Alternatives Ende der Weltgeschichte I

endedergeshcichte

Bevor wir starten, hier die Frage des Tages: Wer kam aus Unkel? Die Lösungen bitte in die Kommentare. Ich habe es nämlich vergessen. Tippe auf einen Sozialdemokraten, sehe mich aber außer Stande, jetzt „Willy Brandt“ zu googeln.

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs, der wider Erwarten keinen lauten Knall erzeugt hat, sondern angenehm ruhig über die Bühne der Welt ging, riefen Historiker das Ende der Geschichte aus (Unter anderen Francis Fukuyama, wenn ich nicht täusche. Er kommt nicht aus Unkel). Dass sie irrten, wissen wir längst. Und man hätte es wissen können. Somit warten nach wie vor rund 7,4 Milliarden Menschen derzeit auf den Abschluss der Geschichte.

Wegen einer falschen These, einer These, die vielleicht auch durch die jüngsten Unruhen im Zusammenhang mit der äußerst friedvollen Einverleibung der Krim falsifiziert ist, wird also ein Historiker, nein, eher ein Politikwissenschaftler berühmt. Ich erinnere mich gut, als ich vor rund zwei Jahren die Allgemeine und Spezifische Relativitätstheorie widerlegt habe, als ich eigentlich die niedrigste noch unbekannte Primzahl suchen wollte (2). Trotz meines Gegenbeweises

Die Zeit verläuft im gekrümmten Raume dimitri zur Zeitraumfalsiverifizierung, womit Einsteins Geschwafel widerlegt ist.

ist Albert Einstein nach wie vor kein Unbekannter. Und warum sollte so etwas nicht auch mir gelingen? Ich habe auch Politikwissenschaft studiert. Ich stelle einfach mal eine These auf und hoffe, dass die Menschheit etwa 100 Jahre benötigt, um diese zu widerlegen, nachdem ich allerdings schon schubhaft Meriten dafür eingeheimst haben werde. Und wer nun glaubt, ich sei dem Größenwahn anheimgefallen, der irrt – siehe Fukuyama. Er verkündet einfach so das Ende der Geschichte. Und nun, 24 Jahre später, stehen wir da mit mehr Konflikten als je zuvor.

Was faktisch im Übrigen nicht korrekt ist. Nie gab es weniger Kriege, nie weniger Hungertote, nie weniger Terrortote (Deutschland), obwohl diese Zahl derzeit natürlich wieder ansteigt. Noch dürfen wir davon ausgehen, dass die RAF mehr Terror-Opfer in Deutschland forderte als derdiedas IS-ISIS. Ist aber auch lungo, denn was hilft ein Skontrieren? Nichts. Aber es könnte Hysterie zu vermeiden helfen.

Nicht der IS wird unser aller Ende sein. Nicht großzügig eingesetzte Atomwaffen. Es sind nie die Dinge unser Ende, denen wir es zutrauen. Das Waldsterben verzögert sich beispielsweise immens. Ich bin heute Morgen noch vor einen Baum gefahren. Da wäre vollendetes Waldsterben ein großer Wunsch von mir gewesen. Das Ozonloch, es schließt sich wieder, während wir nach wie vor Haarspray benutzen können. Atomwaffen könnten uns wohl durchaus einmal weit zurück werfen, aber sie werden nicht unser Ende sein. Was aber dann?!

Ich gehe an einem Haus vorbei, auf dem geschrieben steht „Anno 2089“. Das Haus ist also erst elf Jahre alt, denn wir schreiben das Jahr 2100. Warum ich noch lebe? Ja, das ist eine irre Geschichte, das kann man im Jahr 2016 unmöglich für wahr halten. Doch als nach „Apples“ Niedergang und Verkauf an „Yahoo-Microsoft“ im Jahr 2028 das Zedrox erfunden wurde, änderte sich alles.

(Immer wieder stoße ich in Artikeln auf die Frage, wann eigentlich der Mensch wieder einmal Herausragendes erfindet. Denn das Internet wäre die letzte große Erfindung, aber auch sie ist keine Erfindung sui generis. Klassische Beispiele sind eher das Auto, das Flugzeug oder meinetwegen das Spinnrad. Völlig neue Technologien. Das gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Mensch setzt derzeit nur auf Weiterentwicklungen, was insbesondere der deutschen Industrie angelastet wird, die aber damit ausgesprochen erfolgreich fährt.)

Das Zedrox ist die erste originäre Innovation seit Langem, eine völlig neue Technologie, die eben nicht bereits Bestehendes lediglich weiterentwickelt. Zunächst war ein Zedrox für den Einzelnen unerschwinglich wie zu meinen Jugendzeiten der Tintenstrahldrucker. Doch im Laufe der Jahre hatte jeder Haushalt sein Zedrox.

Übrigens, als völliger Irrweg hat sich das Elektro-Auto herausgestellt. Es gibt Innovationen, die klar besser sind, sich aber nicht durchsetzen, da sich während ihrer langen Entwicklungszeit die (Markt-)Situation schwer ändert. Der Transrapid beispielsweise sollte die Lücke zwischen Auto und Flugzeug schließen. Während er jedoch über 30 Jahre lang zur Marktreife entwickelt wurde, kam der „ICE“, der diese Lücke viel schneller schließen konnte, womit der Transrapid, technologisch überlegen, aus dem Rennen war. So kann es auch dem Elektro-Auto ergehen. Es gibt ein Konkurrenz-Produkt, das ihm überlegen ist, solange das E-Auto mit konventionellem Strom fahren würde: Der Benziner. Es ist leider so. Das E-Auto ist nicht umweltfreundlicher. Noch nicht.

