Anglizismen – eine Handreichung

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Da will man sein Strohwitwer-Dasein bei seiner Sonntagszeitung und laufendem Formel 1-Stream ausklingen lassen, da kommt einem im ersten Vorspann, lead, also dem Teil unter der Überschrift, der Bergriff „Handreichung“ unter. Bei solchen wie ich finde schönen Begriffen bekomme ich einen Orgasmus. Denn bereits zu meinen Uni-Zeiten hieß das schon handout oder – nicht ganz korrekt – paper. Der Prof teilte uns Zettel aus, die überschrieben waren mit paper. Als müsste man auf ein Auto „Auto“ drucken, um zu erkennen, dass es ein Auto ist. Aber manch Prof hat einen kleinen Schwanz, sodass er diesen kompensiert mit maximalem Einsatz von Anglizismen. So wie die Uni in Münster sich bei Facebook münster university schimpft. Hahahahaaha, da lache ich eher, als dass ich weine. Weil die Uni Münster ja von internationalem Range ist! Wie lächerlich. Ein Dozent trieb es mal auf die Spitze, als er uns für das Einloggen in seine homepage „digitale goodies“ versprach. Was auch immer damit meinte, ich boykottierte ihn fortan. Stiller, ungehörter Protest.

Vor Jahren ging es ja los in der Werbung. Alles möglichst englisch. Das gipfelte für mich in der Umbenennung der „Salzletten“ in saltlets oder „Dextro Energen“ in dextro energy. Wird boykottiert. Irgendwann nahmen die Anglizismen dann Einzug in die Alltagssprache. Wir fluchen inzwischen nicht mehr fäkal mit „Scheiße“ oder „Kacke“, sondern bedienen uns des fuck, obwohl ein schönes „ficken!“ fiel befreiender ist. Ich weiß, ich stehe damit sehr alleine da, aber mir wäre es peinlich, zum Fluchen die Sprache zu wechseln.

Vor ziemlich genau zehn Jahren öffneten in Münster die „Arkaden“. Ich stand dort mit meiner Mitbewohnerin, die damals nicht meine Mitbewohnerin war, in einem Aufzug. Wir wollten ins Erdgeschoss, fanden aber kein „E“ auf der Tastatur und wussten auch nicht so richtig, auf welcher Etage wir uns befanden. Wir überlegten daher, das B zu drücken, fragten uns aber, wo das B hinführt. Heute mag das klar sein, aber wir standen vor einem Rätsel. Ein älteres Ehepaar kam dazu und wir überlegten zu viert, ob das Drücken der B-Taste uns in ein großes Abenteuer führen würde. Wir fassten allen Mut zusammen, drückten B und es ging abwärts. In den Keller. Basement. Hahahahaa. Auch hier also wieder kleine Pimmel am Werk. U wäre zu einfach gewesen. U hat sich wohl nicht durchgesetzt in der Geschichte der Aufzüge in Deutschland.

Weil ich mich gerade zum x-ten Male über diese Verseuchung der deutschen Sprache aufrege, hab ich verpasst, dass Vettel nur Vierter geworden ist. Mir sind die Argumente der Leute mit Mini-Schwannek natürlich bekannt: Sprache sei lebendig, entwickle sich immer weiter, profitiere vom Einfluss anderer Sprachen, was nie anders gewesen sei. Aber welche Sprachgemeinschaft treibt das mit so einer verve voran?! Ob’s der Tarifdschungel der Deutschen Telekom (t-home) oder der Fahrradverleih der Deutschen Bahn (call a bike) ist: Es führt doch nicht zu mehr Klarheit. Da sitzen irgendwelche marketing-Menschen, die glauben, ihr Werbesprech sei Dogma und denken sich so einen Scheißdreck aus. Aber hier und da wird das ja durchaus erkannt, der Fahrradverleih soll bald wieder einen verständlichen Namen erhalten, der service point heißt wieder „Information“.

