Seppo isst: So kocht Seppo

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Es wurde ja schon lange spekuliert, ob sich das seppolog dem Trend anpasst und zu einem Kochblog wird, das dann aber natürlich unter der Bezeichnung foodblog firmieren würde, etwa als seppoISST, was wieder einmal ein gelungenes Wortspiel wäre. Doch bevor seppoISST im April als eigener Blog an den Start geht, wird hier zunächst die Resonanz getestet, woraus die Macher des seppologs keinen Hehl machen.

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Auch wenn „food“ supi trendy und nach wenig Kalorien klingt, wird hier weiterhin von Essen gesprochen, da es ja nicht darum geht, etwas zu verschleiern oder es so zu machen, wie es rund tausend andere Blogger machen. Außerdem klingt „food“ wie Futt, wenn man es erst einmal mit vollem Mund ausspricht. Und Futtblog meint etwas völlig anderes.

Im Rahmen meines Muskelaufbauprogrammes komme ich nicht umhin, meine Ernährung umzustellen. Erste zaghafte, wenig vielseitige Anfänge habe ich bereits getan und esse seit etwa zwei Wochen kaum noch Kohlenhydrate, dafür Unmengen an Eiweiß. Dass diese Art der Ernährung ein regelrechter Fetisch ist, beweisen mir mehrere „Fitnessfood“-Gruppen bei Facebook, denen ich beigetreten bin. Danke an Tim an dieser Stelle, der mich jüngst in eine sehr exklusive Gruppe eingeladen hat …

Meine Kochkünste sind okay, gehen über das übliche Kochen von Eiern und Nudeln hinaus und ich behaupte auch, dass es so schwer ja nicht sein kann, das Kochen, denn es werden ganze Bücher verlegt, die von Koch-Instruktionen nur so wimmeln und es steht sogar meist dabei, wie groß der Zeitaufwand für das jeweilige Gericht ist. Das ist vergleichbar mit dem relativ neuen Service beim Verkehrsrundfunk, der dem Hörer inzwischen auch mitteilt, wie viel Zeit ihn der vier Kilometer lange Stau bei der Abfahrt Düsseldorf-Bilk kosten wird. Abend für Abend …

Für mich besteht die Schwierigkeit nun darin, Rezepte zu finden, die von den üblichen abweichen, da ich ja beispielsweise keine Pizza machen darf, sondern lediglich eine low carb pizza.

Dass „carb“ Kohlenhydrate meint, ist einigermaßen klar. Was sich aber hinter „whey“ versteckt, weiß ich erst seit einigen Tagen: „Molke“. Aber natürlich sprechen die Hobbyköche dieser Welt Englisch, sodass auch ich nicht einfach nur Proteinpulver benutze, sondern impact whey protein, also Molkeeiweiß. Denn damit ging es los, als ein guter Bekannter von mir, der hier Kromeier heißen soll, mich in die Welt der Nahrungsergänzungsprodukte einführte. Oder besser: Nahrungssubstitionsprodukte, denn es geht darum, dass mein Eiweißpulver andere Zutaten substituiert und eben nicht ergänzt. Ich hab’s erst auch nicht begriffen, doch Krobald klärte mich auf:

„Also, Seppo, wenn du beispielsweise gesunde Kekse backen willst -“

„Weißt du, woher der Begriff ‚Keks‘ kommt?“

„Ja. Also, wenn du nun gesunde Kekse-“

„Von ‚Bahlsen‘! Aus dem englischen ‚cakes‘.“

„Unterbrich mich nicht ständig und außerdem stimmt diese Erklärung nicht mal. Also, wenn du nun Kekse backen willst, die kohlenhydratarm sein sollen, machst du den Teig im Grunde aus Eiweißpulver und Eiern. Schon hast du gesunde Kekse, wobei du im besten Fall auch den Zucker substituierst.“

Dann sind die Plätzchen, die in foodblogs allerdings cookies genannt werden müssen, dem Muskelaufbau zuträglich und nebenbei hauen sie nicht so rein. Und weil ich solche Dinge gerne umgehend ausprobiere, habe ich mir zwei Säcke Eiweißpulver bestellt. Bei „Amazon“ natürlich.

Für die Kritischen unter den Lesern: Eiweißpulver ist nicht ungesund, nur weil es in Reinform verkauft wird. Nimmt der Körper zu viel Eiweiß auf, scheidet er das überschüssige mitsamt Paukenschlag aus. Eine erhöhte Eiweißzufuhr regt die Nierentätigkeit an, die unbedingt mit erhöhter Flüssigkeitsaufnahme einhergehen muss, sonst können sich Nierensteine bilden. Und als ich hörte, auf welchem Wege die wiederum ausgeschieden werden, leerte ich direkt eine Flasche Wasser … Zwei Liter Flüssigkeit am Tag sind zu wenig, setzt man auf Proteine.

Denn seit zwei Wochen esse ich pro Tag etwa fünf Eier und meine Lektorin ist der Auffassung, das habe mit Varianz nicht viel zu tun. Selbstredend informierte ich sie umgehend darüber, dass ich zwar jeden Tag fünf Eier esse, die aber immer wieder in anderer Form.

„Eier kannst du am besten als Omelett zu dir nehmen!“, riet mir Kromeyer.

