja auch so ergangen, erst kürzlich. Dieses Nichtwissen (bzw. Ignorieren und Abgrenzen), machen AfD / Petry, Trump & Co. erst möglich. Oder damals Berlusconi. Oder einen gewissen Schnauzbartträger …

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  11. Ein Text, der ausdrückt, was auch mir im Kopf herumgeht. Hillary Clinton wäre sicher nicht die Traumpräsidentin gewesen, aber als das kleinere Übel im Vergleich zu Trump geht sie allemal durch. Ich hoffe, dass seine Minister und Berater nicht annähernd solche Hitzköpfe und wankelmütigen Gestalten sind wie der künftige POTUS, sondern ihn von der einen oder anderen unüberlegten Aussage oder Handlung abbringen können. Da wir es nicht ändern können, bleibt uns nur, optimistisch nach vorn zu sehen und zu hoffen, dass es nicht so schlimm wird, wie wir heute befürchten.

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  12. Wenn wir uns wegen Nichtwissens kein Urteil erlauben können, dann ist das bereits so differenziert, dass wir jedem, den es für sein Urteil nicht schert, ob es da was zu wissen gibt, im offenen Schlagabtausch unterlegen sind. Wenn Fakten nicht mehr zählen, ist kein Urteil mangels Fakten kein Option mehr.

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  13. das ist der erste Beitrag von dir der mir kein Schmunzeln ins Gesicht zaubert sondern eine Gänsehaut verursacht. Zum ersten mal bekomme ich Angst wenn ich mir die politische Entwicklung der letzten Jahre so ansehe.Dabei war ich immer ein eher unpolitischer Mensch der nur „sein Ding“ machen wollte doch damit scheint nun endgültig Schluss zu sein . Bleibt nur das Prinzip Hoffnung dass man jetzt endgültig in unserem Land aus dem Dornröschenschlaf erwacht ….

    nachdenkliche Grüße von der wolfskatze

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  14. Mir ging es ähnlich. Allerdings gegen zwei Uhr Früh, als es bereits so 33:3 für den Donald stand. Überraschen lassen? Ja, warum nicht. Das Bauchgefühl hat etwas dagegen. Dennoch hoffte ich bis zur bitteren Neige auf Mickey Mouse, damit sich die USA, angesichts ihrer vielgesagten Möglichkeiten, noch tiefer in ihr Klischee drücken können. Die Kombination aus Machtkonzentrationen auf mehreren Ebenen und Wahnsinn drückte sich noch unverschämt durch den Morgenkaffee. Sie ist nicht charmant, diese entwaffnende Sprachlosigkeit. Zum Glück klingelte das Telefon dazwischen: „Arbeitest du schon oder bist du noch in der Schockstarre?“ – „Ehrlich gesagt, überlegte ich gerade einen Kaffee mit Schuss.“ Aus der Masse lächelte mir Le Bon. „Jaja, ich weiß ja eh Bescheid.“ Die feine Klinge wurde zur Machete. Auch wenn sie schmerzhaft durch eine Scheinheiligkeit schnitt, die sich wie eine flackernde Neonröhre als gutgesagter Geist political correctness einnistete. Ja. Ich bin besorgt. Schwer wird man hausgemachte, selbstgerufene Geister wieder los. Dieses Bangen steht uns jetzt auch, wie angesprochen, in Österreich bevor. Kurz dazu: Auf dieser skurrilen Bühne, die man nur mit Humor ertragen kann, gibt es keine Zwischentöne mehr. Schwarz gibt es oder Weiß. Blauäugiger, einfältiger Gutmensch oder herzloser, einfältiger Nazi. Wie schön – zwischen Butterkipferl und Würstelstand – ist das Einfachste doch immer noch das Bequemste. Und selbst, wenn es zu denken gibt und im Magen liegt, ist es doch ein nicht überraschendes Déja-Vu, dass der neue Showheld geltungssüchtiger Narziss ist. Hauptsache gut unterhalten. Ich schaltete den Fernseher aus. „Bist du noch dran?“ Ich lache nicht. Ich weine nicht. Im Traum. „Ja“, sage ich. Und: „Ich habe einen guten Schuss da.“

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  15. Ein etwas später Kommentar, aber ein sehr interessanter Blog Beitrag und ich stimme zu. Manchmal präferiere ich auch den „Eskapismus“ (wunderbares Wort btw). Ich glaube tatsächlich, dass wir aufpassen müssen wie soziale Medien uns in kleine Blasen packen, in denen wir nur Gedankenfutter serviert bekommen, dass unsere bereits bestehenden Ansichten bestätigt. So was untergräbt Debatten und Diskussionen und so letztendlich auch demokratische Prozesse. Danke für den Beitrag!!

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