Und auch ich hätte für das Jahr 2100 erwartet, dass jeder mit einem E-Mobil durch die Gegend tuckert. Doch wie sooft in der Geschichte geschehen zwischendurch Dinge, mit denen nun wirklich niemand gerechnet hat. In Deutschland war es die Machtergreifung der AfD, auf der ich ja so gerne rumreite, was ich aber weniger schlimm finde, als sie zu wählen. Es haben sie so viele gewählt, dass sie, noch in der Opposition befindlich, 2027 gegen Kanzler Steinmeier, dessen Wahlkampf-Manager ich übrigens war (Man nannte mich den „demokratischen Demagogen“, was mir irgendwie gefiel.), geputscht haben. Das war enttäuschend, aber das zunehmend dumm werdende Volk stand hinter den Rechtspopulisten mit den komischen Gesichtern (Ab 2021 hat jedes AfD-Mitglied eine Clowns-Nase getragen. Das begann als Gag, setzte sich dann aber in dem Haufen durch.). Als erste Maßnahme baute die AfD-Regierung Vorurteile sowie eine Deutschland umschließende Mauer auf. Hier und da gab es Türen. 2033 allerdings standen so viele Menschen vor dieser Mauer, dass diese nachgab. So ist es doch immer mit politischen Mauern. Nun drohte ein riesiger Flüchtlingszug Deutschlands Gastfreundschaft zu erbitten. Ich wiederum bitte den Leser, hier keine Wertung hineinzulesen; für mich gilt nach wie vor, dass wir Flüchtlinge ins Land lassen sollten. Alles andere ist indiskutabel und überdies ziemlich dumm. Ich will nur auf Folgendes hinaus: Die AfD beschloss, sämtliche Straßen in Deutschland abzubauen. Deutschland hatte ab 2035 keine einzige Straße mehr. Die AfD begründete diesen Coup damit, dass nun kein „Fremder“ den Weg durch das Land in das Land fünde. AfD-Logik.

Das allerdings war auch das Ende des Elektro-Autos. Und damit hatte wohl niemand gerechnet. Und die fehlenden Maut-Einnahmen aus den Tempo 30-Zonen hatte auch niemand vorher einkalkuliert. Aber so ist sie, die AfD. Kurzsichtig.

Zurück zum Zedrox, das ursprünglich „Zedron“ heißen sollte. Doch wenn Ihr mal „Zedron“ googelt, seht Ihr, dass es das bereits gibt. Das Zedrox also nun in jedem Haushalt seit den 2030er-Jahren. Und somit war es jedermann zumindest der Oberschicht, die es auch formal wieder gab, seit die AfD die Regierungsgeschäfte übernommen hatte, möglich, das eigene Leben via In-App-Käufen zu verlängern. Das war nicht erschwinglich, aber für mich durchaus, da ich mit dem seppolog im Jahr 2017 meinen Durchbruch feiern konnte. Und so verlängerte eben auch ich mein Leben, sodass ich aus dem Jahr 2100 berichten kann. Jetzt schon, was nun wirklich nicht logisch ist. Doch wer von uns hat schon Zeit, jetzt bis 2100 zu warten. Selbst kommendes Weihnachten ist mir noch zu weit weg.

2100, das Jahr, in dem die Weltgeschichte zu einem alternativen Abschluss finden wird. Demnächst mehr dazu, hier im historikolog.


Bis dortenhin bleibt mir gewogen auf meiner Facebook-Seite!

17 Kommentare

  1. Ich bin verwirrt…. wer kommt woher wohin? Hm. Irgendwas muss ich verpasst haben.
    Apropos afd. Ist die Petry immer noch im Schrank? Nach soo vielen Jahren? Das müsste doch inzwischen riechen – aber gibt es diese Wohnung dann immer noch? Ergo, diesen Schrank? Bzw, ist es immer noch Deine Wohnung? Der Nachmieter müsste ja einen ordentlichen Schock bekommen haben. Der/Die Arme. Eine Petry im Schrank zu finden, in der Zukunft. 😮 Also für mich ist das immer noch im Kopf, ich werde das nicht los.

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  2. Hat dies auf "Einen Spiegel! Dass ich mir in die Fresse speien kann!" rebloggt und kommentierte:
    In dieser Woche zog ein deutschnationaler Sprechchor durch meine Straße. Da ich gerade keine Tomaten zur Hand hatte bzw. mir das vorhandene Gemüse zu schade war für den da unten im Schunkeltakt gröhlenden Hackemob (nochmals vielen Dank, Herr Stevenson, für dieses schöne Wort!), antworte ich heute nachträglich mit diesem Reblog.

    „Nicht der IS wird unser aller Ende sein. Nicht großzügig eingesetzte Atomwaffen. Es sind nie die Dinge unser Ende, denen wir es zutrauen.“

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