Und wäre nicht mal die Gegenbewegung in der Werbung ein Alleinstellungsmerkmal? So wie VW international mit „Das Auto“ wirbt? Warum eigentlich heißen die Waschanlagen bei Tanken immer car wash? Oder warum sehe ich Parkhäuser mit der Aufschrift parking? Ich bin wahrlich niemand, der zwanghaft alles eindeutschen will; ich spreche auch von homepage und nicht von der „Heimseite“, einem Begriff, der eh von einer politisch fragwürdigen Gruppierung okkupiert worden ist. Ich sage auch laptop und nicht „Klapprechner“. Aber muss ich von paper sprechen, wenn ich ein beschriebenes Blatt Papier meine?! Die Motive dahinter sind eben nicht immer mehr Klarheit, sondern einfach die Erektion dabei, wenn man wieder mal einen geilen Begriff aus dem Englischen gefunden hat. Besonders irre wird es, wenn ein amerikanischer Film mit natürlich englischem Titel in Deutschland einen neuen, einen anderen englischen Titel bekommt. Völlig absurd. Reesch disch nich uff, würde ein Kollege von mir nun sagen, aber dieses ist das Einzige, was mich wirklich auf die Palme bringt. Vielem anderen stehe ich gleichgültig gegenüber. Griechen-Rettung?! Wird schon gutgehen. AfD? Zerfleischen sich selbst. Pegida? Arme Irre. Altersarmut? Gibt es noch gar nicht. Schere zwischen Arm und Reich? Schließt sich derzeit wieder. Alles wird gut.

Meine Mitbewohnerin kehrt in wenigen Minuten zurück. Sie ist gerade außer sich, weil die Bahn, in der sie sitzt, Verspätung haben wird. Eine Passagierin glaubte, sterben zu müssen und tätigte den Notknopf. Sie starb aber gar nicht. Außerdem sei erst seit wenigen Minuten die Klima-Anlage eingeschaltet. Und sie glaubt, Tinitus zu haben. Über meinen Tinitus sollte ich auch mal schreiben. Und dann mit Doppel-N.

77 Kommentare

  1. Im Allgemeinen finde ich die Nutzung von Anglizismen gar nicht sooo schlecht … Aufregen kann ich mich aber immer dann, wenn sich zeigt, dass die Anwender den deutschen Begriff gar nicht kennen.

    In einer hoch wichtigen Besprechung einfach mal im passenden Moment beim Nutzer nachfragen …. Das bringt die Erektion …. Aber nicht beim Redner 🙂

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  2. Sehr erfrischend, Dein Artikel. Gefällt mir!
    Den Begriff „Handreichung“ sollten wir nochmal klären. Hat nix mit Papier und Handout zu tun. Da war der Prof falsch gewickelt.

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    • Am Anglizismus an sich wäre wenig auszusetzen, gilt es doch auch als schick (chic), französisch zu parlieren oder die nicht vollkommene Nutzlosigkeit des Besuchs der gymnasialen Oberstufe mit geschickt in die Konversation eingestreuten lateinischen oder altgriechischen Bröckchen unterschwellig hervorzuheben. (Zum gelungenen Oxymoron der letzten beiden Worte gratuliere ich mir innerlich.)
      Der gemeine Anglizismus wird, genauso wie der Pseudoanglizismus, in ähnlicher Absicht angewandt. Weltläufigkeit, Internationalität und Aufgeschlossenheit soll er suggerieren und verweist dabei doch nur auf tiefste Provinzialität. Gestützt wird diese Hypothese durch die vergleichende Betrachtung des Sprachgebrauchs von Lokalradiomoderatoren. Je provinzieller, spießiger und kulturell zurückgebliebener die Gegend, desto häufigere Anglizismen. Ähnlich in Großstädten: je kleiner das Gemüt der Zielgruppe, umso pseudoanglizistischer die mediale Ansprache.

      Ein ganz anderes Thema sind die angelsächsischen Sprachblasen im Umfeld von Universitäten und wie wir sie in Berliner Szenebezirken finden: gegen das englische als lingua franca (bedingt durch den bedauernswerten Rückzug des Lateinischen) ist wenig einzuwenden. Das Ausweichen in eine gemeinsame Drittsprache aber hat mit der beklagenswerten übermäßigen Verwendung von Anglizismen in der alltäglichen Muttersprache wenig zu tun.
      Auch in Berlin gibt es aber neben den angelsächsischen Sprachblasen Anglizismusblasen; die Start-up-Szene zum Beispiel. Böse Zungen wären wiederum geneigt, den am Beispiel der Radiomoderation dargestellten Erklärungsansatz auch hier für zutreffend zu halten: so manche Geschäftsidee für investitionswürdig zu halten würde durch ein einfaches Gemüt zweifellos deutlich erleichtert.

