Der irre Alchemist auf dem Dachboden

alchemist

Habe lang überlegt, ob ich dieses niederschreibe oder nicht. Es ist so dermaßen unglaublich, dass ein kritischer Leser mir Fiktion unterstellen könnte, wo doch alles im seppolog sich knallhart an Fakten orientiert, insbesondere seit der russische Geheimdienst hier mitschreibt. Krasse Nummer das mit Merkel und dem Oma-Mord. Kümmert sich der „Focus“ eigentlich auch um die fake news bei WordPress? Dann muss ich mich ja warm anziehen …

Nun gut, es ist eben etwas sehr Ungewöhnliches, auf das ich mit meinem sonst so eher langweiligen Leben gestoßen bin. Gerade mir würde man genau so etwas am wenigsten zutrauen und wegen meiner hohen Unglaubwürdigkeit, die ich genieße, zögerte ich lange mit der Veröffentlichung dieses Tatsachenberichtes. Darum verspreche ich nun, dass alles, was hier im Folgenden geschildert wird, absolut wahr ist! Vertraut diesem Gesicht:

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Bilder haben Macht, Bilder sind alles. Der Leser ist mir nun also kraft dieses Bildes ins Netz gegangen und bereit für eine Geschichte, die alles zu bieten hat, was eine gute Geschichte zu bieten hat, zumal es eine wahre Geschichte ist. Glauben Sie nicht? Können diese Augen lügen?

augen

Auch der Letzte dürfte nun überzeugt und offen für eine kracher Geschichte sein, die sich exakt so zugetragen hat, wie ich sie hier objektiv und emotionslos wiedergebe. Sie glauben mir nicht? Vertrauen Sie diesem rechten Auge:

augen

Sehen Sie! Das ist ein Auge, das nicht lügen kann. Beachten Sie besonders dieses kleine Detail der Retina, das für absolute Wahrhaftigkeit steht:

augen

Na? Damit habe ich nun selbst den argwöhnischsten Zuleser auf meiner Seite. Damit sind nun alle bereit? Für die Geschichte des Jahres?

Der irre Alchemist auf dem Dachboden

Der Titel ist irreführend, das muss ich allerdings direkt zugeben. Gut, ein schlechter Einstieg in eine wahre Geschichte, die kritisch beäugt werden wird. Denn tatsächlich geht es hier um einen irren Alchemisten

im Keller!

Allerdings verhält es sich so, dass der Begriff „Dachboden“ bei Google eine größere Relevanz genießt und meine wahre Geschichte nur auf diese Weise höher gerankt wird. Aber darüber hinaus entspricht alles der absoluten Wahrheit, wenn ich die Geschichte

Der irre Alchemist auf dem Dachboden

im Keller

erzähle. Jetzt, hier im seppolog, wo die Wahrhaftigkeit ihr neues Zuhause gefunden hat. Wo Geschichten grundsätzlich wann anfangen?

Am vergangenen Montag, kurz nachdem ich meine Nachbarin in einem Thermomix ™ versenkt hatte, gehe ich, wie es so meine Art ist, in den Keller, um dort den Müll abzuladen. Also den Hausmüll. Alles sauber getrennt, keinen Sondermüll oder so, alles ordnungsgemäß. Die Mülltüte ist wegen der kaputten Autobatterie sehr schwer, sodass ich sie zwischendurch absetzen muss. Offenbar bin ich zu schwach, um eine Autobatterie zu tragen. Dazu muss man wissen, dass der Keller unseres Hauses ungewöhnlich tief unter der Erde liegt, was mit der ungünstigen Plattentektonik in Düsseldorf-Oberbilk zu tun hat. Den Müll rauszubringen bedeutet für meine Mitbewohnerin und mich einen Weg von zirka zwei Kilometern. Runter geht’s ja noch, aber die Treppen wieder hochzulaufen, ist ehrlich gesagt relativ kacke, wessenthalben meine Mitbewohnerin in der Regel mit dem Müllrausbringen anvertraut ist. Wie auch immer, die Geschichte ist zu wahr, als dass ich hier permanent abweichen könnte. Also, ich runter in den Keller. Treffe unterwegs Bäckermeister Ohßem, den ich am Nachmittag kennengelernt hatte, da er den Mord an Lara aufklärt, diesen aber für einen Unfall hält.

„Na“, sage ich, „Neues in Sachen Mord-Unfall?“

„Ich suche mein Telefon …“, er nur und geht weiter.

Ich dann eben auch. Nach zügigen 15 Minuten bin ich an den Tonnen und stelle fest, dass ich den Müll in der Wohnung vergessen habe. Will schon wieder kehrtmachen, da entdecke ich …

… eine schiefhängende Lampe an der Wand!

Die war mir nie aufgefallen und ihr schiefes Darumhängen droht mir den Schlaf zu rauben, sodass ich einen folgenschweren Entschluss fasse …

Ich gehe hinüber zur Lampe, hebe meinen Arm mit der entsprechenden Hand am Ende, will die Lampe greifen, tue das auch, denn nur deshalb hob ich ja meinen Arm, und will die Leuchte geraderücken, was mir gelingt. Doch bleibt mir keine Zeit, mich über diesen Erfolg zu freuen, höre ich doch plötzlich ein seltsames Geräusch, als würde sich irgendwo eine Geheimtür öffnen …

Und siehe da! Es tut sich in der Tat ein Loch in der Wand auf!