Und so mache ich es. Diese Omeletts werden allabendlich mit anderen Zutaten versehen, aber ja, ich weiß natürlich, dass es etwas einseitig ist. Doch genau da liegt das Problem: Natürlich wimmelt es überall von Eiweiß-Rezepten, doch man braucht einiges an Zeit, diese auch adäquat auszuprobieren. Aber genau diese Zeit nehme ich mir am kommenden Wochenende zusammen mit Hobbyprofikoch Kromayer, der mir drei Herausforderungen gestellt hat, schon morgen Abend geht es los. Mit:

„Deine erste Hausaufgabe wird die Zubereitung einer Pizza sein, deren Teig natürlich ohne Mehl auskommt!“

„Darf man es dann noch ‚Pizza‘ nennen?!“, hakte ich kritisch nach. Denn ich fühlte mich direkt an vegane Ausgeburten erinnert, die versuchen, exakt das nachzuahmen, was Veganer nicht essen möchten: Wurst. Burger. Schinken-Spicker. Und nun will mir Kromaier Pizza unterjubeln, die keine ist?!

„Seppo, beruhige dich. Was die Veganer da tun, ist wirklich frei von Sinn und Verstand, was ihrer Ernährung geschuldet ist. Du wirst aber feststellen, dass der Pizzateig, den du am Freitag aus Magerquark und Eiern herstellen wirst, eine Sensation ist!“

In diesem Moment fällt mir wieder Tim ein, der mir seinerseits einen Pizzateig andrehen wollte, der grundsätzlich aus Thunfisch besteht. Da ich das noch grotesker finde als Kromayers Rezept, lasse ich mich auf letzten gerne ein. Ich mag auch gar keinen Thunfisch. Ich schrieb es schon mal, aber Thunfisch esse ich nur dann, wenn ich ihn bei gedimmtem Licht versehentlich für Hackfleich auf einer Pizza halte.

„Die Pizza belegst du mit Emmentaler. Nimm keinen anderen Käse, denn Emmentaler hat die höchste biologische Wertigkeit.“

„Heißt was?!“

„Dass er gut ist. Und voller Eiweiß. 100 Gramm gestehe ich dir zu, denk ans Fett! Salami fällt weg, du nimmst Serrano-Schinken, Rucola und Tomaten. Mehr nicht.“

Rumcola?!“

Rucola!“

„Schade.“

Das also werde ich morgen testen, weiß aber jetzt schon, dass ich die Eierdosis verdreifachen werde, da ich pro Tag auf zirka 146 Gramm Eiweißzumirnahme kommen muss. Meine Lektorin wird sagen, dass ich im Grunde ein Omelett belegt mit Schinken essen werde, was sehr an mein gestriges Omelett mit bacon erinnert. Ganz Unrecht hat sie nicht.

Zu den weiteren Hausaufgaben, die mir Kromeyer aufgab, werde ich mich zu gegebener Zeit äußern. Paprikas werden dabei eine große Rolle spielen, nachdem ich einen Vorschlag Kromeier unwirsch abgelehnt hatte: den Paleo-Burger. Geht wieder in die Tofu-Wurst-Richtung; die Brötchen des Burgers werden durch Ananas-Scheiben substituiert. Das ist doch kein Burger mehr!

Apropos Ananas: Fragte jüngst meine gute Freundin Sabrina USA:

„Was hältst du von Analsex?“

Sooo gut sind wir nicht befreundet, dass der eine Option wäre, doch die Tücken der Autokorrektur am Handy akzeptierten meine Ananas nicht. Unglücklicherweise hat Sabrina sofort eingewi-

Nun gut. Mit seppoISST startet also eine zweite Serie neben seppoFIT, die meine sympathische Körpertransformation öffentlichkeitswirkungslos begleiten soll.


Auf Facebook bin ich nicht mit meinen Eltern befreundet.

21 Kommentare

  1. Klingt schon jetzt nach einem echt lustigen Kochfiaski 😀 Du startest doch nicht am 1. April oder? Egal, hauptsache du wirst satt und deine Fans haben Spaß! P.S. In den meisten Kochbüchern steht total viel Unsinn, weil die praktisch aus Satzbausteinen zusammengewürfelt werden 🙂

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich erkenne einen direkten Zusammenhang mit nicht realen Stauzeiten und nicht realen Kochzeiten in Kochbüchern 🙂
    Das wird ja tatsächlich noch ein echtes Seppoversum – bin gespannt auf Deine Rezepte – da hätt ich nämlich auch was davon 🙂

    Gefällt 4 Personen

  3. Da lass‘ ich mich mal überraschen. Etwa schon wieder so ein Kochblog wo das Essen zur Religion wird? Warum muss immer alles gesund sein? Warum muss immer alles einem hypen Trend folgen? Es gibt so viele leckere Nahrungsmittel, schon lange, die werden in den Trends „verboten“. So wie das Rauchen. Soll doch jeder selbst wissen was ihm schmeckt. Wieviel er isst. Oder ob er sich kasteien möchte. Es gibt Leute die trinken täglich 3 ( i.W.drei ) Wasser. Andere wiederum 3 L. Bier oder Wein. Diejenigen die weniger trinken sind bis heute nicht verdurstet. Und wenn sie nicht gestorben sind trinken und essen sie immer noch. LG Hartmut

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