      Neben allgemeinem, oben angerissenen Kulturpessimismus gibt es aber auch einen ganz praktischen Grund, sich den Anglizismen und Pseudoanglizismen zu verweigern: das ist die Mehrdeutigkeit und Unschärfe der englischen Sprache. Bei „laptop“ wird zumindest der männliche Teil der Leserschaft an ein (im Regelfalle, aber nicht notwendigerweise – das ließe sich nach persönlichen Vorleiben anpassen – weibliches) scharfes Gerät denken, das sich lasziv auf dem Schoß des Lesers niedergelassen, wobei doch eigentlich nur eine schnöde multimediale Schreibmaschine gemeint ist.
      Dazu fand ich im Handbuch des modernen Militärwesens, erschienen im Militärbuchverlag der DDR um 1968 herum, folgenden hier aus dem Gedächtnis zitierten prophetischen Satz: „Die Entwicklung feldverwendungsfähiger, tragbarer Mehrzweckelektronenrechenmaschinen kündigt sich an.“ Damit ist der moderne „laptop“ (das elektronische Gerät!) allerdings noch nicht hinreichend beschrieben; die Definition träfe auch auf einen besseren Taschenrechner zu. Der „laptop“ ist nämlich naturgemäß auch frei programmierbar und, zumindest wenn er binnen des letzten Jahrzehnts in den Verkehr gelangt ist, auch datenfunkfähig. Feldverwendungsfähige, tragbare, frei programmierbare Mehrzweckelektronenrechenmaschine mit Datenfunkfähigkeit wäre also der korekte und zweiffellos nützlichere, weil präzisere deutsche Ausdruck. (Ergänzend sei angemerkt, daß während meiner Dienstzeit ein Mobiltelephon, das im englischsprachigen Ausland übrigens niemals „handy“ genannt wird, im Bundeswehrdeutsch beinahe ein „tragbares Teilnehmerendgerät im drahtlosen digitalen Wählnetz“ geworden wäre.)

      Cheers!

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      • Da hast Du bei mir die falsche Person gefrunden. Sicher weiss ich, dass Handy Blödsinn ist und es Cell phone heisst 😉 Und es stimmt auch generell nicht, dass je weniger interenational man ist, desto mehr Anglizismen man gebraucht. Ich denke, man braucht dann andere. Und dass manche benutzt werden ,liegt daran, dass manche Woörter so bedeutungslastig áuf deutsch sind, dass ein Anglizismus es besser trifft. Denn die englische Sprache ist genauer und vielfältiger als die deutsche. Ich sehe das anders als Du und ich würde schon von mir behaupten, englisch auf muttersprachlichem Niveau zu beherrschen! Seeya !

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        • Die englsiche Sprache hat meines Wissens nach mehr originäre Wörter als die deutsche (also wenn wir die Komposita ausblenden).
          Durch die Möglichkeit, sich seine Wörter bedarfsgerecht zusammenzubasteln (das können anderer Sprachen auch, aber in kaum einer wird das so exzessiv praktiziert wie im Deutschen) kann das Deutsche aber präziser sein.
          Im Englischen ist die Verständlichkeit oft nur aus dem Kontext heraus möglich; im deutschen kann man die Kontextabhängigkeit um den Preis einer gewissen Umständlichkeit durch exzessiven Komposita-Einsatz drastisch reduzieren.
          Durch die Kürze klingt das Alltagsenglisch eben oft prägnanter.

          Englisch auf muttersprachlichem Nivau wurde mir übrigens sowohl zu Abi-Zeiten wie auch später vom Bundessprachenamt attestiert, allerdings nur im Lese- und Hörverständnis. Aktiv schreibend und sprechend hat’s zum Muttersprachler leider nie gereicht, nur dazu, daß mich der kanadische Verbindungsoffizier an der OSH während eines Lagevortrages einmal rügte – ich solle doch daran denken, daß ich in internationalen Stäben nicht nur vor Briten, Kanadieren und Mitteleuropäern vortragen würde, sondern oft auch vor US-Amerikanern. Die könnten angeblich einer gewählten Ausdrucksweise erfahrungsgemäß oft nicht folgen…
          Das sorgte kurzfristig für etwas Erheiterung.