„Ja, lüch ich denn?!“, rufe ich aus und denke, dass mir das niemand jemals glauben wird!

Und tue das, was jeder sofort täte. Rein da! Ich bin ja niemand, der das Risiko liebt. Rein ins Ungewisse, die Gefahr ist mein Gefährte! Ich bin ein Mann und keine bedenkentragende Memme! Da wird nicht überlegt, da gibt es kein Zögern! Wo ein Loch in der Wand, da auch ein Weg hinter der Wand!

Ich ducke mich, da das Loch nicht meine Größe hat, was den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte nur unterstreicht. Wäre sie ausgedacht, würde ich sehr wahrscheinlich passgenau durch das Loch gehen können. Doch weil die Realität sich nicht an Fiktion hält, ist dieses Loch …

… zu klein.

Aber groß genug, um geduckt durchzugehen. Durch jenen Durchgang, der sich hinter dem Loch auftut. Im Grunde, denke ich, ist der Durchgang ein einziges Loch – und …

… umgekehrt!

„Wo hört das Loch auf, wo beginnt der Durchgang?!“, frage ich in die bedrückende Stille.

Keine Antwort.

Ich gehe geduckt in den Durchgang hinein. Der Tunnel wird zunehmend feucht, ich scheine durch eine Wasserlache zu tapern. Aber nein, es ist kein Wasser …

„Mein Gott! Das ist Quecksilber!“

Für die mittelalterlichen Alchemisten waren Quecksilber, Schwefel und Salz die drei grundlegenden Elemente. Das Einhorn symbolisierte das Quecksilber, denke ich so bei mir, als hätte ich es 20 Sekunden vorher bei Wikipedia gefunden. Hochgiftig, überlege ich und halte mir die Augen zu.

„Jetzt kann es mich nicht sehen.“

Gefühlt laufe ich eine halbe Stunde durch jenen seltsamen Durchgang, tatsächlich sind es etwa zwei, drei Minuten, was ich aber nicht weiß. Der Quecksilberstrom wird immer stärker und ich erkenne ein Licht am Ende des Tun-, nein, des Durchgangs. Und noch seltsamer: Dort scheint jemand zu …

… zu …

… zu sitzen!

Bei so viel Wahrhaftigkeit sei mir ein kurzes Durchatmen erlaubt. Diese Nacherzählung eines wahren Ereignis muss hier im seppolog fortgeführt werden!


Bis dahin erfahrt Ihr alles über die Alchemie auf meiner Facebook-Seite!

23 Kommentare

  1. Ich glaube alles! Sofort!
    Alchemisten machen aus Einhornblut Gold, oder wie war das noch? Vielleicht schafft er ja auch das kostbarste überhaupt…. Eine leise Hoffnung macht sich in mir breit.

    (darüber hinaus lache ich laut und applaudieren still… Zu köstlich. Musste an den Ampeln weiter lesen. Etwaige Knöllchen leite ich direkt an dich weiter, okay?)

    Gefällt 3 Personen

  2. Durchgeknallte Alchemisten im Keller? Gewiss ein Absolvent der Silas-University, ehemaliges Mitglied des Alchemy Club dort. Alles klar, alles nachvollziehbar. Aber dass Deine Angebetete den Müll herunter bringt, das kann nur geflunkert sein.

    Gefällt 1 Person

  3. Weia, Weia Seppo. Wenn Du wirklich eine Ahnung vom Guggeln hättest, wüsstet Du, dass es Alchimie oder Alchimist heisst. Denn das von Dir an dem Anfang gestellte Wort, kommt bekanntlich von chimney – oder Schweizerdeutsch: chemi = Kamin. Oder vielleicht gar von Alki – entsprechend dem begehrten Elixier, das goldsüchtig macht. Daher ist es auch besser, vom irren Alchimist auf dem Dachboden zu sprechen, als von einem im Keller – Deiner doch so leidlich irren Gedanken-Unterwelt bzw. ihrem logisch wahren Untergrund.
    Bin gespannt auf die Fortsetzung…

    Gefällt mir

  4. Und wenn du dich nicht anschnallst, dann stirbt ein Einhorn. In der Folge ein Alchemist, weil er nicht mehr genug Einhornblut hat um aus dem vielen Quecksilber Gold zu machen, weswegen er an den giftigen Dämpfen des Quecksilber qualvoll erstickt. Das wirkt sich natürlich auf die Goldressourcen aus. Und damit auf die Goldkunsthandwerker, die kein Rohmaterial mehr bekommen, weswegen sie sich und ihre Familie nicht mehr ernähren können, deshalb diese natürlich nicht mehr einkaufen können, was bedeutet, dass Bäckermeister sterben, weil sie nicht mehr genug verdienen und so wird der Mord-Unfall niemals mehr nicht aufgeklärt….

    Bitter

    Gefällt 1 Person

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