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        • Hast DU englische Literatur gelesen? Die Übersetzungen ins Deutsche sind oft sehr viel länger und umständlich. Die englische Sprache kann Dinge eleganter ausdrücken und die gesprochene Sprache ist oft kürzer, das sehe ich auch so!
          Tja und was das Vorurteil gegen US Amerikaner angeht, dem kann ich nicht folgen. Es mag sein, dass das Niveau des gemeinen Soldaten niedrig ist, aber das würde ich beim deutschen auch nicht anders sehen. Und ob der Durchschnittsamerikaner schlechter englisch spricht als der Durchschnittsdeutsche deutsch, weiss ich nicht !

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        • Ich glaube, wir sind da gar nicht so weit voneinander entfernt. Das Englische ist kürzer und prägnanter; oft auch eleganter. Da gebe ich Dir Recht.
          Aber es ist eben auch sehr kontextabhängig. Das deutsche Äquivalent eines englischen Ausdrucks ist dann fast immer länger und umständlicher (da hast Du auch recht), kann dafür aber auch ohne Rückgriff auf einen explizit dargestellten oder implizierten Kontext eindeutig verstanden werden.
          Also halte ich das Englische für prägnanter, das Deutsche dagegen für präziser, wie einrücklich am Beispiel des laptops gezeigt.

          Übersetzungen sind übrigens sehr oft ziemlich grausig; manche englischen Wortspiele sind im deutschen einfach nicht ohne Bedeutungs- oder Witzverlust übersetzbar. Wenn möglich versuche ich einen Text oder einen Film immer im Original zu lesen bzw. zu schauen.

          Was das intellektuelle oder Bildungnivau von US-Amerikanern angeht erübrigt sich eigentlich auch jedes Diskussion, weil es den typischen US-Amerikaner eben nicht gibt. Ich haben hochintelligente und gebildete Offiziere und sehr fähige Unteroffiziere kennen gelernt, aber die meisten Mannschaften waren… nun ja, wie drücke ich das jetzt aus, ohne diskriminierend oder abschätzig zu werden? Sagen wir mal, sie bedurften ständiger Dienstaufsicht und besonderer pädagogischer Aufmerksamkeit. Aber das ist eben der Preis für eine Berufsarmee und bei den Briten, Franzosen und Spaniern nicht anders – und auch uns wird es in wenigen Jahren nicht anders ergehen! (Nur mit der Wehrpflicht hat man sozial entsprechend der Verteilung der Gesamtgesellschaft durchmischte Mannschaftsränge; in einer Berufsarmee dagegen verpflichtet sich tententiell nur der als Mannschaft, der nicht das Potential für höherer Laufbahnen hat; die Mannschaften rekrutieren sich in einer Berufsarmee also nahezu zwangsläufig zu einem überdurchschnittlichen Anteil aus bildungsfernen Schichten. Aber wir schweifen ab.)

          Ich denke eher, daß sich hier der Kanadier den kleinen Seitenhieb auf den großen Nachbarn nicht nehmen lassen wollte. Wobei mir bei gelegentlichem Medienkonsum schon auffällt, daß die im englischen Fernsehen genutzte Sprache deutlich komplexer zu sein scheint als beim amerikanischen.

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        • meinst Du bei englischem TV britisches? Ich würde sagen, Amerikaner produzieren mehr und auch mehr wenig anspruchsvolles, das könnte den Eindruck erwecken, dass die Sprache nicht so komplex ist, aber hast Du schon einmal die New York Times gelesen? Oder die Zeitschrift „The New Yorker“…

          Ja, die Kanadier haben generell einen Minderwertigkeitskomplex…..und was so lustig ist, die meisten Deutschen finden Kanadier cool, Amerikaner nicht….dabei sageten früher die Amerikaner schon, Kanadier sind Amerikaner mit Krankenversicherung;-)

          und ich sehe es eben anders, ich lese lieber ein englischsprachiges Fachbuch als ein deutsches. Gerade die Deutschen meinen, je kompliziertes desto intellektueller.

          Die einzige TV show, die genial übersetzt wurde, ist meiner Meinung nach, King of Queens. Ich schaue auch alles nur im Original.

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        • Deshalb schrieb ich ja Fernsehen. Amerikanische Printmedien können teilweise durchaus was. Die von Dir angesprochene NYT ist ja nicht nur sprachlich eine Instanz. Wenn ich die Zeit finde lese ich natürlich auch die Foreign Affairs, die ist für sicherheitspolitisch Interessierte ein Muß.

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        • Daß es um die Deutschkenntnisse der meisten Deutschen schlecht bestellt ist dürfte ja auch keine Überraschung sein. Schau Dir alleine meine vorige Antwort an, so viele Schreibfehler…
          Korrekte Grammatik beherrscht auch niemand. Wie oft wird denn in der Alltagssprache weil als Konjunktion und nicht als Subjunktion verwendet? Eben.

          Das einzig Gute daran ist, daß ich damit meine Frau trefflich beruhigen kann, wenn sie sich wieder Sorgen darum macht, daß sie als Ausländerin ja kein perfektes Deutsch könne und es wohl auch nie schaffen werde, das zu lernen… Da kann ich ihr dann guten Gewissens sagen, daß sie damit in guter Gesellschaft ist, weil die meisten Deutschen ebenfalls kein Deutsch können.

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        • Kommt drauf an. Ein Muttersprachler sollte sich schon um eine korrekte Sprache bemühen (wenn man bewußt Regeln bricht ist das in Ordnung, aber man sollte sie dann zumindest kennen).
          Einem Nicht-Muttersprachler dagegen sehe ich kleine Schnitzer sehr gerne nach. Ich weiß ja, wie ich mich in Fremdsprachen anstelle… Sich in einer Frendsprache so ausdrücken zu können, daß man leidlich verstanden wird ist schon eine Leistung.
          Da finde ich dann einen Akzent und kleinerer Grammatikfehler nicht nur tolerabel, sondern tatsächlich auch charmant. Immerhin kann derjenige in den meisten Fällen besser Deutsch als ich seine Sprache. 😉

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  3. Oh… ich bin absolut fein damit (um eine Sprachverhunzung anzubringen, die noch schlimmer ist, Eindeutschungen englischer Formulierungen mit deutschen Wörtern, die hanebüchen ist).

    Wenn Sie dann bitte meinen Kommentar schnell greenlighten können, damit die Community ihn eventuell shitstormen kann… Thx

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  4. Ich war letzte Woche in der Uni-Klinik MS für 4 Nächte bzw. 5 Tage.
    Da habe ich aber wenig englisch gefunden.
    Du weißt ja, die zwei runden Türme.
    Ich war im Ostturm. Die Etagen beim Lift werden mit Ebene soundso angegeben vom Lautsprecher.

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  5. Also ich empfehle bei chronischem, deutschen Vokabelversagen und deutschsprachiger Wortschatzamnesie gerne das nützliche Nachschlagewerk „WÖRTERBUCH ÜBERFLÜSSIGER ANGLIZISMEN“ von Rudolf Bartzsch, Reiner Pogarell und Markus Schröder (ISBN 978-3-931263-33-1) oder das kluge, äußerst unterhaltsam-lehrreiche Buch von Wolf Schneider:“SPEAK GERMAN! Warum Deutsch manchmal besser ist“.

    Dankeschön für Deinen Lesebesuch auf meiner Webseite und für Deine Gefolgschaft!

    Sonnenuntergängliche Grüße
    Ulrike von Leselebenszeichen

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  6. Ich befürchte ja, dass der sich häufende Einsatz sinnverfehlender Anglizismen ein Sinnbild nicht nur für die Verarmung der Sprache, sondern auch für die der Anwender ist.
    Vielleicht mag sich manch einer gar nicht so präzise ausrücken wie es mit der deutschen Sprache möglich ist?
    Und dann landet man zwangsläufig im Basement. Oder so…

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  7. Das Schlimme ist ja, dass diese Anglzismen immer früher eingesetzt werden. Ich jedenfalls bekam zur Geburt meines Sohnes ein „Activity Center“ (mit iPhone-Schnittstelle). Ich lege den Lütten aber viel lieber unter einen stinknormalen Spielbogen.

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  8. „Besonders irre wird es, wenn ein amerikanischer Film mit natürlich englischem Titel in Deutschland einen neuen, einen anderen englischen Titel bekommt. Völlig absurd.“ – Es ist in der Tat ziemlich absurd, hat aber verschiedenste Gründe: Von (Lizenz)rechten, der Verständlichkeit im deutschen Raum, bis zu „Das Marketing hatte da eine tolle Idee“. Viel komischer finde ich diese Titelsache erst, wenn deutsche Filme, die nur im deutschen Raum veröffentlicht werden, einen englischen Titel bekommen (siehe: Who Am I).

    Was die Anglizismen angeht: Ganz bekannt ist auch „Sinn machen“. Ich muss zugeben, dass ich diesen Fehler bis vor einiger Zeit auch noch machte, doch als mich ein Bekannter darauf hinwies, dass es doch Sinn ergebe und nicht mache, ging es bergab. Diese falsche Übersetzung aus der englischen Sprache war überall. Bei Lehrern, Schülern und sogar im Tartort hat anscheinend alles einen Sinn gemacht … aber nicht ergeben.

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  9. Tja, da kann ich als Ostdeutscher nur sagen: habt ihr uns schön mit verseucht ;o). Wir waren vor 25 Jahren auch erstaunt warum die Uhrzeit nicht mehr „dreiviertel zwei“ sonder „viertel vor zwei“ heißen soll. Und warum nicht „viertel vier“ sondern „viertel nach drei“ … na, wo kommt diese Unsitte wohl her (nicht von unseren russischen Besatzern ;o). Man war auch erstaunt, warum man so oft falsch gesetzte Anführungszeichen erblickte (oben am Anfang des gesprochenen Wortes) … huch, wordpress macht das ja auch so!!!
    Verdammt jetzt muß ich mir einen deutschen Bloghost suchen … äh digitales-Tagebuch-Gastgeber/Moderator.
    Und warum setzen sich diese „falschen“ Begriffe durch? Weil es einfacher ist. Mir ist schon immer bewußt gewesen, dass nix Sinn „macht“, da das meine Umwelt aber massiv anders sieht, habe ich es aufgegeben mich selbst zu korrigieren (zumindest im gesprochenen Wort).
    Das Einzige was mich tatsächlich noch ärgert sind falsch geschriebene Anglizismen: wie z.B. „Babys“. Nein, nein, nein! Ein -y am Wortende wird in der Mehrzal zu -ie. Das sind alles Babies.
    Naja, da kommt man nicht gegen an, da kann man sich nur in seinem Akademikerdasein sonnen und sich jedesmal bestätigt fühlen wie viel gebildeter und wortgewandter man ist als der Rest … interessiert zwar sonst keinen, aber man selbst weiß es ja ;o).
    Genialer Blog by the way … huch, sorry … oh nein, ich meine Entschuldigung.
    Viele Grüße und weiterhin frohes Schaffen!
    Anja

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  10. Ach ja, die Anglizismen. Theoretisch in Ordnung, aber es wird einfach übertrieben. Genau über dieselben Dinge könnte ich mich auch aufregen. Warum plötzlich Deutsche Wörter in das Englische um“benannt“ werden müssen, wo sie doch vorher perfekt funktioniert haben. Andererseits liebt es der Deutsche ja auch gerne mal etwas lang mit seinen Benennungen…Nun gut…ich höre mir jetzt „Denglish“ von Wise Guys an…Dat hilft.

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  11. Oh, welch herrlicher Artikel, der mich wieder ein wenig auf Spur bringt!
    Viel zu lang ist es her, dass ich mich über Megaperls aufgeregt habe oder aufgrund der Angewohnheit einer Kundin statt „nicht“ „not“ zu sagen („…das gefällt mir not, das gefällt mir wirklich gar not…“) nach einem Telefonat meinen Unmut mit den Worten „da muss echt ins office vomiten!“ kund tat. Inzwischen haben die Anglizismen sich – schon am Namen zu erkennen – in mein Leben geschlichen… auch wenn sich am Namen nichts mehr ändern wird, da ich bei null15 nicht nur keine Erektion bekomme, sondern sich mir die Eierstöcke umdrehen, gelobe ich Besserung! Und zwar asap!

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      • Uh! JA! Großes Kino! Wenn man sich amüsieren möchte, dann kann man wunderbar Stellenanzeigen aus der Werbebranche lesen. Ich glaube, kaum ein Berufszweig ist so anglizismendurchseucht.
        Als absolut befreiendes Schimpfwort kann ich anstelle von fuck oder ficken übrigens Pimmelarschdreckskackwixxe empfehlen. Das kratzt so schön im Hals.

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  12. Herrlich. Du sprichst mir aus der Seele. Im Geschäftsleben benutzt mein Mann allenthalben „Call“. Weil das so schön mehrdeutig ist. Klasse Idee, oder? Die Feinheiten der eigenen Sprache aufzugeben, damit einen der andere weniger versteht. Er kann mir bis heute nicht erklären, was der Sinn dahinter ist. 😀

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  13. Wieder mal toller Blog …..
    Mir fällt zu dem Thema immer zweierlei ein:
    Einmal die älteren Menschen, die ob der Anglizismen nur Bahnhof verstehen oder wie mein Vater immer sagte (Friede seiner Asche) „was meinen die denn immer mit dem blöden SALE“
    Und das andere ….. das SALE ist auch noch falsch geschrieben !!!!! Ich wohne da nämlich in Hof an der Saale

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  14. Ältere Menschen? Na gut, mit fast 50 bin ich auch nicht mehr ganz knackig im Hirn, aber ich glaube, auch junge Leute würden kaum etwas von dem verstehen, was ich so beruflich vor der Nase hab. Ich sag nur: Mode-Trend-Artikel! Oder Vorstellung eines neuen Golf-Zubehörs! Das versteht wahrscheinlich nichtmal einer, für den Englisch Muttersprache ist.

    Eine Frage, die ich bis heute nicht losgeworden bin: Was machen Geschäfte, die nur ab und zu mit „Sale“ (= Verkauf) werben, eigentlich die restliche Zeit? Die Waren ausstellen?

    Was mich aber richtig, richtig, richtig nervt, ist die Verenglischung in Sachen Bindestriche. Meine Fresse, wie bekloppt muss man denn sein, nicht zu verstehen, dass eine Apfel-Gala nicht dasselbe ist wie ein Apfel Gala, eine Land-Leberwurst nicht dasselbe wie ein Land Leberwurst oder ein Schwarzer Diopsid-Ring nicht dasselbe wie ein Schwarzer-Diopsid-Ring?! Und dass – Himmelsakratürken! – Franz Beckenbauer Stiftung ein Franz ist und keine Stiftung, auch wenn das Mistvieh tausendmal so benamst ist!!

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  15. Also erst einmal Danke für Deinen Beitrag zum meinem. Und ja, ein kritisches Bewusstsein ggü Anglizismen habe ich auch und wehre mich gegen deren Einfluss auf die deutsche Sprache und Schrift. Ebenso ein Unding wie „ich erinnere“ ist für mich die Endsilbe -bar, aber manchmal dauert es mir zu lange, das zu umschreiben („kann man anwenden“ statt „ist anwendbar“). Grüße aus Frankfurt

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  16. Ich musste eben über diesen Beitrag tierisch lachen! Weil du recht hast. Ich bin Blogneuling und wusste bis vor ein paar Monaten überhaupt nicht, was ein Blog ist. Wollte aber trotzdem einen. Nur nach intensivem Herumprobieren und dem Einsatz des google-Übersetzers hat sich mir beim einrichten desselben die Bedeutung von „Dashboard“, „Widges“ & Co. erschlossen. Und ich wollte mich gerade anfangen zu schämen, weil ich mich in meinem immerhin noch recht jungem Alter mit diesen „neumodischen“ Begriffen nicht auskenne.
    Ich bin gar nicht doof, es sind einfach nur einige Schwänze zu kurz!! 🙂

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